Start der Operation «Triton» durch die EU-Grenzschutzagentur Seenotrettung in Gefahr

Amnesty fordert von den europäischen Ländern gemeinsame Verantwortung für die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer.

Angesichts des Starts der Operation «Triton» durch die EU-Grenzschutzagentur Frontex am 1.11.2014 fordert Amnesty International, dass alle europäischen Länder bei der Seenotrettung im Mittelmeer Gemeinsam Verantwortung übernehmen:

«Triton wird einer umfassenden Seenotrettung nicht gerecht», betont Denise Graf, Juristin der Schweizer Sektion von Amnesty International. «Der Einsatz dient weit mehr der Grenzsicherung und der Verhinderung irregulärer Migration als der Rettung von schutzsuchenden Menschen. Dazu reichen auch die finanziellen Mittel bei Weitem nicht aus»..

Amnesty International fordert daher die Fortsetzung  der italienischen Operation «Mare Nostrum»: «Mare Nostrum muss solange weitergehen, bis es eine wirksame Alternative gibt, die von allen europäischen Staaten in gemeinsamer Verantwortung getragen wird. Ein solch wichtiger humanitärer Einsatz, der so viele Menschenleben rettet,  geht alle EU-Staaten etwas an. Italien kann diese Verantwortung nicht alleine tragen.»

Die italienische Marine hat mit ihrer Operation «Mare Nostrum»  seit gut einem Jahr bislang mehr als 155.000 Menschen aus Seenot gerettet. Sie soll aber nach dem Willen der italienischen Regierung auslaufen.

Amnesty International fordert die europäischen Staaten auch auf, endlich dafür zu sorgen, dass für Flüchtlinge sichere und legale Routen nach Europa existieren, damit die gefährlichen Fahrten über das Mittelmeer ein Ende haben.

Medienmitteilung veröffentlicht: Brüssel / Bern, 31. Oktober 2014
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