8. März ist Internationaler Tag der Frauenrechte «Sexuelle Rechte sind Menschenrechte»

In El Salvador sitzen Frauen nach Fehlgeburten jahrzehntelang im Gefängnis, weil ihnen ein illegaler Schwangerschaftsabbruch unterstellt wird. Mit einer Kampagne gegen diese krasse Missachtung elementarster Frauenrechte ist Amnesty International an der Demonstration zum Internationalen Frauentag 2015 in Bern präsent.

Straffreiheit für freiwillige Schwangerschaftsabbrüche, das Recht auf Zugang zu Verhütungsmitteln, das Recht auf Sexualaufklärung, das Recht auf einvernehmliche sexuelle Beziehungen auch unter Gleichgeschlechtlichen, das Recht, keine sexuelle Gewalt zu erleiden: Alle diese Rechte hat die Staatengemeinschaft längst definiert und in zahlreichen Texten verbürgt. Doch sie werden immer wieder infrage gestellt, missachtet und bekämpft. Selbst in der Schweiz, wo konservative Kreise mit der Drohkeule der «Sexualisierung» oder zum Schutz der traditionellen Familie sexuelle Rechte zurückbuchstabieren wollen.

Auch 20 Jahre nach Beijing noch nicht ernstgenommen

«Sexuelle Rechte sind Menschenrechte», betont Cyrielle Huguenot, Koordinatorin der Amnesty-Kampagne «My Body, My Rights» bei Amnesty International Schweiz. «Doch die Verpflichtung, solche Rechte einzuhalten, zu schützen und zu fördern wird leider auch zwanzig Jahre nach der Weltfrauenkonferenz in Beijing von vielen Regierungen keineswegs ernst genommen.»

Mit einem weltweit lancierten «Manifest» will Amnesty International den Druck vergrössern, damit diese Rechte endlich respektiert und nicht zurückbuchstabiert werden. Das Jahr 2015 bietet sich dazu besonders an: Am Tag nach dem 8. März beginnt in New York die 59. Session der Uno-Frauenrechtskommission. Auf deren Traktandenliste steht die Auswertung der 1995 an der Weltfrauenkonferenz in Beijing verabschiedeten «Aktionsplattform», der bis heute fortschrittlichsten Vereinbarung der Staatengemeinschaft zu den Frauenrechten.

Kernanliegen für die Agenda post-2015

Amnesty International fordert von den Regierungen, das damals definierte Recht zu bestätigen, wonach jede Frau frei und eigenverantwortlich über Angelegenheiten im Zusammenhang mit ihrer Sexualität bestimmen und entscheiden können soll. Auch in der «Agenda post-2015» für neue nachhaltige Entwicklungsziele soll die Förderung von Frauenrechten im Bereich Sexualität, Schwangerschaft und Mutterschaft zu den Kernanliegen gehören.

«Heute wie vor 20 Jahren in Beijing ist es unser wichtigstes Anliegen, die Stimmen von Frauen zu stärken, die sich für ihre eigenen Rechte wehren - von El Salvador bis Äthiopien, von Ägypten bis Syrien», sagt Cyrielle Huguenot. «Ob an der Demonstration in Bern oder an der Uno-Konferenz in New York: Am Frauentag und das ganze Jahr setzen wir uns solidarisch mit allen Menschenrechtsverteidigerinnen für unsere Rechte ein.»

Aktionen und Veranstaltungen zum 8. März 2015:

• Samstag, 7. März 2015, um 13:30 Uhr Frauendemo, Bern

Sonntag, 8. März 2015, um 11 Uhr im CineMovie in Bern: Vorpremiere «Difret – Das Mädchen Hirut» von Angelina Jolie über Zwangsheirat in Äthiopien.

Solidaritätsaktion für Maria Teresa,die nach einer Fehlgeburt im Jahr 2012 des Mordes angeklagt und zu einer 40-jährigen Haftstrafe verurteilt worden war.

Petition an El Salvador zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbruch (Übergabe am 23. März)

Medienmitteilung veröffentlicht: 6. März 2015, Bern
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