© ZHDK / AICH
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ZHDK-Projekt: Filme für Amnesty International Schweiz «It’s the End of the World as We Know it»

31. Dezember 2020
Nach einer Welle der Solidarität verschärft die Corona-Pandemie wie ein Brennglas unterschiedliche gesellschaftliche Tendenzen, und das soziale Gefüge verändert sich. Studierende der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) produzierten Kurzfilme zu den Auswirkungen der Pandemie, die unter die Haut gehen.

Durch die Corona-Pandemie verändert sich die globalisierte Welt gerade von Grund auf. In welche Richtung wir steuern, ist nicht absehbar. Die sechs Filmprojekte, die die  Studierenden des Fachbereichs Trends & Identity der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) in einer Kooperation mit Amnesty International verwirklichten, thematisieren eine breite Palette von Herausforderungen und Folgen der Pandemie.

Übersicht

Ahmad El Salameh: Maskgraphy

Edgar Koller: Häusliche Gewalt hat viele Gesichter

Julia Fässler und Priszilla Medrano: From Privilege to Solidarity

Lea Oberli und Leonor Kotoun: Corona Is Female

Max Dätwiler und Noëmie Leonhardt: Home is not a safe place for everyone!

Alice Bayer und Sophie Bäumlin: Stimmen aus der Corona-Krise

Ahmad El Salameh − Maskgraphy

Die Pandemie ist hart für uns alle, aber noch härter für Menschen, die für ihre Rechte und gegen Diskriminierung, Gewalt und Rassismus kämpfen. Wir sind alle von der Pandemie betroffen und gemeinsam werden wir sie überwinden. Es gibt aber Regierungen, die versuchen die Pandemie als Vorwand zu benutzen, um Menschen davon abzuhalten, zu protestieren und für ein besseres Leben zu kämpfen. Masken sind das visuelle Zeichen der Pandemie. Wir tragen jeden Tag Masken, sie sind Teil unseres Alltags und eine neue Möglichkeit, eine Botschaft zu übermitteln.

 

Edgar Koller − Häusliche Gewalt hat viele Gesichter

Häusliche Gewalt kommt in allen Altersgruppen und sozialen Schichten vor und die Gründe sind individuell und von Fall zu Fall anders. Häusliche Gewalt ist ein dunkles Kapitel im Leben eines Opfers. Durch die Pandemie und die damit einhergehende Isolation verstärkte sich das Problem, denn für die Opfer wurde es noch schwieriger, Hilfe zu holen. Schutz vor Gewalt ist ein Menschenrecht, aber leider keine Selbstverständlichkeit.

Julia Fässler und Priszilla Medrano − From Privilege to Solidarity 

In unserem Kurzfilm thematisieren wir den im Lock Down beobachteten Egoismus und die fehlende Solidarität. Zwei unterschiedliche Bildwelten zeigen den Kontrast zwischen den realen Schicksalen von Menschen in dieser Zeit und der entstandenen abstrakten «Bubble». Betroffene antworten dabei unter anderem auf Fragen wie: Was hat ihnen gefehlt? Und was wünschen sie sich in Zukunft von der Gesellschaft und ihren Mitmenschen in schwierigen Zeiten wie in dieser Pandemie? Gemeinsam kämpfen wir für eine Zukunft mit gleichen Chancen und Rechten für alle. 

Lea Oberli und Leonor Kotoun − Corona Is Female

Abtreibung

Rollenbilder
Sexarbeit

Krisen heben existierende Ungleichheiten hervor, auch die Covid-19 Pandemie verstärkt bisherige Geschlechterungerechtigkeiten. Die Folgen treffen im gesellschaftlichen Vergleich Frauen viel stärker. Die drei Kurzfilme «Corona Is Female» sprechen je ein Thema an. Das erschwerte Verfahren bei Schwangerschaftsabbrüchen, die prekären Arbeitsverhältnisse für Sexarbeiterinnen und der erhöhte Mental Load von Frauen mit Familien und Kindern. Corona Is Female und darum auch die Menschenrechte! We should act towards one another in a spirit of sisterhood!

 

Max Dätwiler und Noëmie Leonhardt − Home is not a safe place for everyone!

2019 gab es in der Schweiz 11’058 registrierte Fälle von häuslicher Gewalt. Physische und psychische Gewalt, die meist an dem Ort verübt wird, der eigentlich für Geborgenheit, Sicherheit und Ruhe steht – das eigene Zuhause. Dieser Ort wurde während der Corona-Krise für die Betroffenen zu einem Gefängnis, in welchem die Gefahr dauernd lauerte. Wir möchten vor Augen führen, dass es für viele Menschen leider nicht normal ist, das eigene Zuhause mit positiven Gefühlen zu verbinden. Vielmehr ist es ein Ort der Angst, des Schreckens und des Schmerzes. Ein Safe Place, der für die Betroffenen keiner ist.

 

Alice Bayer und Sophie Bäumlin − Stimmen aus der Corona-Krise

Bett

Wasser

Der Film gibt Menschen aus verschiedensten Teilen der Welt eine Stimme – Menschen aus Brasilien, Italien, Spanien, Ruanda und China erzählen von ihren Schwierigkeiten, Erfahrungen und Wünschen während der anhaltenden Corona-Pandemie. Die gesammelten persönlichen Sprachnachrichten geben einen intimen Einblick in ihr Leben. Die Bildebene zeigt Orte, die von Ruhe und Sicherheit erzählen, ein Kontrast zur Realität während der Krise, die für diese Menschen von Unsicherheit und Angst geprägt sind.

 

Amnesty International dankt allen Studierenden und den Dozierenden Eva Wandeler, Jacqueline Zünd und Simon Grab.

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