© Amnesty International
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Kleidervorschriften und Frauenrechte Die Freiheit, sich zu kleiden

Mai 2011
In Ländern wie Indonesien, Iran, Saudiarabien, Sudan und Tschetschenien werden Frauen vom Staat gezwungen, bestimmte Kleidung zu tragen. Vielerorts ist es auch die eigene Familie oder Religionsgemeinschaft , die Frauen in ihrer diesbezüglichen Freiheit einschränkt. In europäischen Ländern wiederum werden Verbote bestimmter Kleidungsstücke, etwa der Burka oder des Niqab, diskutiert.

Die Art und Weise, wie sich eine Person kleidet, kann ein wichtiger Ausdruck ihres Glaubens, ihrer individuellen Identität oder ihrer religiösen Überzeugung sein. Die Menschenrechte sichern jedem Menschen die Freiheit zu, solche Überzeugungen zum Ausdruck zu bringen. Staaten haben die Pflicht, diese Freiheit zu garantieren, auch gegenüber Dritten. Eine Einschränkung ist höchstens aus Gründen der öffentlichen Sicherheit, Ordnung, Gesundheit oder Moral gerechtfertigt, und auch dann nur, wenn sie gesetzlich verankert,  verhältnismässig sowie geeignet ist, das gewünschte Ziel zu erreichen.

Amnesty International verurteilt Kleidervorschriften, die Ausdruck von Diskriminierung sind und Diskriminierungen verschärfen, und fordert alle Staaten auf, keine Gesetze zu erlassen, die Indivuden zwingen, sich in einer bestimmten Form zu kleiden oder nicht zu kleiden, ausser diese Gesetze entsprechen den menschenrechtlichen Anforderungen. In ihrer Kampagnenarbeit hat sich Amnesty immer wieder gegen solche Vorschriften und für Frauen eingesetzt, die auf dieser Grundlage bestraft werden sollten.

Statement von Amnesty Schweiz zum Thema Verschleierungsverbot.

Statement von Amnesty International an den Uno-Ausschuss zur Stellung der Frauen vom Februar 2011, mit Länderbeispielen (englisch).