Usbekischer Guantánamo-Gefangener in Genf Amnesty International erfreut über die Ankunft

26. Januar 2010
Amnesty International zeigt sich erfreut über die Ankunft eines Guantánamo-Häftlings aus Usbekistan. Mit dieser humanitären Geste leistet die Schweiz einen wichtigen Beitrag, um das Gefangenenlager zu schliessen und die Menschenrechtsverletzungen zu beenden. Der erfolgte Transfer in die Schweiz zeigt, dass die Schweiz bereit ist für eine humanitäre Aufnahme. Amnesty International hofft, dass auch bald die beiden uigurischen Brüder in die Schweiz einreisen können, die der Kanton Jura aufzunehmen bereit ist.

Der erfolgte Transfer in die Schweiz zeigt, dass die Schweiz bereit ist für eine humanitäre Aufnahme. Amnesty International hofft, dass auch bald die beiden uigurischen Brüder in die Schweiz einreisen können, die der Kanton Jura aufzunehmen bereit ist.

Für Amnesty International ist klar, dass der Mann nach über sieben Jahren willkürlicher Haft viel Ruhe und genügend Zeit braucht, um das Erlebte zu verarbeiten und sich ein neues Leben aufbauen zu können. Es ist jetzt besonders wichtig, dass die Behörden seine Privatsphäre schützen.

Amnesty International hat keine Informationen, unter welchen Bedingungen der usbekische Mann in Genf leben wird. Die Menschenrechtsorganisation ruft die Behörden auf, ihm einen Status zu gewähren, der dem Mann in der Schweiz Sicherheit gibt und die notwendige Unterstützung für eine rasche Integration und eine umfassende Rehabilitation. Dazu gehören medizinische und psychologische Hilfe, Sprachtraining sowie weitere soziale Massnahmen.

Andere europäische Staaten wie Frankreich, Portugal, Belgien, Irland und Ungarn – und vor kurzem die Slowakei –  haben ebenfalls mit einer humanitären Geste ehemalige Gefangene aufgenommen. Amnesty International hofft, dass weitere europäische Länder dem Beispiel der Schweiz folgen werden und jene Gefangenen aufnehmen, die wegen Foltergefahr und anderen drohenden Verletzungen ihrer Menschenrechte nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können.

Amnesty International setzt sich seit Jahren mit einer weltweiten Kampagne gegen die Aufweichung der Menschenrechte im «Krieg gegen den Terror» ein. Rund 800 Gefangene aus mehr als 40 Ländern sind seit dem 11. Januar 2002 in Guantánamo festgehalten worden. Zurzeit befinden sich noch rund 200 Gefangene im Lager, von denen rund 40 nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können, weil ihnen dort Folter und andere schwere Menschenrechtsverletzungen drohen. Darunter die beiden Uiguren, die der Kanton Jura aufzunehmen bereit ist.