Flüchtlingscamp auf Nauru, einem Inselstaat mit etwa 10'000 EinwohnerInnen und rund 1000 Flüchtlingen, die Australien hierhin abgeschoben hat. © Privat / Amnesty International
Flüchtlingscamp auf Nauru, einem Inselstaat mit etwa 10'000 EinwohnerInnen und rund 1000 Flüchtlingen, die Australien hierhin abgeschoben hat. © Privat / Amnesty International

Unternehmensverantwortung Nauru: Missbrauch von Flüchtlingen durch Ferrovial

15. Mai 2017
Für über 1000 Flüchtlinge und Asylsuchende ist Nauru eine Insel der Verzweiflung. Sie wurden dorthin deportiert weil sie in Australien Sicherheit suchten. Aber für den spanischen Multi Ferrovial ist Nauru eine Schatzinsel, aus der es Millionen von Dollars holt.

Die australische Regierung unternimmt alles, um so viele Menschen wie möglich davon abzuhalten, in Australien Asyl zu suchen. So wurden Offshore-Zentren auf den Inseln Nauru und Manus in Papua-Neuguinea eingerichtet, auf welche sämtliche Boots-Flüchtlinge transferiert werden. Es sind Open-Air-Gefängnisse, in welchen die Lebensbedingungen bewusst schlecht bleiben.

Das System, welches Australien auf Nauru für Flüchtlinge und Asylsuchende entwickelt hat – einschliesslich Kinder – beinhaltet absichtliche Grausamkeiten und Folter. Demütigungen, Vernachlässigungen und Missbräuche, sind an der Tagesordnung, was zu einer schlechten physischen und psychischen Verfassung bei den Betroffenen führt.

Das Unternehmen soll seine Operationen auf Nauru und Manus schnellstmöglich stoppen, unterstützen Sie den Appell (auf Englisch) an Ferrovial!

(Übersetzung des Brieftextes unten)

Das Leiden der Flüchtlinge wird durch die Tatsache verschlimmert, dass diese Menschen auf der Insel gefangen sind. Selbst wenn sie offiziell als Flüchtlinge anerkannt wurden, können sie sie nicht verlassen. Sie haben keine Ahnung, ob oder wann Australien oder Nauru ihnen erlauben wird, die Insel zu verlassen.

«Die Leute hier haben kein echtes Leben. Wir überleben nur. Wir sind tote Seelen in lebendigen Körpern. Wir sind nur Schalen. Wir haben keine Hoffnung oder Motivation.»
Eine auf Nauru festsitzende Frau

Das Unternehmen Ferrovial ist der alleinige Anteilseigner von Broadspectrum, der australischen Firma, welche die Flüchtlingszentren auf Nauru und Manus Island betreibt und dieses System des Missbrauchs ermöglicht. Die australische Politik der sogenannten «offshore»-Unterbringung von Asylsuchenden nach Nauru funktioniert nur dank diesem Deal mit Ferrovial / Broadspectrum, resp. dern Sub-Unternehmen. Sie sind damit nicht nur zuständig für die Versorgung der  Flüchtlinge mit Nahrung, KIeidung und weitere nProdukten des täglichen Bedarfs , sondern auch für die Bewältigung von Problemen mit den BewohnerInnen der Zentren wie auch deren Überwachung. Ferrovial verdient Millionen von Dollar - während es die schrecklichen Bedingungen genau kennt, unter denen Flüchtlinge und Asylsuchende auf der Insel leben.

Als Ferrovial Broadspectrum kaufte, wusste es von den grausamen Bedingungen der Flüchtlinge und Asylsuchenden auf Nauru. Nun erzielt Ferrovial einen gewichtigen Gewinn aus Broadspectrums

 


Kein Unternehmen sollte bei Folter oder Missbrauch mitschuldig sein oder davon profitieren.
Schreiben Sie Ferrovial jetzt eine E-Mail und fordern Sie, dass es seine Operationen auf Nauru und Manus Island so schnell wie möglich einstellt.


 

Übersetzung des Brieftextes:

Ich schreibe Ihnen, um meine Besorgnis über die Beteiligung der Firma Ferrovial beim Missbrauch von Flüchtlingen und Asylsuchenden auf Nauru auszudrücken.

Australiens Praxis der Offshore-Bearbeitung von Asylanträgen auf Nauru und Manus Island verletzt die Rechte von Flüchtlingen und Asylsuchenden bewusst und systematisch. Amnesty International ist der Auffassung, dass das System der Folter nahe kommt.

Als Ferrovial Broadspectrum kaufte, wusste es von den grausamen Bedingungen der Flüchtlinge und Asylsuchenden auf Nauru. Nun erzielt Ferrovial einen gewichtigen Gewinn aus Broadspectrums Tätigkeiten auf Nauru. Es ist damit verantwortlich für die Handlungen von Broadspectrum auf Nauru und trägt zur Fortsetzung einer missbräuchlichen Situation bei. Infolgedessen ist Ferrovial Komplize bei den Menschenrechtsverletzungen der australischen Regierung an Flüchtlingen und Asylsuchenden.

Unternehmen stehen in der Verantwortung, Menschenrechtsverletzungen in ihrem Betrieb zu vermeiden und sie nicht zu verursachen oder zu ihnen beizutragen. Die UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte machen deutlich, dass Unternehmen eine Sorgfaltspflicht haben. Um ihre Auswirkungen auf die Menschenrechte festzustellen, sollten sie dahin gehend ermitteln, verhüten, präventive Massnahmen treffen sowie Rechenschaft über die getroffenen Massnahmen ablegen.
Ferrovial hat seine Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte hier nicht erfüllt. Das Unternehmen hat vor dem Erwerb von Broadspectrum im Jahr 2016 keine Sorgfaltsprüfung durchgeführt. Wäre das passiert, hätte es festgestellt, dass es ernste Risiken gab, mit der Übernahme Menschenrechtsverletzungen zu unterstützen und von ihnen zu profitieren.

Ferrovial, als derzeitig einziger Anteilseigner von Broadspectrum, ist verantwortlich für den fortlaufenden Betrieb des Flüchtlingslagers von Broadspectrum auf Nauru. Deshalb bitte ich Sie, so bald wie möglich Ihre Operationen auf Nauru und Manus zu beenden.

Mit freundlichen Grüssen

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