Welttag gegen die Todesstrafe Viel erreicht, noch viel zu tun

Oktober 2012
30 Staaten haben die Todesstrafe abgeschafft, seit es den Welttag gegen die Todesstrafe gibt. Doch der Kampf gegen die Todesstrafe muss weitergehen, denn noch immer werden jährlich Tausende von Menschen hingerichtet.

Am 10. Oktober findet dieses Jahr zum zehnten Mal der «Internationale Tag gegen die Todesstrafe» statt. An diesem Tag setzen sich seit 2003 AktivistInnen weltweit für die Abschaffung dieser grausamen Strafe ein.

Initiiert wurde der Tag von der «World Coalition against Death Penalty», der Weltkoalition gegen die Todesstrafe, die im Mai 2002 in Rom gegründet wurde. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten neben Amnesty International Anwaltskammern, Gewerkschaften, lokale und regionale Behörden sowie viele Nichtregierungsorganisationen. Die Weltkoalition gegen die Todesstrafe ist von 24 Mitgliedern im Jahr 2002 auf heute 132 Mitglieder auf der ganzen Welt gewachsen.

Auf dem Weg zur Abschaffung

Ihr Einsatz gegen die Todesstrafe hat in den letzten 10 Jahren kontinuierliche Fortschritte gebracht. Waren es 2002 noch 111 Staaten, die die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft hatten, sind es heute 140. Von den 58 Staaten, die an der Todesstrafe festhalten, haben im letzten Jahr 21 Staaten Hinrichtungen vollstreckt. 2002 wurde die Todesstrafe noch in 31 Staaten vollstreckt.

Ein Meilenstein auf dem Weg zur endgültigen Abschaffung der Todesstrafe kam 2007, als die Uno-Generalversammlung im Dezember mit grossem Mehr eine Resolution annahm, mit der ein weltweites Moratorium aller Hinrichtungen gefordert wurde.

Forderung nach Hinrichtungsstopp

Am 10. Oktober wird sich Amnesty International mit der Weltkoalition gegen die Todesstrafe dafür einsetzen, dass sich die Uno-Generalversammlung im Dezember nach 2007, 2008 und 2010 zum vierten Mal für einen Hinrichtungsstopp aussprechen wird. Das Ziel ist, dass dieses Jahr noch mehr Staaten als 2010 (109 Staaten) für das Moratorium stimmen werden.

Amnesty International wird am 10. Oktober zudem gegen die Todesstrafe in denjenigen Ländern protestieren, in denen sie noch angewendet wird. Der Iran und der Irak gehören zu denjenigen Staaten, in denen die Hinrichtungen in den letzten Jahren am stärksten zugenommen haben. In China werden noch immer mehr Menschen hingerichtet als im Rest der Welt zusammen.

Setzen Sie sich gegen die Todesstrafe ein - hier finden sie Aktionsvorschläge von Amnesty Schweiz.