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URGENT ACTION Briefaktion: Iran Gewaltsames Vorgehen gegen Frauen und Mädchen

UA 039/24 I Mitmachen bis 2. Juli 2024 I (UA aktiv seit: 07.05.2024) I AI-Index: MDE 13/8029/2024
Die iranischen Behörden führen einen «Krieg gegen Frauen», um die Verweigerung der Zwangsverschleierung im Zuge der Bewegung «Frau Leben Freiheit» zu bestrafen. Seit April gehen die Sicherheitskräfte noch schärfer vor, um die Kopftuchpflicht an öffentlichen Orten durchzusetzen, indem sie Frauen und Mädchen konstanter Überwachung, Schlägen, sexualisierter Gewalt, Elektroschocks, willkürlicher Festnahme, Inhaftierung und anderen Schikanen aussetzen.

Für mehr Hintergrundinformationen bitte die Überschrift anklicken:

Frauen und Mädchen in der Islamischen Republik Iran sind mit einem erneuten Angriff auf ihre Menschenrechte konfrontiert, der von iranischen Menschenrechtsverteidiger*innen und in den Sozialen Medien als «Krieg gegen Frauen» bezeichnet wird. Seit Mitte April, als die Behörden eine neue landesweite Kampagne unter dem Namen «Noor-Plan» (dt. «Licht-Plan») ankündigten, haben Sicherheitskräfte in ganz Iran ihr gewaltsames Vorgehen zur Durchsetzung der Verschleierungspflicht verschärft. In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Sicherheitspatrouillen zu Fuss, auf Motorrädern, in Polizeiautos und Mannschaftswagen, die der Durchsetzung der Verschleierungspflicht durch die Kontrolle der Haare und der Bekleidung von Frauen dienen, im öffentlichen Raum deutlich zugenommen. In den Sozialen Medien sind verstörende Videos aufgetaucht, die zeigen, wie Frauen und Mädchen in der Öffentlichkeit von Sicherheitskräften tätlich angegriffen, festgenommen und inhaftiert werden. Die Art und Weise, wie sie dazu mit Gewalt in Polizeifahrzeuge gezerrt werden, gleicht einer Entführung. Die Videos zeigen, wie die verzweifelten Frauen und Mädchen schreien, wenn sie von den Sicherheitskräften angegriffen und weggezerrt werden. Es gab auch Berichte von Frauen, die bei der Festnahme von Sicherheitskräften mit Elektroschockgeräten traktiert wurden. Ausserdem kam es zu ungerechtfertigten Strafverfolgungen, Fahrzeugbeschlagnahmungen und der Verhängung von Geldbussen.

Das harte Vorgehen verschärfte sich, als der Religionsführer des Iran, Ali Khamenei, am 3. April 2024 in einer offiziellen Verlautbarung erklärte, dass die Pflicht zur Verschleierung ein «religiöses Gebot und eine Pflicht für Frauen» sei und dass gegen die auf «ausländische Einmischung» zurückzuführende Nichteinhaltung dieser Pflicht vorgegangen werden müsse. Am 13. April 2024 kündigte der Teheraner Polizeichef Abbas Ali Mohammadian Folgendes an: «Ab heute wird die Polizei in Teheran und anderen Provinzen gegen Personen vorgehen, die soziale Abnormitäten wie das Auftreten in der Öffentlichkeit ohne Kopftuch unterstützen. Personen, die frühere Warnungen der Polizei ignoriert haben, werden ausdrücklich verwarnt ... gegen sie werden rechtliche Schritte eingeleitet.» Am 21. April 2024 kündigte der Befehlshaber der Revolutionsgarden in Teheran, Hassan Hassanzadeh, die Bildung speziell geschulter Gruppen, sogenannter «Botschafter der Freundlichkeit» an, ohne jedoch deren genaue Zusammensetzung und institutionelle Zugehörigkeit zu nennen. Am 23. April 2024 verkündete Ahmadreza Radan, der Oberbefehlshaber der iranischen Polizei, des Kommandos für Strafverfolgung der Islamischen Republik Iran (FARAJA), dass der «unumkehrbare Noor-Plan» mit Zustimmung von Parlament, Justiz und Regierung umgesetzt werde. Am selben Tag gab FARAJA eine Erklärung heraus, in der die Verweigerung der Verschleierungspflicht mit «organisierten kriminellen Banden» gleichgesetzt wurde, «die in Verdorbenheit, Prostitution und Pornografie verwickelt sind». Ein «Gesetzentwurf zur Unterstützung der Kultur der Keuschheit und des Hidschab» steht im iranischen Parlament kurz vor der Verabschiedung. Sollte er rechtswirksam werden, würde er den Angriff der iranischen Behörden auf Frauen und Mädchen, die sich der Kopftuchpflicht verweigern, gesetzlich verankern.

Seit der Ankündigung des «Noor-Plans» dokumentieren Frauen und Mädchen die Quälereien, die sie durchmachen, und teilen diese in den Sozialen Medien. Am 13. April 2024 berichtete eine Frau unter Tränen Folgendes in einem Video: «[Die Beamt*innen] wollten mich festnehmen. Der Polizist kam auf mich zu, und ich sagte ihm, er solle mich nicht anfassen. Es gab einen Lieferwagen, [um mich mitzunehmen]. Es waren mehrere Polizistinnen dabei, und eine von ihnen zog immer wieder mit Gewalt an meinem Arm und meiner Tasche. Ich habe geschrien, dass sie mich loslassen solle und hatte Angst, dass sie mein Mobiltelefon beschlagnahmen würden. Ich bin mitten auf der Strasse hingefallen, und alle Autofahrer*innen haben gehupt, als Zeichen der Unterstützung [für mich]. Die Polizistinnen haben mich gefilmt und ausgelacht. Schliesslich haben sie mich gehenlassen, aber ich weiss nicht, was jetzt passiert. Ich kann euch nicht mal sagen, dass ihr gut auf euch aufpassen sollt, denn wie sollte das möglich sein, solange wir gezwungen werden, den Hidschab zu tragen.» Am 14. April postete eine weitere Frau, Atefeh Mahmoudi, folgenden Beitrag auf X (ehemals Twitter): «Heute hat mich die Sittenpolizei festgenommen. Ein weisser, nicht gekennzeichneter Lieferwagen (mit zwei Polizistinnen und einem Soldaten [Rekruten], dem Fahrer), drei Motorräder (mit jeweils zwei Polizisten) und ein Auto mit zwei Polizisten haben mich plötzlich umzingelt. Das heisst, dass vor mir zehn Sicherheitskräfte standen (ohne den Fahrer des Lieferwagens), als ob sie einen gefährlichen Kriminellen verhaften wollten. Sie sprachen sehr grob [mit mir]. Als ich protestierte und fragte, wohin sie mich bringen würden, und ihre Vorgehensweise in Frage stellte, antwortete einer von ihnen [in beleidigender Sprache auf Persisch]: ‚Das geht dich nichts an.‘ Als ich einen anderen Beamten darauf hinwies, dass es noch kein offizielles [Hidschab- und Keuschheits-]Gesetz gebe, begann er zu brüllen. Er drohte mir und sagte, er werde mich festnehmen, bis ich gelernt hätte, keine Widerworte zu geben. Sie haben mich freigelassen, nachdem ich eine Erklärung unterschrieben hatte.»

In den Sozialen Medien gab es auch Augenzeug*innenberichte zu der Gewalt an Frauen und Mädchen. Ein Mann schrieb am 13. April 2024 Folgendes auf X: «Sie haben ein Mädchen, das allerhöchstens 17 Jahre alt war, mit Gewalt festgenommen ... Sie hat sich weinend am Geländer festgeklammert. Eine Polizistin hat ihr mit der Faust auf die Hand geschlagen, und ein Polizist hat die Hände des Mädchens mit Gewalt aufgedrückt und es an den Haaren zum Lieferwagen gezerrt. Es war, als hätten sie ein Mitglied des Islamischen Staats [der bewaffneten Gruppe] gefasst.»
Die Studentin Dina Ghalibaf schrieb am 15. April 2024 Folgendes auf X: «Gestern habe ich auf der Polizeiwache der Metrostation Sadeghiyeh darauf bestanden, dass ich das Recht habe, die Metro zu benutzen, solange ich Steuern zahle. Sie [die Sicherheitskräfte] haben mich mit Gewalt in einen Raum gezerrt und mir Elektroschocks verpasst. Ich trug die ganze Zeit Handschellen, und einer der Polizisten hat mich sexuell missbraucht. Am nächsten Tag, den 16. April, wurde Dina Ghalibaf festgenommen und zwei Wochen später, am 30 April 2024, gegen Kaution freigelassen. Eine vierte Frau, über deren Tortur der persische Dienst der BBC am 19. April 2024 berichtete, erzählte Folgendes: «Ich habe zwei Polizisten auf Motorrädern gesehen. Ausserdem kamen ein Lieferwagen und ein Auto auf mich zu; daraus stiegen fünf oder sechs Polizistinnen und drückten mich zu Boden. Ich habe geschrien. Ich habe ein Geräusch hinter mir gehört und hatte plötzlich Schmerzen am Rücken und an der Seite. Ich bin auf den Boden gefallen, und sie haben mich in einen Lieferwagen gesteckt und mich dabei für die Staatsanwaltschaft gefilmt und fotografiert ... Im Lieferwagen waren fünf weitere Frauen und Mädchen ... Auf der Polizeiwache waren mehr als 30 von uns, darunter auch eine Schülerin. Sie haben mich der Staatsanwaltschaft vorgeführt, die mich befragt hat. Ich hatte Schmerzen [von den Schlägen], und ein Arzt sagte mir, ich hätte einen Nierenriss.»

Ahmadreza Radan und Hassan Hassanzadeh, die die jüngsten drakonischen Massnahmen gegen Frauen und Mädchen verkündet haben, stehen auf einer Liste von Sanktionen, die die Regierungen Australiens, Kanadas, des Vereinigten Königreichs und der USA sowie die EU gegen iranische Beamt*innen verhängt haben, weil diese im Zusammenhang mit landesweiten Protesten in den Jahren 2009 und 2022 an schweren Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren.
Im September 2023 äusserten sich Menschenrechtsexpert*innen der Vereinten Nationen besorgt über den «Gesetzentwurf zur Unterstützung der Kultur der Keuschheit und des Hidschab» und stellten fest, der Gesetzentwurf könnte «als eine Form der geschlechtsspezifischen Apartheid beschrieben werden, da die Behörden offenbar durch systematische Diskriminierung reagieren, mit der Absicht, Frauen und Mädchen in völliger Unterwerfung zu unterdrücken». Im März 2024 veröffentlichte die UN-Ermittlungsmission für den Iran ihren Bericht. Darin kam sie zu folgendem Schluss: «Strafen, die aufgrund der Gesetze zur Kopftuchpflicht und der Politik gegen Frauen und Mädchen verhängt werden, wie Festnahmen, Inhaftierungen, Geldstrafen, die Beschlagnahmung von Immobilien, Reiseverbote, das Verbot der Nutzung Sozialer Medien und die unangemessene Einschränkung und Verweigerung von Grundrechten, einschliesslich der Suspendierung von der Universität, der Beendigung des Arbeitsverhältnisses und des Verbots des Zugangs zu öffentlichen Räumen wie Behördenbüros, Parks, Kinos und öffentlichen Verkehrsmitteln, sind willkürlicher Natur und als solche nach den internationalen Menschenrechtsnormen nicht zulässig. Mit der Durchsetzung dieser Gesetze und Massnahmen verletzt der Staat die Rechte von Frauen auf Gleichheit, Nichtdiskriminierung, Freiheit und Sicherheit der Person und auf Freiheit von Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung, auf freie Meinungsäusserung, Freizügigkeit, Religionsfreiheit sowie die Rechte auf öffentliches Leben, auf körperliche Unversehrtheit und Autonomie und die Rechte auf Privatsphäre und auf Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeit, was in der Summe eine schwerwiegende Verweigerung der Grundrechte von Frauen und Mädchen bedeutet, die einer Verfolgung gleichkommt.»
Im März 2024 veröffentlichte Amnesty International eine neue Analyse zu der zunehmenden Verfolgung von Frauen und Mädchen, die auf den Aussagen von 46 Personen beruht und einen Einblick in die erschreckende Alltagsrealität von Frauen und Mädchen im Iran gibt.

Werden Sie aktiv:

Schreiben Sie einen Appellbrief in Ihren eigenen Worten oder verwenden Sie unseren Briefvorschlag. Die Modellbriefe zum kopieren finden Sie nachfolgend. Unter AKTUELLE DOKUMENTE finden Sie zudem druckfertige Briefe.
(Siehe weiter unten)

Werden Sie auch auf SOCIAL MEDIA aktiv. (Infos siehe im entsprechenden Aufklappfeld)

Bitte schreiben Sie vor dem 2. Juli 2024.
Schreiben Sie in Persisch, Englisch oder in Ihrer eigenen Sprache.
 

Sehr geehrter Herr Präsident

Frauen und Mädchen in der Islamischen Republik Iran sind mit einem erneuten Angriff auf ihre Menschenrechte konfrontiert. Seit Mitte April, als die Behörden eine neue landesweite Kampagne unter dem Namen «Noor-Plan» (dt. «Licht-Plan») ankündigten, haben Sicherheitskräfte in ganz Iran ihr gewaltsames Vorgehen zur Durchsetzung der Verschleierungspflicht verschärft. In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Sicherheitspatrouillen zu Fuss, auf Motorrädern, in Polizeiautos und Mannschaftswagen, die der Durchsetzung der Verschleierungspflicht durch die Kontrolle der Haare und der Bekleidung von Frauen dienen, im öffentlichen Raum deutlich zugenommen. In den Sozialen Medien sind verstörende Videos aufgetaucht, die zeigen, wie Frauen und Mädchen in der Öffentlichkeit von Sicherheitskräften tätlich angegriffen, festgenommen und inhaftiert werden. Die Art und Weise, wie sie dazu mit Gewalt in Polizeifahrzeuge gezerrt werden, gleicht einer Entführung. Die Videos zeigen, wie die verzweifelten Frauen und Mädchen schreien, wenn sie von den Sicherheitskräften angegriffen und weggezerrt werden. Es gab auch Berichte von Frauen, die bei der Festnahme von Sicherheitskräften mit Elektroschockgeräten traktiert wurden. Ausserdem kam es zu ungerechtfertigten Strafverfolgungen, Fahrzeugbeschlagnahmungen und der Verhängung von Geldbussen.

Sorgen Sie bitte dafür, dass die iranischen Behörden Frauen und Mädchen nicht länger dafür bestrafen, dass sie ihre Rechte auf körperliche Autonomie und auf freie Meinungsäusserung, Religions- und Glaubensfreiheit wahrnehmen, alle Gesetze und Vorschriften zur Zwangsverschleierung unverzüglich aufheben und alle Sicherheitseinheiten auflösen, die mit der Durchsetzung der Zwangsverschleierung beauftragt sind.

Ich fordere Sie dringend auf, alle Personen, die wegen Verweigerung der Zwangsverschleierung inhaftiert sind, bedingungslos freizulassen und dafür zu sorgen, dass alle Beamt*innen, die an der Verletzung der Rechte von Frauen durch die Einführung der Zwangsverschleierung beteiligt sind, zur Rechenschaft gezogen werden.

Hochachtungsvoll,
 

Dear Mr Raisi,

Women and girls in Iran are facing a renewed assault on their human rights, dubbed the «War on Women» by Iranian human rights defenders and social media users. Since mid-April 2024, when the authorities announced the implementation of a new nationwide campaign called the «Noor (light) Plan», security forces across the country have intensified their violent enforcement of compulsory veiling. In recent weeks, there has been a visible increase of security patrols on foot, motorbike, car and police vans in public spaces enforcing compulsory veiling through surveillance of women’s hair, bodies and attire. Disturbing videos have emerged on social media showing security forces physically assaulting women and girls in public and arresting and detaining women and girls by violently throwing them into police vans in a manner resembling abductions. The videos show the distressed women and girls screaming while being attacked and dragged away by security forces. Women have also reported security forces using electric shock devices during arrest and being subjected to unjust prosecutions, car confiscations and fines.

The crackdown intensified after Iran’s Supreme Leader, Ali Khamenei, issued a statement on 3 April 2024, stating that compulsory veiling is a «religiously mandated decree and obligatory for women» and that its non-compliance is being driven by «foreign interference» and should be addressed. On 13 April 2024, the Commander of Tehran's police force, Abbas Ali Mohammadian, announced that «From today, the police in Tehran and other provinces will [confront] individuals who promote social abnormalities like appearing without a headscarf. People who ignored previous police warnings will be specifically warned…and legal action will be taken against them.» On 21 April 2024, the Commander of the Revolutionary Guards in Tehran, Hassan Hassanzadeh, announced the formation of trained groups to enforce compulsory veiling in public spaces called «Ambassadors of Kindness», without specifying their exact composition and institutional affiliation. On 23 April 2024, the Commander-in-Chief of Iran’s police force, the Law Enforcement Command of the Islamic Republic of Iran (FARAJA), Ahmadreza Radan, announced that the «irreversible Noor Plan» was being implemented with the approval of the parliament, judiciary and government. On the same day, FARAJA issued a statement equating defiance of compulsory veiling with «organized criminal gangs…involved in corruption, prostitution, pornography.» A.«Bill to Support the Culture of Chastity and Hijab» is nearing adoption in Iran’s parliament. If passed into law, it will codify the Iranian authorities’ assault on women and girls for defying compulsory veiling.

I call on the Iranian authorities to stop punishing women and girls for exercising their rights to bodily autonomy and freedom of expression, religion and belief; to immediately repeal all compulsory veiling laws and regulations; and to disband all security forces tasked with enforcing compulsory veiling. I urge you to unconditionally release anyone in detention for defying compulsory veiling and ensure that any officials involved in violating women’s rights through implementation of compulsory veiling are held to account.

Yours sincerely,
 

Twitter:
Supreme Leader: @khamenei_ir
President: @raisi_com
Commander-in-Chief of Iran’s police: @Radan_ir

Instagram:
The Head of the Judiciary, Gholamhossein Mohseni Eje’i: https://www.instagram.com/ejeii

Suggested messages

Iranian authorities are waging a #WarOnWomen through subjecting women & girls to violence and harassment in public spaces, amid an intensified enforcement of compulsory veiling laws. @khamenei_ir must abolish compulsory veiling NOW!

Iranian women & girls defying draconian compulsory veiling laws are facing daily violence and harassment including beatings, sexual violence, electric shocks, arbitrary arrest & detention, and unjust prosecution. Compulsory veiling must be abolished NOW!

Women and girls in Iran are facing a renewed assault on their human rights as authorities implement a draconian nationwide campaign to enforce abusive compulsory veiling. @Radan_ir must end the crackdown on women and girls NOW!

Iranian authorities must respect women’s rights to equality, privacy, and freedom of expression, religion and belief & stop punishing defiance of compulsory veiling. Compulsory veiling must be abolished NOW!

Iranian authorities are arresting women and girls who defy draconian compulsory veiling laws by refusing to cover their hair. Iranian authorities must unconditionally release anyone in detention for defying compulsory veiling NOW!
 

APPELLE AN

Präsident:
Ebrahim Raisi
President of the Islamic Republic of Iran and
Head of Supreme Council of National Security
c/o Embassy of Iran to the European Union*
Avenue Franklin Roosevelt No. 15
1050 Bruxelles, Belgien

*Embassy of Iran to the European Union
- Fax: (+32) 2 762 39 15

- E-Mail: [email protected]
- Twitter/X: iranmissioneu

Alternative c/o-Adresse in der Schweiz
c/o Permanent Mission of Iran to the UN, Chemin du Petit-Saconnex 28, 1209 Genève

E-Mail: [email protected][email protected] / Twitter/X: iran_geneva


KOPIE AN

Botschaft der Islamischen Republik Iran
Thunstrasse 68
Postfach 227
3000 Bern 6

Fax: 031 351 56 52
E-mail: [email protected]
Twitter/X: iraninbern

 



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DIESE URGENT ACTION – KOMPLETT ALS WORD-DOKUMENT

Seite 1 Hintergrundinformationen, Seite 2 Modellbrief
UA 039/24 – DEUTSCH
UA 039/24 – ENGLISH


English version (click on title to open):

Iranian authorities are waging a «War on Women» to punish defiance of forced veiling in the wake of the « Woman Life Freedom» uprising. Since April, security forces have intensified their enforcement of compulsory veiling in public spaces through subjecting women and girls to constant surveillance, beatings, sexual violence, electric shocks, arbitrary arrest and detention and other harassment.

Since the announcement of the «Noor Plan», women and girls have been documenting their ordeals and sharing them on social media. On 13 April 2024, one woman stated in her tearful video testimony: «[The agents] wanted to arrest me. The police agent came towards me and I told him not to touch me. There was a van there [to take me away]. There were several female agents and one of them kept trying to forcibly pull my arm and bag. I was screaming for her to let me go and was stressed that they would confiscate my mobile. I fell in the middle of the street and all the drivers in the cars started tooting their horns in support [of me]. The female agents filmed me and were laughing at me. They eventually let me go, but I don’t know what will happen now. I can’t even tell you to look after yourselves because how can you do that unless we are [forced] to wear the hijab.» On 14 April, another woman, Atefeh Mahmoudi, posted on X (formerly Twitter): «Today, the morality police detained me. A white unmarked van (with two female agents and one [conscripted] soldier who was the driver), three motorcycles (each with two male agents), and a car with two male agents suddenly surrounded me. Meaning 10 members of the security forces lined up for me (excluding the van driver) as if they wanted to arrest a dangerous criminal. They spoke to [me] using harsh language. In response to my protest asking where they were taking me and questioning their treatment, one of them replied [using insulting language in Persian] ‘It is none of your business’. When I told another agent that no [hijab and chastity] law had been officially passed, he started shouting. He threatened me and said, ‘I will detain you until you learn not to talk back.’ They released me after I signed a written pledge.» A student, Dina Ghalibaf, wrote about her ordeal on X on 15 April 2024: «Yesterday, in the police room of Sadeghiyeh metro station, I insisted that as long as I am paying taxes, I have the right to use the metro. They [security forces] violently dragged me into a room and gave me electric shocks. They handcuffed me the whole time and one of the agents sexually assaulted me.» The next day, 16 April, Dina Ghalibaf was arrested, and she was released on bail two weeks later, on 30 April 2024. A fourth woman whose ordeal was shared with BBC Persian on 19 April 2024 stated: «I saw two agents on motorbikes. A van and a car also came towards me; five-six female agents descended from the vehicles and dragged me on the ground. I was screaming. I heard a noise from behind me and felt pain in my back and side. I fell to the ground and they put me into a van while filming and photographing me for the prosecutors…There were five other women and girls in the van…In the police station, there were about 30 of us, including a schoolgirl. They took me before a prosecutor who questioned me. I was in pain [from the beating] and a doctor told me that my kidney had been ruptured.»

Eyewitnesses to the violence against women and girls also shared their accounts on social media. A man wrote on X on 13 April 2024: «They brutally arrested a girl who was, at most, 17-years-old...She was clinging to the railings, crying. A female officer punched down on her hand with a fist and a male officer pried the girl's hands open and dragged her by the hair to the van. It was as if they had captured a member of the Islamic State [armed group].»

Ahmadreza Radan and Hassan Hassanzadeh, who announced the latest draconian measures against women and girls, are on lists of sanctions imposed on Iranian officials by the governments of Australia, Canada, UK and USA as well as the EU for their involvement in serious human rights violations in connection with nationwide protests in 2009 and 2022.

In September 2023, UN human rights experts expressed concern about the «Bill to Support the Culture of Chastity and Hijab», stating that «the draft law could be described as a form of gender apartheid, as authorities appear to be governing through systemic discrimination with the intention of suppressing women and girls into total submission». In March 2024, the UN Fact-Finding Mission on Iran published its report in which it concluded that «punishments imposed on the basis of the mandatory hijab laws and policies against women and girls, such as arrests, detention, fines, seizure of immovable property, travel bans, prohibition to use social media and the undue restriction and denial of fundamental rights, including suspension from university, termination of employment, ban on entry into public spaces, including government offices as well as parks, cinemas, public transport, are arbitrary in nature and as such not permissible under international human rights law. Through the enforcement of these laws and policies, the State violates women’s rights to equality, non-discrimination, to liberty and security of person and to be free from torture or to cruel, inhuman or degrading treatment, freedom of expression, freedom of movement, freedom of religion as well as the right to public life, to bodily integrity and autonomy, right to privacy, and to access to education, health care and work, cumulatively amounting a severe deprivation of women and girls’ fundamental rights, amounting to persecution.»

In March 2024, Amnesty International published new research on the intensifying persecution of women and girls based on testimonies obtained from 46 individuals, which provide a glimpse into the frightening daily reality faced by women and girls in Iran. See: https://www.amnesty.org/en/documents/mde13/7770/2024/en/.


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