Demokratische Republik Kongo Menschenrechtsverteidigerinnen schützen und unterstützen

Zur Aktionszeit «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» und zum Internationalen Tag der MenschenrechtsverteidigerInnen am 29. November lancieren wir eine Solidaritätsaktion mit mutigen Aktivistinnen in der Demokratischen Republik Kongo (DRC).

In der DRC leidet die Zivilbevölkerung seit fast zwei Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten. Systematische Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe gehören dabei zum alltäglichen Kriegsgeschehen. Hilfe und Unterstützung erhalten die Opfer solcher Gewalt oft einzig von Frauenorganisationen. Frauen gehören aber auch zu jenen, welche die Menschenrechtsverletzungen laut und deutlich verurteilen.

Frauen klagen an

Sie kritisieren Regierungsbeamte und Sicherheitskräfte und prangern gleichermassen die Gewalttaten der nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen an. Jedoch: Kritik an den Verantwortlichen für Menschenrechtsverletzungen zu üben, ist sehr gefährlich, ganz besonders für Frauen. Denn dass Frauen öffentlich Stellung nehmen, dass sie sogar hohe Beamte und Sicherheitskräfte kritisieren, ist im kulturellen Normensystem nicht vorgesehen. Wer das tut, wird oft selbst zur Zielscheibe von Einschüchterungen und Morddrohungen, erhält nächtliche Besuche von bewaffneten Männern, riskiert Inhaftierung, oder wird zum Verschwinden gebracht. Frauen, die Misstände anprangern, bedrohen das geltende Herrschaftssystem.

Schutzmechanismen und ein unterstützendes Umfeld, das ihnen ihre Arbeit erleichtern würde, sind für die Menschenrechtsverteidigerinnen im Kongo noch in weiter Ferne.

Uno will Menschenrechtsverteidigerinnen schützen

Dass es genau dies braucht, haben immerhin 133 Staaten an der Uno-Generalversammlung im September 2013 anerkannt. In einer gemeinsamen Erklärung verpflichteten sie sich, die Bemühungen von zivilgesellschaftlichen Organisationen bei der Erfassung und Dokumentation von Fällen sexueller Gewalt in Konflikten zu unterstützen und sie vor Vergeltungsakten zu schützen, wenn sie den Überlebenden medizinische, psychosoziale und rechtliche Hilfe leisten.

Diese Verpflichtung muss auch zu einer verbesserten Situation für Menschenrechtsaktivistinnen im östlichen Kongo führen! Anlässlich des 29. November, des Internationalen Tages für menschenrechtsverteidigerinnen, solidarisieren wir uns deshalb mit Menschenrechtsverteidigerinne im Kongo und fordern die Behörden der DRC dringend zum Handeln auf.

Aktion Solidaritätsbotschaft

Mach mit und schreib eine Solidaritätsbotschaft an Aktivistinnen in der DRC! Lass sie wissen, dass du ihren Mut bewunderst und dich dafür einsetzt, dass ihr  Engagement geschützt und unterstützt wird.

Nachrichten (idealerweise in Französisch) bitte an drcsolidarityaction_at_gmail.com

Briefaktion

Schreib einen Brief an die zuständige Ministerin Geneviève Inagosi. Einen Musterbrief auf Französisch findest du hier.

Und dies sind unsere Forderungen an die Ministerin auf Deutsch – sie soll

  • wirkungsvolle Massnahmen gegen die Einschüchterung und Verhaftung von Menschenrechtsverteidigern und Menschenrechtsverteidigerinnen ergreifen;
  • Überlebenden von sexualisierter Gewalt und Vergewaltigungen den Zugang zu wirkungsvollen Massnahmen für die physische und psychische Verarbeitung ihrer Verletzungen ermöglichen;
  • die Strafverfolgung gegen die Verantwortlichen für die sexualisierte Gewalt in Minova im November 2012 ohne Verzögerung in fairen Ermittlungen und Gerichtsverfahren vorantreiben;
  • das staatliche Engagement im Umgang mit Menschenrechtsverteidigerinnen anheben und öffentlich die Rolle dieser Frauen anerkennen.
  • sicherstellen dass staatliche Initiativen, die MenschenrechtsverteidigerInnen unterstützen, umgesetzt und in der gesamten D.R. Kongo implementiert werden.