Zögerlich, aber konkret - Shell ergreift Massnahmen

8. Juni 2010
Am 18. Mai 2010 wurden Peter Voser, dem CEO von Shell, 175'000 Unterschriften übergeben mit der Forderung die zerstörerischen Auswirkungen der Ölindustrie auf Menschenrechte und Umwelt in Nigeria anzugehen. Die Aktion bezieht sich auf den Bericht «Erdöl, Armut und Umweltzerstörung im Nigerdelta», den Amnesty International vor knapp einem Jahr veröffentlicht hat. Jetzt hat das Unternehmen versprochen, zentrale Informationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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Ein wichtiges Ziel der Kampagne war, dass die Erdölfirmen transparenter kommunizieren und Informationen über die Auswirkungen ihrer Aktivitäten im Nigerdelta veröffentlichen. Im Juli 2009 haben Amnesty International und acht nigerianische NGOs Peter Voser, den CEO von Shell, erneut aufgerufen, die Untersuchungen über die Auswirkungen auf die Umwelt und Informationen über das ausgelaufene Öl der letzten Jahrzehnte herauszugeben.

Im Laufe des Jahres hat sich Amnesty International mehrere Male mit VertreterInnen von Shell getroffen. Am 18. Mai hat der Geschäftsführer von Amnesty Holland an der jährlichen Generalversammlung von Shell gesprochen. Wir begrüssen die Ankündigung von Shell, Informationen herauszugeben. Peter Voser hat insbesondere versprochen, die bislang geheim gehaltene Studie Niger Delta Environment Survey über den Zustand der Umwelt im Nigerdelta zu veröffentlichen, welche in den 90er Jahren von Shell in Auftrag gegeben wurde.
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Diese Resultate sind vor allem einer starken internationalen Mobilisierung zu verdanken: Amnesty International hat Peter Voser an der Generalversammlung von Shell vom 18. Mai 175'000 Unterschriften übergeben, welche unsere Forderungen unterstützen. Ausserdem sind mehrere tausend Postkarten direkt an die nigerianische Regierung und an Peter Voser verschickt worden. Es fanden zahlreiche Aktionen statt: Putzaktionen an Shell-Tankstellen in Frankreich, Holland, Grossbritannien und in Belgien, eine Jugendaktionskarawane in der Schweiz, und eine durch die Yes Men in Holland inszenierten Entschuldigungs-Kampagne von Shell siehe youtube.com.
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Amnesty International setzt die Arbeit für die Rechte der Bevölkerung im Nigerdelta fort und fordert die nigerianische Regierung und Shell weiterhin auf, transparent zu handeln, alle Informationen über die Auswirkungen der Ölindustrie im Nigerdelta zu veröffentlichen und die verschmutzen Gebiete zu reinigen.

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