Jugendgruppe von Amnesty Belgien | © Amnesty International
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Manifest zum Internationalen Frauentag

6. März 2015
Regierungen in aller Welt versuchen, Einfluss und Zwang auf die persönlichsten Bereiche des Lebens von Menschen auszuüben – Bereiche wie Sexualität , Beziehungen, S chwangerschaft und Geburt . Mit einem weltweit lancierten «Manifest» will Amnesty International den Druck vergrössern, damit die sexuellen und reproduktiven Rechte endlich respektiert und nicht zurückbuchstabiert werden.

In diesem Manifest halten wir fest:

  1. Einvernehmlicher Sex ist niemals eine Straftat – unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität oder Familienstand. 
  2. Aufklärungsunterricht über Sexualität und Partnerschaften muss auf wissenschaftlichen Fakten beruhen und für jede und jeden zugänglich sein.
  3. Bezahlbare, vertrauliche und qualitativ hochwertige Gesundheitsdienstleistungen, einschliesslich Zugang zu Verhütungsmitteln, sind ein Menschenrecht, kein Luxus.
  4. Ein freiwilliger Schwangerschaftsabbruch – wie auch die Unterstützung hierbei – muss unter allen Umständen straffrei bleiben.
  5. Jede und jeder hat das Recht, frei von Gewalt zu leben, insbesondere von sexueller Gewalt und Vergewaltigungen.
  6. Wir haben ein Mitspracherecht bei Gesetzen und Programmen, die sexuelle und reproduktive Rechte betreffen.
  7. Wenn unsere sexuellen und reproduktiven Rechte verletzt werden, haben wir das Recht, dies zur Anzeige zu bringen und eine Untersuchung sowie eine rechtlich angemessene Sanktionierung zu verlangen.

Diese sieben Grundsätze sind nicht nur Ausdruck unserer Überzeugungen, sondern fundamentale Menschenrechte. Sie sind in internationalen Abkommen verankert und für unsere Regierungen rechtsverbindlich. 

Regierungen müssen sich an diese Verpflichtungen halten. Nur so haben wir tatsächlich die Möglichkeit, selbst über unseren Körper, unser Leben und unsere Zukunft zu entscheiden.