Jean-de-Dieu (15): Traum vom besseren Leben

Stand: August 2006
Jean-de-Dieu ist 15 Jahre alt und stammt aus dem Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Er schloss sich 2001 freiwillig der «Union des Patriotes Congolais» (UPC) in Isiro an. Der damals 13-jähri

Jean-de-Dieu ist 15 Jahre alt und stammt aus dem Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Er schloss sich 2001 freiwillig der «Union des Patriotes Congolais» (UPC) in Isiro an. Der damals 13-jährige war eines Tages heimgekommen und hatte das Haus nach einem Überfall der Lendu-Milizen verwüstet und seine Mutter in einer Blutlache liegend vorgefunden. Die Mutter starb später in einem Krankenhaus.

Jean-de-Dieu hat an mehreren Orten gekämpft. Seinen Angaben zufolge hat er in Nyakunde sechs Menschen getötet. «Die Lebensbedingungen waren hart. Wir Kinder kämpften ohne Stiefel, und das Pfeifen der Kugeln und das Dröhnen der schweren Waffen machten uns fast taub. Wir mussten an vorderster Front kämpfen, während die Erwachsenen hinter uns blieben.»

Viele Freunde auf dem Schlachtfeld verloren

Im Jahr 2002 wurde seine Einheit in Songolo an einem Flussufer eingeschlossen und viele seiner Kameraden ertranken bei dem verzweifelten Versuch, durch den Fluss zu schwimmen. Viele weitere - mindestens 40 - wurden erschossen. Er weiss nicht, wie er diese Schlacht überlebt hat. «Vielleicht war es Glück und Gottes Wille», sagt er bewegt.

Jean-de-Dieu ist froh, die bewaffnete Gruppe verlassen zu haben. Zu viele seiner Freunde sind auf dem Schlachtfeld zurückgeblieben. Er bereut, was er in Nyakunde getan hat, wo er auch an Plünderungen beteiligt war.

Jetzt möchte er seine Ausbildung fortsetzen und träumt davon, nach Europa zu gehen. Er möchte ein besseres Leben und hat sich geschworen, nie wieder als Soldat zu kämpfen: «Ich möchte ein normales Leben, wie jeder andere auch, und gut essen».