Der Fluch des schwarzen Goldes

In ihrer Gier nach fossilen Energieträgern haben Ölunternehmen in Nigeria die Umweltbelange und Menschenrechte der betroffenen Gemeinschaften regelmässig missachtet. Das schwarze Gold hat bereits Einnahmen in Milliardenhöhe gebracht, trotzdem hat sich die Lebenssituation für die Mehrheit der 30 Millionen BewohnerInnen des Niger-Deltas nicht verbessert. Im Gegenteil, die Armut ist noch grösser geworden.

Ein Bohrlochkopf in der Nähe von Ikot Ada Udo, aus dem regelmässig Öl austritt © Kadir van Lohuizen/NOOR

Die Ölkonzerne haben die Umwelt und damit die traditionellen Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung zerstört. Ihre Aktivitäten heizen regelmässig Konflikte an. Immer wieder werden AktivistInnen Opfer von gewalttätiger Unterdrückung.

Vor 14 Jahren wurden der nigerianische Schriftsteller Ken Saro-Wiwa und acht weitere Ogoni-Aktivisten nach einem unfairen Prozess hingerichtet, weil sie sich gegen die Geschäftspraktiken von Shell zur Wehr gesetzt hatten.

Kein Zugang zu Informationen

Bis heute haben die betroffenen lokalen Gemeinschaften keinen Zugang zu Informationen über die Auswirkungen der Ölförderung auf ihre Lebensweise. Aber die BewohnerInnen des Niger-Deltas haben sowohl das Recht auf eine saubere Umwelt als auch das Recht auf Zugang zur Justiz, damit sie für das erlittene Unrecht entschädigt werden können.

Eine saubere Umwelt ist ein Menschenrecht

Amnesty International fordert die nigerianische Regierung auf, die Aktivitäten der Unternehmen gesetzlich zu regeln. Die Unternehmen müssen über ihre Aktivitäten Rechenschaft ablegen und offen und regelmässig über deren Auswirkungen informieren. Zusätzlich muss das verschmutzte Gelände umgehend und in Absprache mit den betroffenen Gemeinschaften gesäubert werden.

Amnesty International fordert von den Ölunternehmen, insbesondere von Shell als einem der wichtigsten Ölförderer in dieser Region, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die verschmutzten Gebiete zu säubern. Shell hat einen Verhaltenskodex in Sachen Menschenrechte erstellt und beteiligt sich an verschiedenen freiwilligen Initiativen in diesem Bereich. Aber Versprechen alleine genügen nicht. Es ist Zeit zum Handeln.