Amnesty-Aktion für eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik Welcome Aareböötler - welcome Boat People?

Mit einem Transparent an der Auguetbrücke in Muri begrüsst Amnesty International am Samstagnachmittag die «Aareböötler» zu ihrem Rekordversuch. Und erinnert daran, dass Fahrten in wackeligen Schlauchbooten nicht für alle Menschen Spass bedeuten.

Mit 1500 Teilnehmern will die Aktion ‚Aareböötle‘ am Samstag einen Weltrekord aufstellen. Amnesty International drückt die Daumen! Gleichzeitig möchte die Menschenrechtsorganisation die ‚BöötlerInnen‘ und alle Zuschauer aber auch an einen anderen, traurigen Rekord erinnern: nämlich an die mehr als 1500 Menschen, die im Jahr 2011 im Mittelmeer ertrunken oder verdurstet sind. Auch sie waren in Booten unterwegs, weil sie mit der Überfahrt von Nordafrika nach Europa den letzten Ausweg aus ihrer verzweifelten Lage in ihren Heimatländern sahen.

«Wir wollen den Leuten keineswegs den Spass verderben», sagte Daniela Enzler, Aktivistin und Organisatorin der kleinen Aktion von Amnesty International. «Ganz im Gegenteil, wir drücken den AareböötlerInnen die Daumen, dass es zum Weltrekord reicht. Aber wir wollen diese Gelegenheit auch dazu nutzen, auf das Drama der Bootsflüchtlinge aufmerksam zu machen. Vor unserer Haustür sterben im Mittelmeer Menschen, weil vielen europäischen Staaten der Schutz der Aussengrenzen wichtiger zu sein scheint als die Rettung von Menschenleben.»

Im Rahmen einer europaweiten Kampagne protestiert Amnesty International gegenwärtig mit verschiedenen Aktionen und Petitionen gegen die menschenrechtsfeindliche europäische Migrationspolitik. Amnesty fordert, dass Bootsflüchtlinge als Menschen in einer prekären Notlage anerkannt und ihre grundlegenden Rechte geachtet werden, und fordert namentlich von den europäischen Staaten, sich auf die Rettung dieser Menschen zu konzentrieren, statt sie mit viel Aufwand von den europäischen Aussengrenzen fernzuhalten.

Medienmitteilung veröffentlicht: Bern, 3. August 2012
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