Sarah Mardini und Seán Binder Sarah Mardini und Seán Binder

Sarah Mardini und Seán Binder – Griechenland Leben retten ist kein Verbrechen

04. November 2019
Anstatt das Leben und die Rechte von Menschen auf der Flucht zu schützen, kriminalisieren die griechischen Behörden engagierte Lebensretter: Sarah Mardini und Seán Binder arbeiteten als Freiwillige für eine Flüchtlingshilfsorganisation auf Lesbos – wegen dieses Einsatzes drohen ihnen bis zu 25 Jahre Haft.

Fordern Sie Griechenland auf, alle Vorwürfe gegen Sarah und Seán fallen zu lassen

«Humanitäre Hilfe ist weder kriminell noch heldenhaft», erklärt Seán. Sarah Mardini (24) und Seán Binder (25) hatten vor der griechischen Insel Lesbos nach Booten in Seenot Ausschau gehalten, um sich um mögliche Schiffbrüchige zu kümmern. Im August 2018 sind Sarah und Seán festgenommen und erst nach mehr als 100 Tagen Untersuchungshaft gegen Kaution wieder freigelassen worden. Jetzt müssen sie sich vor einem griechischen Gericht dem Vorwurf der Spionage, Schlepperei und Mitgliedschaft in einem kriminellen Netzwerk verantworten. Ihnen drohen bis zu 25 Jahre Haft.

Sarah Mardini stammt aus Syrien. Heute studiert sie in Berlin. Sie kennt die Situation von Menschen auf der Flucht genau. Gemeinsam mit ihrer Schwester war sie 2015 eben falls mit einem Boot auf Lesbos angekommen – unter dramatischen Umständen: Nach dem Ausfall des Schiffsmotors hatten die beiden geübten Schwimmerinnen das Boot an einer Leine hinter sich hergezogen, an die Küste gebracht und so allen Insassen das Leben gerettet.

Solidaritätsaktion:

Sarah und Seán möchten nicht wie HeldInnen behandelt werden. Ihnen ist es lieber, wenn wir unsere Solidarität gegenüber den Flüchtlingen und ihren Schicksalen aufzeigen.

Machen Sie ein Foto von sich auf dem Sie ein Schild mit der Aufschrift «I stand with refugees» oder mit einer anderen Solidaritätsbotschaft halten. Posten Sie diese Fotos auf den sozialen Medien mit den Hashtags #FreeToAct, #SolidarityWins und taggen Sie auch @Amnesty_Switzerland.