Internationaler Frauentag Für die Rechte aller Frauen

7. März 2011
Vor hundert Jahren gingen in Schweizer Städten Tausende von Frauen auf die Strasse, um Gleichberechtigung und ein Ende der Diskriminierung zu fordern. Dennoch geniessen bis heute noch längst nicht alle Frauen in der Schweiz ihre vollen Rechte - denken wir etwa an die Frauen im Nothilferegime. Auch anderswo auf der Welt kämpfen Frauen um ihre Gleichberechtigung: Aktuell zum Beispiel in Ägypten. Schon drohen dort Frauenrechte wieder aussen vor gelassen zu werden, etwa in der Diskussion um die neue Verfassung. Amnesty fordert einen Wandel, der allen Frauen ihre vollen Rechte garantiert!

© Sarah Carr

An jenem 19. März 1911 - dem ersten Internationalen Frauentag, der später auf den 8. März verlegt wurde - gingen in ganz  Europa Millionen von Frauen auf die Strasse, um Gleichberechtigung und ein Ende ihrer Diskriminierung zu fordern. Gleicher Zugang zu Arbeit, Stimmrecht, politische Beteiligung an der Gestaltung der Zukunft ihrer Länder standen zuoberst auf der Traktandenliste. Es war der erste Internationale Frauentag.

100 Jahre später gibt es immer noch viele gute Gründe, für die Frauenrechte auf die Strasse zu gehen. Sexuelle Gewalt im Krieg, in der Gesellschaft und in der Familie; mit so genannter «Tradition» begründete Formen der Gewalt wie Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratungen oder Steinigung bei Ehebruch; Diskriminierung im Zugang zu Gesundheitsversorgung, zu Bildung, zu Arbeit: Menschenrechtsverletzungen an Frauen gehören auf der ganzen Welt zum Alltag. Sie werden von Polizei, Justiz und Regierungen oft nicht wichtig genommen, und die Täter bleiben straflos.

Video: Interview mit Amnesty-Expertin Widney Brown

Lautstark waren in den letzten Wochen Frauen in Ägypten zu hören: Seite an Seite mit den Männern forderten sie ein Ende der politischen Repression und umfassende Reformen. Sie hatten ihre Gründe, litten sie doch nebst der Unterdrückung durch das Regime auch noch unter der  geschlechtsspezifischen Diskriminierung. Aber es stellt sich die bange Frage: wird sich für die Ägypterinnen wirklich etwas ändern? Wo sehen wir sie am Verhandlungstisch? Warum sind sie nicht im neuen Verfassungsausschuss? Lesen Sie den Artikel von Widney Brown, Mitglied des Senior Management von Amnesty International in London, zum Thema.

Auch in der Schweiz gibt es Frauen, die weit von der Verwirklichung auch der elementarsten Grundrechte entfernt sind: Zum Beispiel Frauen in der Nothilfe. Sie sind eine kleine Minderheit unter den Menschen, die unter diesem Regime überleben müssen. Oft wird deshalb überhaupt nicht an ihre Bedürfnisse gedacht. Im Rahmen unserer schweizweiten Kampagne gegen das menschenunwürdige Nothilferegime setzen wir am 8. März einen Schwerpunkt zur Lage dieser Frauen.

Der Ruf nach Gleichheit, Gerechtigkeit und Respekt stand im Zentrum des ersten Internationalen Frauentags. Ein Jahrhundert später ist er so dringend wie damals. Am 8. März erheben wir deshalb unsere Stimmen für die Rechte von  Frauen in der ganzen Welt – in Ägypten, in Nicaragua, in der Schweiz und überall!

Aktionen zum 8. März