Bewaffnete Gruppen, die Kindersoldaten rekrutieren, sind für Kriegsverbrechen angeklagt © AI
Bewaffnete Gruppen, die Kindersoldaten rekrutieren, sind für Kriegsverbrechen angeklagt © AI

Das doppelte Leid der Kindersoldaten - Menschenrechtsverletzungen in Mali

Minderjährige, die unter Verdacht stehen, einer bewaffneten Gruppe anzugehören oder illegal Waffen zu besitzen, werden in Mali in die gleichen Gefängnissen gesperrt wie Erwachsene. Dort sind sie weiteren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Das belegt der heute veröffentlichte Bericht von Amnesty International.

«Die Kinder und Jugendlichen haben schon genug unter dem Konflikt in Mali gelitten. In unserem Bericht werden neue Fälle von 16-Jährigen dokumentiert, die als Kindersoldaten rekrutiert wurden und denen jetzt vorgeworfen wird, Mitglieder bewaffneter Gruppen zu sein», sagt Gaetan Mootoo, Amnesty-Researcher in Westafrika. «Sie werden von den malischen Behörden in die gleichen Gefängnisse gesperrt wie Erwachsene, ohne Kontakt zu ihrer Familie oder einem Anwalt. Mali verstösst mit diesem Vorgehen gegen seine internationalen Menschenrechtsverpflichtungen und gegen die Grundsatzvereinbarung (memorandum of understanding) zwischen der malischen Regierung und den Vereinten Nationen.»

Seit Beginn des Konflikt im Januar 2012 in Mali wurden Dutzende Minderjährige sowohl von regierungsnahen Milizen also auch von den bewaffneten Oppositionsgruppen rekrutiert.

Die Amnesty-Mission im Juni brachte auch ans Licht, dass Menschen im Gefängnis umgekommen sind. Ausserdem sammelten die Amnesty-Mitarbeiter Beweise für schwere Menschenrechtsverletzungen der bewaffneten Gruppen im Norden des Landes an der Zivilbevölkerung.

  • Amnesty International fordert die Regierung in Mali auf, keine Menschenrechtsverletzungen mehr zu dulden.
  • Alle inhaftierten Minderjährigen müssen an die zuständigen Behörden oder internationale Organisationen übergeben werden, die ihre Rechte nach internationalem Recht garantieren.
  • Amnesty International verlangt, dass die bewaffneten Gruppen im Norden des Landes sofort damit aufhören, Zivilpersonen zu entführen, als Geiseln zu nehmen oder hinzurichten

Medienmitteilung veröffentlicht: London/Bern, 21. August 2014
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