Idris Khattak hat sein Leben lang Menschenrechtsverletzungen aufgedeckt und wird nun für seine Arbeit bestraft. ©Privat
Idris Khattak hat sein Leben lang Menschenrechtsverletzungen aufgedeckt und wird nun für seine Arbeit bestraft. ©Privat

Pakistan / Idris Khattak Entführt, weil er das Verschwindenlassen anprangerte

26. Oktober 2020
Idris Khattak ist Experte zum Thema «Verschwinden-Lassen» in Pakistan. Er hat dieses völkerrechtliche Verbrechen jahrelang für Amnesty International und Human Rights Watch dokumentiert – bis er selbst am 13. November 2019 «verschwand».

Fordern Sie die pakistanischen Behörden auf, Idris freizulassen

In Pakistan lassen die Behörden regelmässig Menschenrechtsverteidiger wie Idris und andere Kritiker und Kritikerinnen «verschwinden», um sie zum Schweigen zu bringen. Idris befand sich auf dem Heimweg aus der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, als er in seinem Mietwagen angehalten und verschleppt wurde.

«Ich schaue mir Fotos von Papa an und wünsche mir nichts mehr, als dass er zur Tür hereinkommt und wieder bei uns ist», sagt Talia, Idris Khattaks Tochter. «Wir haben Antworten verdient, und er verdient es, von Gesetzen geschützt zu werden.»

Talia (20) erhielt Drohungen als sie mit Unterstützung durch Amnesty International damit begann, ihren Vater zu suchen und für seine Rückkehr zu kämpfen. Doch Talias Mut zahlte sich aus. Im Juni gaben die pakistanischen Behörden zu, dass sie Idris in Gewahrsam halten und ihn wegen Verstosses gegen das Gesetz zum Schutz von Staatsgeheimnissen anklagen werden. Sie machten aber keine Angaben zu seinem Aufenthaltsort.

Seine Familie befürchtet, dass Idris wegen Spionage vor Gericht gestellt wird. Bei einem Schuldspruch drohen ihm 14 Jahre Gefängnis oder sogar die Todesstrafe.

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