Belarus / Mikita Zalatarou Polizei misshandelt jugendlichen in Haft

November 2021
Mikita Zalatarou ist 16 Jahre alt, als die Polizei ihn festnimmt, schlägt und mit einer Elektroschockwaffe traktiert. Der Vorwurf: Er habe einen Molotowcocktail auf zwei Polizeikräfte geworfen. Dafür hat ein Gericht ihn zu 5 Jahren Haft verurteilt.

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Mikita hört gern Rap und spielt das Computerspiel Minecraft. Inzwischen ist der heute 17-Jährige, in einer Welt gefangen, die schlimmer ist als die Unterwelt Nether in Minecraft. Nach Angaben seines Vaters begann alles, als Mikita, der mit Epilepsie lebt, am 10. August 2020 auf dem zentralen Platz der belarussischen Stadt Homel auf einen Freund wartete. Ganz in der Nähe protestierten Menschen weitgehend friedlich gegen das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahl. Als die Polizei anrückte, rannten die Menschen davon – auch Mikita.


Am nächsten Tag nahm die Polizei Mikita fest. Während des Verhörs, bei dem weder ein Rechtsbeistand noch ein Elternteil anwesend war, wurde er misshandelt. Im Kontext der Proteste sind insgesamt mehr als 30‘000 Personen willkürlich festgenommen worden; viele berichteten von übermässiger Polizeigewalt und Folter.

Im Februar 2021 verurteilte ein Gericht Mikita wegen «Massenaufruhr» und «Verwendung illegaler Sprengsätze» zu fünf Jahren Jugendhaft. Fast ein Jahr lang sass Mikita in einem Gefängnis für Erwachsene – teilweise sogar in Isolationshaft – bevor er in die Jugendstrafanstalt überstellt wurde.

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