Briefmarathon 2016, Amsterdam © Marieke Wijntjes / AI
Briefmarathon 2016, Amsterdam © Marieke Wijntjes / AI

Briefmarathon Eure Worte haben mein Leben verändert

09.10.2019
Jedes Jahr schreiben wir während des Briefmarathons Millionen von Briefen in die ganze Welt. Diese Briefe verändern Leben. 2018 haben wir 5,9 Millionen Briefe geschrieben. Ein neuer Rekord. Hier einige Erfolge, die auch dank des Briefmarathons erzielt wurden:
Vitalina Koval, LGBTI* Aktivistin in der Ukraine

 

Vitalina_web_portrait_bodytext.jpg © Private

«Heute, morgen und an vielen weiteren Tagen werde ich eure Briefe lesen, jeden einzelnen davon. Sie geben mir die Kraft, weiter zu machen und mich weiter für meine Überzeugungen einzusetzen. Ich bin zutiefst dankbar für eure Unterstützung.» Diese Sätze veröffentlichte Vitalina Koval 2019 auf ihrem Facebookprofil. Vitalina setzt sich in der Ukraine für LGBTI* Rechte ein. Nachdem sie am 8. März 2018 eine Demonstration für den Internationalen Frauenkampftag organisiert hatte, wurde sie von einer Gruppe Rechtsextremer angegriffen. Amnesty International unterstützte sie während des Briefmarathons 2018.

Mahmoud Abou Zeid, kurz Shawkan, Fotojournalist in Ägypten

 

Shawkan_web_portrait_bodytext.jpg ©Private

Nach fünf Jahren Haft wurde der ägyptische Fotojournalist im März 2019 endlich freigelassen. 2013 ist er bei einer Demonstration zur Unterstützung des damaligen Präsidenten Mohammed Mursi festgenommen worden. Die Polizei war äusserst brutal gegen die Demonstrierenden vorgegangen: Fast 700 Personen sind umgekommen. Als die Polizei herausfand, dass Shawkan als Journalist Fotos von der Demonstration und der Repression gemacht hatte, wurde er unter Vorwänden verhaftet. Amnesty International hat sich während der fünf Jahren, immer wieder für Shawkan eingesetzt, unter anderem auch während des Briefmarathons 2016.

Tadjadine Mahamat Babouri, kurz Mahadine, Blogger im Tschad

 

Mahadine_web_portrait_bodytext.jpg © Rebecca Hendin

Im April 2018 wurde der Blogger Mahadine endlich freigelassen. Nachdem er mehrere Videos, in welchen er die Verwaltung der Staatsgelder kritisierte, auf seinem Facebookprofil veröffentlicht hatte, war er 2016 inhaftiert worden. Er ist, wie etwa ein Duzend andere Personen im Tschad auch, von den Behörden verhaftet worden, weil er die Regierung kritisierte. Amnesty International setzte sich im Rahmen des Briefmarathons 2017 für ihn ein. Dabei haben ihm fast eine halbe Million Menschen Briefe geschrieben oder eine Petition unterschrieben, die seine Befreiung forderte.

Muhammed Bekzhanov, Journalist in Kirghistan

 

Muhammed_Bekzhanovweb_portrait_bodytext.jpg ©Privat

Nach 17 Jahren wurde der Journalist Muhammed Bekzhanov am 22. Februar 2017 aus dem Gefängnis entlassen. Er war 1999 beschuldigt worden in die Attentate von Tashkent verwickelt zu sein. Tatsächlich wurde er aber festgenommen, weil er als Redakteur für das Magazin Erk tätig und sein Bruder Muhammad Salih der Oppositionsführer war. Muhammed Bekzhanov wurde im Gefängnis gefoltert und misshandelt. Amnesty International hat sich anlässlich des Briefmarathons 2015 für ihn eingesetzt.

Fred Bauma et Yves Makwambala, Aktivisten aus dem Kongo

 

Fred_Bauma_Yves_Makwambala.jpg ©AI

Ende August 2016 wurden in der demokratischen Republik Kongo vier Menschenrechtsverteidiger freigelassen, darunter Fred Bauma und Yves Makwambala. Sie waren 2015 festgenommen worden, weil sie einen Anlass für Jugendliche organisiert hatten, welcher Interesse für Politik wecken und zum Wählen animieren sollte. Amnesty International hat sich, zusammen mit anderen Organisationen, für ihre Freilassung im Rahmen des Briefmarathons 2015 eingesetzt und dabei mehr als 170'000 Reaktionen aus der ganzen Welt erhalten.

Alfred Woodfox, Mitglied von «The Angola Three» in den USA

 

Alfred_Woodfox.jpg © Pierre-Yves Brunaud / Picturetank

Alfred Woodfox wurde nach 44 Jahren Isolationshaft am 23. Februar 2016 endlich freigelassen. Amnesty unterstützte auch ihn im Rahmen des Briefmarathons. Weitere Informationen zu diesem Fall: Artikel im Amnesty Magazin vom Dezember 2017: https://www.amnesty.ch/de/ueber-amnesty/publikationen/magazin-amnesty/2017-4/gib-mir-zitronen-ich-mache-limonade-draus

Burkina Faso, Zwangsheirat

web_portrait_bodytext.jpg ©AI

Ende Februar 2016 hat der Justizminister von Burkina Faso den Kampf gegen Zwangsheirat zu einer nationalen Priorität erklärt und einen konkreten Handlungsmassstab angekündigt. Zwangsheirat ist nun als Verbrechen im Strafgesetz festgeschrieben und eine Heirat erst ab 18 Jahren erlaubt. Amnesty International hat sich anlässlich des Briefmarathons 2015 gegen die Zwangsheirat in Burkina Faso engagiert. Weitere Informationen zu diesem Thema unter (nur in Französisch): https://lefaso.net/spip.php?article69774