Stimmen von KindersoldatInnen

Diese Zitate stammen von der Koalition gegen den Einsatz von KindersoldatInnen. Die Originalzitate (in Englisch) sind zu finden auf: www.childsoldiers.org
Afrika Zentralafrika «Ich bereue sehr, was ich getan habe. Ich komme nicht darüber hinweg, dass ich andere Menschen getötet habe. Wenn ich nach Hause zurückkehre, werde ich Riten machen, um mich von m
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Afrika
Zentralafrika

«Ich bereue sehr, was ich getan habe. Ich komme nicht darüber hinweg, dass ich andere Menschen getötet habe. Wenn ich nach Hause zurückkehre, werde ich Riten machen, um mich von meiner Schuld zu reinigen. Ich träume noch immer von dem Jungen aus meinem Dorf, den ich umgebracht habe. Ich sehe ihn in meinen Träumen, er spricht zu mir und sagt mir, dass ich ihn umsonst getötet habe, und ich weine. »

16-jähriges Mädchen nach der Demobilsierung (Quelle: U.S. State Departement Bericht 2005)

Demokratische Republik Kongo

«Als sie in unser Dorf kamen, fragten sie meinen älteren Bruder, ob er bereit sei, der Rebellengruppe beizutreten. Er war erst siebzehn Jahre alt und sagte nein. Daraufhin schossen sie ihm in den Kopf und fragten mich, ob ich bereit sei mitzukommen. Was hätte ich machen sollen – ich wollte nicht sterben»

Ehemaliger Kindersoldat, der mit 13 Jahren rekrutiert wurde (Quelle: BBC)


«Sie gaben mir eine Uniform und sagten mir, dass ich jetzt in der Armee sei. Sie gaben mir sogar einen neuen Namen: 'Pisko'. Sie sagten mir, dass sie zurückkommen und meine Eltern töten würden, wenn ich nicht gehorche.»

Ausschnitt aus einem Interview mit einem ehemaligen Kindersoldaten (2006)


«Ich war neu und konnte die schwierigen Übungen nicht, die wir hätten machen sollen. Deshalb wurde ich jeden Morgen geschlagen. Zwei meiner Freunde starben wegen dieser Schläge. Die Soldaten verscharrten sie in der Latrine. Ich denke noch immer an sie.»

Interview mit einem ehemaligen Kindersoldaten (2002)

Sudan

«Ich trat der SPLA (Sudan's People Liberation Army) bei als ich 13 Jahre alt war. Sie demobilisierten mich 2001 und brachten mich nach Rumbek, doch sie gaben mir keine Bestätigung, dass ich demobilisiert wurde. Nun kann ich nicht mehr weg von hier, weil meine Eltern bei einem Regierungsangriff umgebracht wurden und weil die SPLA mich wieder einziehen will. Manchmal frage ich mich, warum ich nicht zur SPLA zurückkehre. Fast die Hälfte meiner Freunde haben das getan und es geht ihnen besser als mir».

Interview mit einem ehemaligen Kindersoldaten im Südsudan (2004)

Uganda

«Als meine Brüder und ich von der LRA (Lord Resistance Army) gefangen wurden, erzählten sie uns, dass wir nicht alle bei der LRA dienen konnten, weil wir so nicht gut kämpfen würden. Sie ketteten unsere beiden jüngeren Brüder an und zwangen uns, dabei zuzusehen. Dann schlugen sie sie mit  Stöcken, bis einer von ihnen starb. Sie sagten uns, dass uns das Kraft geben würde für den Kampf. Mein jüngster Bruder war damals neun Jahre alt.»

Ehemaliger Kindersoldat, 13-Jährig

Simbabwe

«Niemand bewachte unsere Schlafräume und wir wurden jede Nacht vergewaltigt. Die Männer und Jungen, wenn es schon dunkel war und vergewaltigten uns - sie lagen auf uns, ohne dass wir wussten, wer es war. Wenn wir danach weinten, schlugen sie uns mit einem Gartenschlauch. Wir hatte so grosse Angst, dass wir niemandem von den Vergewaltigungen erzählten. Das jüngste Mädchen in unserer Gruppe war elf Jahre alt und wurde regelmässig vergewaltigt»

19-jähriges Mädchen über ihre Erfahrungen in einem nationalen Militärtrainings-Camp

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Asien / Pazifik
Indien

«Ich musste davonlaufen und mich im Wald vestecken, um zur Untergrundbewegung zu gelangen. Ich war 14, als ich das erste Mal eine Waffe in den Händen hielt. Eigentlich würde ich viel lieber in die Schule gehen, aber meine Familie ist so arm, dass ich kämpfen muss. Nun verdiene ich genügend Geld, um mich selber über Wasser zu halten und kann sogar meine Familie noch etwas Geld schicken.»

16-jähriger Junge im Nordosten Indiens (2004)

Myanmar (Burma)

«...wenn einer von uns versuchte, davonzulaufen, wurde er an den Händen und Füssen mit einem Stock geschlagen und angekettet und wieder und wieder geschlagen und gestossen und schliesslich eingesperrt.»

Kindersoldat, mit 13 Jahren von der Regierungsarmee zwangsrekrutiert wurde (2003)

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Sri Lanka

«Ich rannte davon (zu einer bewaffneten Gruppe), um vor meiner Zwangsheirat zu fliehen.»

Kindersoldatin in Sri Lanka

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Europa
Tschetschenien

«Russland hat uns zu Vieh gemacht. Es treibt unsere Jugend in die Arme des Erstbesten, der vorbeikommt und sagt 'komm mit uns'.»

Mutter eines Kindersoldaten in Tschetschenien

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Lateinamerika
Kolumbien

«Sie geben dir eine Waffe und du musst deinen besten Freund umbringen. Das machen sie um zu sehen, ob sie dir trauen können. Wenn du ihn nicht tötest, befehlen sie deinem Freund, Dich zu töten. Ich musste es tun, sonst wäre ich umgebracht worden. Desshalb verliess ich die Paramilitärs. Ich hielt es nicht länger aus.»

17-jähriger Junge und ehemaliges Strassenkind, der als Kindersoldat bei den Paramilitärs kämpfte. Er trat den bewaffneten Truppen bei, als er sieben Jahre alt war.

 

«Ich ging zur Guerilla, um wegzukommen von meinem Leben ... ich dachte, dass ich dort Geld verdienen würde und unabhängig bin.»

17-jähriges Mädchen, die als Kindersoldatin bei einer Guerilla-Gruppierung in Kolumbien kämpft (2002)

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Naher Osten
Irak

«Ich ging zur Mahd-Armee, um gegen die Amerikaner zu kämpfen. Letzte Nacht habe ich ein Raketengeschoss gegen einen Panzer geworfen.»

12-jähriger Junge in Najaf (2004)

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Israel / Besetzte Gebiete

«Ich wurde am 18. März 2003 festgenommen ... wir kamen in einen sehr kleinen Raum mit elf Leuten ... wir durften die Toilette nur dreimal am Tag zu ganz bestimmten Zeiten benutzen. Einmal pro Woche durften wir für eine halbe Stunde Pause machen. Die Gefängniswärter zwangen uns in die 'shabeh'-Position (Foltermethode): Sie banden unsere Hände und ein Bein hoch und zwangen uns, so die Wand anzustarren.»

15-jähriger Junge, der von Israelischen Truppen gefangengenommen wurde, Rahamllah (2003)