Was die Konzerne uns verschweigen Was die Konzerne uns verschweigen
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Alles über die «Konzernverantwortungs-Initiative» Wer was wann und vor allem: warum

Kinderarbeit auf Kakaoplantagen, unmenschliche Arbeitsbedingungen in Textilfabriken, Umweltverschmutzung beim Rohstoffabbau – auch Schweizer Unternehmen sind in solche Menschenrechtsverletzungen verstrickt. Die Konzernverantwortungsinitiative will in der Schweizer Verfassung eine Sorgfaltspflicht verankern, damit Schweizer Konzerne gesetzlich verpflichtet sind, Menschenrechte und Umwelt überall auf der Welt zu respektieren.

Gemeinsam können wir es schaffen, ein wichtiges politisches Zeichen zu setzen – für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen durch Schweizer Konzerne weltweit. Gemäss einer Studie der Universität Maastricht, die 1877 Vorwürfe untersuchte, befindet sich die Schweiz unter den Top 10 der Länder, denen am meisten Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen vorgeworfen werden. (1)

Die Forderungen der Initiative

Im 2015 hat nun eine grosse Koalition von mittlerweile über 100 Schweizer Organisationen entschieden, die Konzernverantwortungsinitiative zu lancieren: Ziel der Initiative ist es, verbindliche Regeln für Konzerne zum Schutz von Mensch und Umwelt zu schaffen – auch bei Auslandstätigkeiten. Dadurch wird im wirtschaftlichen Wettbewerb auch mehr Fairness geschaffen. Denn ein grosser Teil der Schweizer Unternehmen handelt schon heute vorbildlich und soll gegenüber skrupellosen Konkurrenten nicht länger benachteiligt bleiben.

Der Bundesrat betont, dass multinationale Unternehmen Menschenrechte und Umweltstandards einhalten müssen, doch er setzt lediglich auf freiwillige Massnahmen. Wie die Skandale der letzten Jahre beweisen, reicht Freiwilligkeit nicht aus. Der Initiativtext sieht deshalb vor, dass für Unternehmen neu eine Sorgfaltsprüfungspflicht eingeführt wird. Das bedeutet: Alle Konzerne müssen überprüfen, ob durch Tätigkeiten im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards verletzt werden, entsprechend handeln und darüber berichten.

Missachten die Konzerne ihre Sorgfaltsprüfungspflicht, können sie in der Schweiz für ihre schädlichen Handlungen eingeklagt werden. Aufgrund drohender Kosten und eines möglichen Imageverlusts werden die meisten Konzerne von sich aus die notwendigen Massnahmen ergreifen und ihre Verantwortung global wahrnehmen.

Argumente für die Kovi

Lesen Sie knapp und verständlich zusammengefasst, weshalb diese Initiative unbedingt mit einem JA unterstützt werden muss.

Das spricht für die Initiative

Antworten auf die häufigsten Fragen zur Initiative (PDF)


Die Initiantinnen und Initianten

Die Konzernverantwortungsinitiative wird von einem beispiellos breiten Verein getragen. Er besteht aus 106 Hilfswerken, Frauen-, Menschenrechts- und Umweltorganisationen, kirchlichen und gewerkschaftlichen Vereinigungen sowie Aktionärsverbänden. Die Schweizer Sektion von Amnesty International ist seit Lancierung der Initiative aktiv dabei.

Übersicht über sämtliche Träger- und Mitgliedsorganisationen der Initiative

 

 

 

1 Menno T. Kamminga, Utrecht University, Company Responses to Human Rights Reports: An Empirical Analysis, 2015