Was ist der Briefmarathon?

Seit der Gründung setzt sich Amnesty International (AI) mit Appellbriefen für Menschen ein, die als Gewissensgefangene inhaftiert sind, gefoltert und misshandelt werden oder sich aufgrund ihres friedlichen Engagements für die Menschenrechte anderweitig in Gefahr befinden. In vielen Fällen führen die Briefe zu einer Verbesserung der Situation. Mit dem Briefmarathon will AI am Menschenrechtstag vom 10. Dezember möglichst viele Menschen erreichen und ihnen zeigen, wie sie sich mit einfachen Mitteln gegen Menschenrechtsverletzungen einsetzen können.
Einsatz für die Burmesin Ma Khin Khin Leh am Briefmarathon 2006  © AI

Eine Idee, ….
Am 10. Dezember 2001 führte eine Lokalgruppe der polnischen Sektion von Amnesty International in Warschau einen Briefmarathon durch. Die Teilnehmenden trafen sich während 24 Stunden, schrieben 1000 Briefe zugunsten von Gewissensgefangenen und schickten sie an die Regierungen der betreffenden Länder.

Die Aktion war ein grosser Erfolg. Zwei Jahre später wurde die Idee von AI-Sektionen in der ganzen Welt aufgenommen. In den letzten beiden Jahren beteiligten sich Menschen in über 40 Ländern  - von Armenien bis Zimbabwe - am Briefmarathon und schrieben innerhalb einer Woche über 150'000 Briefe. 40'000 davon stammten aus der Schweiz.


…. ihre Ziele….

Ziel des Briefmarathons ist es, in der Woche des Internationalen Tages der Menschenrechte (10. Dezember) weltweit möglichst viele Menschen dafür zu gewinnen, Briefe zu schreiben – Briefe an diejenigen Regierungen, welche verantwortlich sind für die unrechtmässige Inhaftierung, die Folter und Misshandlung oder eine sonstige Gefährdung von Personen, die sich friedlich für ihre Überzeugungen und die Menschenrechte in ihrem Land eingesetzt haben.

Die Briefe verschaffen ihrem Schicksal Öffentlichkeit und erhöhen damit den Druck auf die Regierungen. Gleichzeitig sind sie ein Zeichen der Solidarität für die Betroffenen und ihre Angehörigen.

…. und ihr Erfolg.

«Mein Fall belegt, dass diese Form der Aktion Sinn macht und Erfolg bringt.»

Vaclav Havel, ehemaliger Dissident und Gewissensgefangener und später tschechischer Präsident:


Briefaktionen gehören zu den wichtigsten Aktionen von Amnesty International. Im Jahr 2006 wurden von der Schweiz aus Briefe für acht ausgewählte MenschenrechtsverteidigerInnen geschrieben - in vier Fällen führte der Briefmarathon dabei zum Erfolg: Die äthiopische Journalistin Serkalem Fasil und Magdalena García Durán, Vorkämpferin für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos wurden aus dem Gefängnis entlassen, die Anklagen gegen Amine Sidhoum und Hassiba Boumerdesi, einen Anwalt und eine Menschenrechtsverteidigerin aus Algerien, aufgehoben.

Ende Mai 2008 entliess das usbekische Regime die Menschenrechtsverteidigerin Mutabar Tadzhibaeva vorzeitig aus der Haft. Sie war 2005 aufgrund ihrer offenen Äusserungen zum Massaker von Andischan verhaftet worden. Amnesty lancierte auch für sie weltweite Briefaktionen. Weitere Erfolge »

Deshalb: 2008 zum vierten Mal ein Briefmarathon auch in der Schweiz


Ein Brief ist in wenigen Minuten geschrieben und kann konkrete positive Auswirkungen haben. Mit Unterstützung der Schweizer Bevölkerung wollen wir zwischen dem  1. und 12. Dezember wieder aktiv ganz konkrete Menschenrechtsarbeit leisten.

Am Briefmarathon können sich ausnahmslos alle beteiligen. Die ausgewählten Einzelfälle mit detaillierten Informationen und Musterbriefen werden ab Ende November 2008 auf dieser Seite zu finden sein.