Demonstration in Mexiko-Stadt in Zusammenhang mit dem Verschwindenlassen von 43 Student*innen © Amnesty International
Demonstration in Mexiko-Stadt in Zusammenhang mit dem Verschwindenlassen von 43 Student*innen © Amnesty International

URGENT ACTION Briefaktion: Mexiko «Suchstrategie für verschwundene Personen» verbessern!

UA 001/24 I Mitmachen bis 28. Juni 2024 I (UA aktiv seit: 17.01.2024) I AI-Index: AMR 41/7596/2024
Am 14. Dezember 2023 gaben der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador und Vertreter*innen des Innenministeriums die Ergebnisse der «Suchstrategie für verschwundene Personen» bekannt.

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Zu dieser Strategie gehört auch die Aktualisierung der Zahlen der landesweit verschwundenen Personen, die vom Nationalen Register über Verschwundene Personen (Registro de Personas Desaparecidas y no localizadas, RNPDNO) erfasst werden. Die Regierungsbehörden haben eine vergleichsweise geringe Zahl der verschwundenen und vermissten Personen angegeben und das Schicksal von 80'000 Personen als unklar eingestuft, da sie nicht über genügend Daten verfügten, um sie zu suchen.

Für mehr Hintergrundinformationen bitte die Überschrift anklicken:

Die «Suchstrategie für verschwundene Personen» könnte sich auf die Suche nach Opfern von Verschwindenlassen und vermissten Menschen auswirken, insbesondere auf die unermüdliche Arbeit der von Organisationen der Familienangehörigen von Verschwundenen, die deren Schicksal aufklären wollen. Laut den Familien-angehörigen und den sie unterstützenden Menschenrechtsorganisationen wurde die «Suchstrategie für verschwundene Personen» weder konsultiert noch mit den im Land tätigen Organisationen, die sich für Verschwundene einsetzen, abgestimmt, was ernsthafte Zweifel an der Art und Weise aufkommen lässt, wie die verschwundenen und vermissten Personen gezählt werden. So sind fast 80'000 Personen, die im August 2023 als verschwunden bzw. vermisst galten, in der Aktualisierung vom Dezember 2023 nicht eindeutig kategorisiert.

Darüber hinaus haben die jüngsten Änderungen in der Nationalen Suchkommission (CNB), der für die Suche nach Vermissten und Verschwundenen zuständigen Regierungsbehörde, die Suche nach den Hunderttausenden von Vermissten und Verschwundenen im Land behindert. Die neue Strategie der mexikanischen Regierung scheint eher darauf abzuzielen, zu zeigen, dass sich das Problem des Verschwindenlassens in Mexiko verbessert und dass es keine so ernste Krise gibt, als die verschwundenen und vermissten Personen zu finden.

Gemäss dem Internationalen Übereinkommen der Vereinten Nationen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen und anderen internationalen Abkommen haben die Familien von Verschwundenen unter anderem das Recht auf Wahrheit und wirksame Ermittlungen sowie das Recht, Informationen zu suchen, zu erhalten und weiterzugeben. Dies umfasst die Beteiligung von Opfern, Organisationen und Expert*innen an Suchmassnahmen, einschliesslich Mechanismen zur Bereitstellung und Sammlung von Daten über Verschwundene.

Die Zahl der vermissten bzw. dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallenen Personen ist in Mexiko weiterhin hoch. Im Jahr 2023 registrierte die Nationale Suchkommission (CNB) mindestens 12.031 neue Fälle von vermissten Personen bzw. Opfern des Verschwindenlassens, darunter 8'426 Männer, 3'596 Frauen und 9 Unbekannte. Nach offiziellen Angaben wurden zwischen 1962 und Ende 2023 insgesamt 114'004 Personen als vermisst bzw. als Opfer des Verschwindenlassens registriert. Angehörige, die nach verschwundenen und vermissten Personen suchten, waren ernsthaften Gefahren ausgesetzt, sie werden bedroht, selbst Opfer des Verschwindenlassens oder getötet.
Im Mai 2023 startete die mexikanische Regierung eine fragwürdige Strategie, um die Krise des Verschwindenlassens in Mexiko anzugehen. Am 23. August 2023 trat die Leiterin der CNB, Karla Quintana, zurück, nachdem der Präsident eine neue Zählung über das Verschwindenlassen angekündigt hatte, mit der Begründung, die Zahlen der CNB seien unzuverlässig und zu hoch. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Aktivist*innen befürchteten, dass die Regierung versuchte, die offizielle Zahl der Verschwundenen zu senken, um das Versagen der staatlichen Sicherheitspolitik zu verschleiern. Am 23. Oktober 2023 wurde Teresa Guadalupe Reyes Sahagún zur neuen Leiterin der CNB ernannt; zivilgesellschaftliche Organisationen äusserten sich besorgt über den Mangel an Konsultation, Partizipation, Transparenz und Kontrolle im Einstellungsprozess sowie über ihre mangelnde Erfahrung.
Am 14. Dezember präsentierte die Regierung die Ergebnisse der neuen Zählung der Verschwundenen, die «Suchstrategie für verschwundene Personen», mit der die offizielle Zahl der Verschwundenen und Vermissten zwischen 1962 und August 2023 verringert wurde. Es wurde deutlich, dass nicht genügend Informationen für die Suche nach 79'955 Personen vorlagen und diese in unklare Kategorien eingeteilt wurden. Am 18. Dezember 2023 protestierten Organisationen von Familienangehörigen verschwundener und vermisster Personen gegen die neue Nationale Suchstrategie und prangerten mangelnde Transparenz und mögliche Manipulationen von Daten an. Am 27. Dezember 2023 verteidigten die Regierungsbehörden die Nationale Suchstrategie. Die Bedenken gegen die Erhebung der Opferzahlen und den Abbau von Einrichtungen, die sich mit der Suche nach Hunderttausenden von Menschen im Land befassen, bestehen jedoch fort.

Werden Sie aktiv:

Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie unseren Briefvorschlag. Die Modellbriefe zum kopieren finden Sie nachfolgend. Unter DOKUMENTE finden Sie zudem druckfertige Briefe (Word und PDF)
(Siehe weiter unten)

Werden Sie auch auf SOCIAL MEDIA aktiv. (Infos siehe im entsprechenden Aufklappfeld)

Bitte schreiben Sie vor dem 28. Juni* (= Frist verlängert !) 2024.
Schreiben Sie in Spanisch oder in Ihrer eigenen Sprache.

*Wir werden die UA nach den Präsidentschaftswahlen in Mexiko aktualisieren. In der Zwischenzeit verlängern wir die Frist bis zum 28. Juni 2024.
 

Sehr geehrte Frau Ministerin

Die «Strategie für die Suche verschwundene Personen» könnte sich auf die Suche nach Opfern von Verschwindenlassen und vermissten Menschen auswirken, insbesondere auf die unermüdliche Arbeit der von Organisationen der Familienangehörigen von Verschwundenen, die deren Schicksal aufklären wollen. Laut den Familienangehörigen und den sie unterstützenden Menschenrechtsorganisationen wurde die «Strategie für die Suche verschwundener Personen» weder konsultiert noch mit den im Land tätigen Organisationen, die sich für Verschwundene einsetzen, abgestimmt, was ernsthafte Zweifel an der Art und Weise aufkommen lässt, wie die verschwundenen und vermissten Personen gezählt werden. So sind fast 80.000 Personen, die im August 2023 als verschwunden bzw. vermisst galten, in der Aktualisierung vom Dezember 2023 nicht eindeutig kategorisiert.

Darüber hinaus haben die jüngsten Änderungen in der Nationalen Suchkommission (CNB), der für die Suche nach Vermissten und Verschwundenen zuständigen Regierungsbehörde, die Suche nach den Hunderttausenden von Vermissten und Verschwundenen im Land behindert. Die neue Strategie der mexikanischen Regierung scheint eher darauf abzuzielen, zu zeigen, dass sich das Problem des Verschwindenlassens in Mexiko verbessert und dass es keine ernste Krise gibt, und weniger darauf, die verschwundenen und vermissten Personen zu finden.

Gemäss dem Internationalen Übereinkommen der Vereinten Nationen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen und anderen internationalen Abkommen haben die Familien von Verschwundenen unter anderem das Recht auf Wahrheit und wirksame Ermittlungen sowie das Recht, Informationen zu suchen, zu erhalten und weiterzugeben. Dies umfasst die Beteiligung von Opfern, Organisationen und Expert*innen an Suchmassnahmen, einschliesslich Mechanismen zur Bereitstellung und Sammlung von Daten über Verschwundene.

Ich bitte Sie deshalb, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um Wahrheit und Gerechtigkeit für die Opfer des Verschwindenlassens in Mexiko zu gewährleisten, unter anderem durch Transparenz und die Beteiligung der Angehörigen der Verschwundenen und Vermissten an der Vorbereitung der Erhebung von Opferzahlen.

Hochachtungsvoll,

Dear Minister,

I’m writing to express my concern for the impact that the Disappeared Persons Search Strategy could have on the search of the people disappeared and missing, especially on the tireless work of the collectives of family members of disappeared and missing people to find their loved ones. According to collectives and human rights organizations that accompany them, the National Search Strategy was neither consulted nor coordinated with the search collectives in the country, which has raised serious doubts about the way in which disappeared and missing persons are being counted. In fact, almost 80,000 people considered in August 2023 as disappeared and missing are ambiguously categorized in the December 2023 update.

In addition, recent changes in the National Search Commission (CNB by its Spanish acronym), the governmental agency in charge of searching the missing and disappeared people, have hindered the work to find the hundreds of thousands of missing and disappeared people in the country. The Mexican government's new strategy seems to be focusing on demonstrating that the disappearance situation in Mexico is improving and that there is not such a serious crisis, rather than on finding the disappeared and missing persons.

According to the UN International Convention for the Protection of All Persons from Enforced Disappearance, among other international documents, families of disappeared people have the right to truth and effective investigations, as well as to seek, receive and impart information, among other rights. This comprises the participation of victims, organizations and experts in search policies, including mechanisms that provide and collect data on disappeared people.

Therefore, I urge you to take all necessary measures to ensure truth and justice for the victims of disappearance in Mexico, including by guaranteeing transparency and participation of the relatives of the disappeared and missing people on the census preparation.

Yours sincerely,

Señora Secretaria:

Me dirijo a usted para expresarle mi preocupación por el impacto que la Estrategia Nacional de Búsqueda Generalizada de Personas Desaparecidas puede tener en la búsqueda de personas en paradero desconocido, especialmente en el incansable trabajo que los colectivos de familiares de personas desaparecidas realizan para encontrar a sus seres queridos. Según los colectivos y organizaciones de derechos humanos que los acompañan, la Estrategia Nacional de Búsqueda no se consultó ni se coordinó con los colectivos de búsqueda del país, lo que ha suscitado serias dudas sobre la manera en que se está haciendo el recuento de personas desaparecidas. De hecho, casi 80.000 personas consideradas en agosto de 2023 como desaparecidas han sido clasificadas de forma ambigua en la actualización de diciembre de 2023.

Además, los recientes cambios en la Comisión Nacional de Búsqueda (CNB), la agencia gubernamental encargada de buscar a las personas desaparecidas, han obstaculizado el trabajo para encontrar a los cientos de miles de personas en paradero desconocido en el país. La nueva estrategia del gobierno mexicano parece centrarse en demostrar que la situación sobre las desapariciones en México está mejorando y que no existe una crisis tan grave, más que en encontrar a las personas desaparecidas.

Según la Convención Internacional de la ONU para la Protección de Todas las Personas contra las Desapariciones Forzadas, entre otros instrumentos internacionales, las familias de las personas desaparecidas tienen derecho, entre otros, a la verdad y a investigaciones efectivas, así como a buscar, recibir y difundir información. Esto incluye la participación de víctimas, organizaciones y personas expertas en políticas de búsqueda, incluidos mecanismos que proporcionen y recopilen datos sobre personas desaparecidas.

Por tanto, la insto a tomar todas las medidas necesarias para garantizar la verdad y la justicia a las víctimas de desaparición en México, entre otras cosas garantizando la transparencia y la participación de los familiares de las personas desaparecidas en la preparación del censo.

Atentamente,

English
I am very concerned about the #Mexico government's response to the crisis of disappearances. @SEGOB_mx @lopezobrador_ disappeared persons database must be developed along with search collectives. #NoLosVuelvanADesaparecer

Español
Estoy muy preocupado/a por la estrategia del gobierno de #México para hacer frente a la crisis de desapariciones. @SEGOB_mx @lopezobrador. La base de datos de personas desaparecidas debe ser elaborada junto con los colectivos de búsqueda. #NoLosVuelvanADesaparecer

APPELLE AN

Innenminister:
Luisa María Alcalde Luján
Secretaría de Gobernación
Carretera Bucareli 99
Colonia Juárez, Cuauhtémoc
Ciudad de México, C.P. 06600
MEXIKO

E-Mail: [email protected]
X : @Segob_mx

 
ADDITIONAL TARGET
:

President Andrés Manuel López Obrador
Address: Palacio Nacional, edificio 10, planta baja, Colonia Centro. C.P. 06060, alcaldía Cuauhtémoc, Ciudad de México, México
Twitter/X: @lopezobrador_


KOPIE AN

Botschaft von Mexiko
Weltpoststrasse 20
3015 Bern

Fax: 031 357 47 48
E-Mail: [email protected]

Twitter/X: /EmbaMexSui
FB: /EmbMexSui



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DIESE URGENT ACTION – KOMPLETT ALS WORD-DOKUMENT

Seite 1 Hintergrundinformationen, Seite 2 Modellbrief
UA 001/24 – DEUTSCH
UA 001/24 – ENGLISH


English version (click on title to open):

On 14 December 2023, president of Mexico Andrés Manuel López Obrador and representatives of the Ministry of the Interior shared the results of the Disappeared Persons Search Strategy. This strategy includes an update of a census that records the number of people disappeared nationwide, known as National Register of Missing and Disappeared Persons (RNPDNO). The authorities decreased considerably the number of disappeared and missing people, and categorized ambiguously 80,000 people, acknowledging that did not have enough data to search them. We urge the Mexican government to ensure transparency and participation of the relatives of the disappeared on the census preparation.

The number of missing and forcibly disappeared people remained high in Mexico. In 2023, the National Search Commission (CNB) registered at least 12,031 new cases of missing and forcibly disappeared people, of whom 8,426 were men, 3,596 were women, and 9 were unidentified. According to official figures, a total of 114,004 people were registered as missing and forcibly disappeared between 1962 and the end of 2023. Relatives searching for disappeared and missing people faced serious risks, including enforced disappearance, killing, repression and threats.

In May 2023, the federal government launched a questionable strategy to address the crisis of disappearances in Mexico. On August 23, 2023, the head of the CNB, Karla Quintana, resigned after the president announced the creation of a new census on disappearances, arguing that CNB figures were unreliable and too high. Civil society organizations and activists feared that the Executive branch tried to lower the official numbers of disappeared people to hide the failure of federal public security policies. On October 23, Teresa Guadalupe Reyes Sahagún was appointed as the new head of the CNB; civil society organizations expressed concern around the lack of consultation, participation, transparency and scrutiny in the recruitment process, as well as her lack of experience.

On December 14, the Executive presented the results of the new census of disappearances, the National Search Strategy, decreasing the official number of disappeared and missing people between 1962 and August 2023. It also revealed that they did not have enough information to search 79,955 people and classified them in ambiguous categories. On December 18, collectives of family members of disappeared and missing people protested against the National Search Strategy, denouncing lack of transparency and possible manipulation of data. On December 27, federal government authorities defended the National Search Strategy. However, in fact, the concerns about the census continue, as well as the dismantling of institutions dedicated to search the hundreds of thousands of people in the country.


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