Saudi-Arabien Todesstrafe gehört abgeschafft

In Saudi-Arabien werden pro Woche zwei Menschen hingerichtet. Darunter viele MigrantInnen aus armen Ländern, die sich in unfairen Prozessen kein Gehör verschaffen können. Auch jugendliche StraftäterInnen werden exekutiert. Fordern Sie, dass die Todesstrafe in Saudi-Arabien endlich der Vergangenheit angehören soll.
Amnesty-AktivistInnen protestieren gegen die Todesstrafe in Saudi-Arabien © Amnesty International

Zusammen mit China und Iran führt Saudi-Arabien die Jahresstatistik jener Länder an, die immer noch von der Todesstrafe Gebrauch machen. Im Wüstenstaat werden pro Woche im Schnitt mehr als zwei Menschen hingerichtet. Darunter sind viele Staatsangehörige anderer, zumeist armer Länder. Angeklagte aus afrikanischen und asiatischen Entwicklungsländern haben oft weder einen Anwalt oder eine Anwältin noch sind sie in der Lage, vor Gericht den auf Arabisch geführten Verhandlungen zu folgen.

Sie haben keinen Zugang zu einflussreichen Persönlichkeiten und verfügen über kein Geld – zwei Faktoren, die entscheidend dafür sind, den Ausgang des Prozesses zu beeinflussen. Auch der Anteil der Frauen ist bei den Hingerichteten ungewöhnlich hoch und Saudi-Arabien zählt zu den ganz wenigen Staaten, die zur Tatzeit Minderjährige hinrichten.

Unfaire Prozesse

Die Todesstrafe wird für eine Reihe von Vergehen verhängt, so für Mord, Ehebruch, Vergewaltigung, bewaffneten Raubüberfall, Sabotage, Verschwörung, «Hexerei» sowie für Abfall vom islamischen Glauben. 1987 dehnte Saudi-Arabien den Anwendungsbereich der Todesstrafe auf Drogenschmuggel, -handel und -besitz aus.

Gerichtsverfahren in Saudi-Arabien sind weit entfernt von international gültigen Rechtsstandards. Gewöhnlich finden sie hinter verschlossenen Türen und ohne angemessenen Rechtsbeistand statt. Urteile werden oft auf der Basis von «Geständnissen» gefällt, die durch Folter erzwungen worden sind. Die Verurteilten werden über den Verlauf des Prozesses nicht informiert und erfahren auch den Zeitpunkt ihrer Hinrichtung nicht. Die Hinrichtungen werden meist durch öffentliche Enthauptung des oder der Verurteilten vollzogen und finden meist nach dem Freitagsgebet statt.

Sofortiges Moratorium gefordert

Amnesty International fordert, dass Saudi-Arabien umgehend ein Hinrichtungsmoratorium einrichtet, die Todesurteile in Gefängnisstrafen umwandelt und alle Todesurteile gegen zur Tatzeit Minderjährige annulliert.

Bitte unterstützen Sie diese Forderung! Laden Sie die nebenstehende Petition herunter, unterzeichnen sie und schicken Sie den Petitionsbogen zurück an Amnesty International, Postfach, 3001 Bern.

September 2009