Sexuelle und reproduktive Rechte Sexuelle Gewalt und Misshandlung

Bei sexueller Gewalt steht meist nicht die Sexualität im Vordergrund. Es geht vielmehr um die Demonstration von Macht und um die Durchsetzung von persönlichen oder politischen Zielen seitens der Täterinnen und Täter.

Sexuelle Gewalt kennt viele Formen: Von brutalen Vergewaltigungen und Misshandlungen in der Öffentlichkeit über subtilere Formen sexueller Nötigung und sexueller Übergriffe in Ehe, Partnerschaft und Familie, bis zu Vergewaltigung im Krieg. Auch  Zwangsheirat, Zwangsprostitution, erzwungene Prostitution, erzwungene Schwangerschaften wie auch erzwungene Abtreibungen gehören zum Spektrum der Menschenrechtsverletzungen, denen vor allem Frauen und Mädchen ausgesetzt sind, aber auch Jungen und Männer.

Pflichten des Staates

Staaten sind gemäss völkerrechtilchen Normen verpflichtet, sexuelle Gewalttaten zu bekämpfen und Menschen vor sexueller Gewalt in allen ihren Formen zu schützen. Das erfordert entsprechende Gesetze, aber auch deren Durchsetzung in der Praxis. Es erfordert im weiteren die Bereitstellung von Schutzeinrichtungen für die Betroffenen. Beides ist in vielen Staaten noch nicht erfüllt.

Vor allem die weitgehende Straflosigkeit der Täter ist weltweit eines der grössten Hindernisse, um sexuelle Gewalt wirksam zu bekämpfen.