Internationale Abkommen gegen den Einsatz von Kindern für Kriegsdienste

Stand: 23. September 2014
In den vergangenen Jahren wurden auf internationaler Ebene verschiedene Fortschritte erzielt, um Kinder vor dem Einsatz in bewaffneten Konflikten schützen. Ausserdem haben zahlreiche Regierungen das ...

In den vergangenen Jahren wurden auf internationaler Ebene verschiedene Fortschritte erzielt, um Kinder vor dem Einsatz in bewaffneten Konflikten schützen. Ausserdem haben zahlreiche Regierungen das Verbot von KindersoldatInnen in ihre Gesetzgebung aufgenommen.

Uno-Kinderrechtskonvention (1989): Die Uno-Kinderrechtskonvention verbietet die Rekrutierung von Kindern vor Vollendung des 15. Lebensjahrs. Sie wurde bis heute von 193 Staaten ratifiziert.

Zusatzprotokoll zur Beteiligung von Kindern in bewaffneten Konflikten (2002): Das Zusatzprotokoll zur Uno-Kinderrechtskonvention richtet sich an staatliche und nichtstaatliche Akteure. Es verbietet den Einsatz von Kindern unter 18 Jahren in bewaffneten Konflikten. Auch für die Pflichtrekrutierung wird ein Mindestalter von 18 Jahren vorgeschrieben. Allerdings lässt es die freiwillige Rekrutierung von Minderjährigen ab 16 Jahren in regulären staatlichen Armeen zu. Das Zusatzprotokoll wurde bisher von 127 Staaten (auch der Schweiz) ratifiziert .

Römer Statut des Internationalen Strafgerichtshofes (1998): Das Römer Statut legt die Grundlage für den Internationalen Strafgerichtshof. Dieser ist für die Strafverfolgung im Falle von Kriegsverbrechen, Genozid, und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuständig. Die Rekrutierung von Kindern unter 15 Jahren in bewaffneten Konflikten gilt als Kriegsverbrechen - sowohl bei zwischenstaatlichen als auch internen Konflikten.

Im März 2006 wurde der kongolesische Rebellenführer Thomas Lubanga als erste Person vom Internationalen Strafgerichtshof verhaftet und für Kriegsverbrechen angeklagt, weil er Kinder unter 15 Jahren zwangsrekrutiert hatte. Am 14. März 2012 wurde er erstinstanzlich zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Ein anderer bekannter Fall betrifft den ehemaligen liberianischen Präsidenten Charles Taylor, der vom Spezialgerichtshof für Sierra Leone unter anderem der Rekrutierung von Kindersoldaten während des Krieges in Sierra Leone schuldig gesprochen wurde.

Eine Zusammenstellung weiterer Abkommen ist zu finden unter: www.child-soldiers.org