Annie Alfred, Malawi Annie Alfred, Malawi

Annie Alfred, Malawi In Lebensgefahr, weil sie ein Albino-Kind ist

29. November 2016
Angriffe auf Albinos haben in Malawi stark zugenommen - manche glauben, der Verkauf ihrer Körperteile mache sie reich. In ständiger Angst leben muss deshalb auch die 11-jährige Annie Alfred.

Annie ist 11 Jahre alt und will Krankenschwester werden, wenn sie gross ist. Sie ist wie jedes andere Kind in Malawi – ausser dass ihr Leben bedroht ist durch Leute, die sie jagen und töten wollen, um Teile ihres Körpers zu verkaufen. Warum? Weil Annie als Albino geboren ist. Das bedeutet, dass ihr Körper nicht genügend Pigmente produzieren kann, um ihre Haut vor der Sonne zu schützen.

Einige Leute glauben, dass die Körper von Albinos über magische Kräfte verfügen, sie nennen die Albinos «Geister» - oder «Geld» und wollen ihr Haar oder ihre Knochen rauben und verkaufen. In Malawi leben rund 10‘000 Albinos wie Annie. Alle von ihnen sind in Gefahr: In den letzten 2 Jahren haben die Übergriffe gegen sie zugenommen. Allein 2015 kamen 45 erfolgte oder versuchte Mordanschläge oder Entführungen an die Öffentlichkeit. 

Für Menschen wie Annie gibt es keinen sicheren Ort. Es sind nicht nur Kriminelle, die sie bedrohen, sondern oft auch Familienmitglieder. Sie denken, dass Albinos «Gold» sind, das sich verkaufen lässt. Annie Alfred und alle Menschen wie sie brauchen den vollen Schutz durch Recht und Gesetz. 

Im Juli 2016 hat Amnesty einen Bericht zur Lage der Menschen mit Albinismus publiziert: Zum Webartikel (deutsch) und Report (englisch)

Amnesty fordert vom Präsidenten Malawis, alles zu tun, um Albinos vor Übergriffen und Diskriminierung zu schützen und öffentlich klarzustellen, dass Verbrechen gegen Albinos nicht zu Reichtum führen, sondern mit der ganzen Härte des Gesetzes geahndet werden.