Klimaaktivistin Greta Thunberg bei einer Demonstration in Paris, an welcher Sofortmassnahmen gegen den Klimawandel gefordert wurden. © REUTERS/Philippe Wojazer
Klimaaktivistin Greta Thunberg bei einer Demonstration in Paris, an welcher Sofortmassnahmen gegen den Klimawandel gefordert wurden. © REUTERS/Philippe Wojazer

Ambassador of Conscience Award Höchste Amnesty-Auszeichnung an Greta Thunberg und Fridays for Future

7. Juni 2019
Amnesty International ehrt die Klimaakvistin Greta Thunberg und die SchülerInnenbewegung Fridays for Future mit dem Ambassador of Conscience Award 2019.

«Der Ambassador of Conscience Award ist die höchste von Amnesty International verliehene Auszeichnung und ehrt diejenigen, die mutig eine führende Rolle beim Einsatz für die Menschenrechte einnehmen. Ich kann mir in diesem Jahr keine besseren Preisträger und Preisträgerinnen vorstellen als Greta Thunberg und die Schulstreikbewegung Fridays for Future», erklärte Kumi Naidoo, der internationale Generalsekretär von Amnesty International.

«Ich kann mir keine besseren Preisträger und Preisträgerinnen vorstellen.» Kumi Naidoo, Generalsekretär von Amnesty International.

«Wir sind begeistert und inspiriert von der Entschlossenheit, mit der diese jungen Aktivistinnen und Aktivisten auf der ganzen Welt uns auffordern, uns der Realität der Klimakrise zu stellen. Jeder junge Mensch, der sich an den Fridays for Future-Demonstrationen beteiligt, zeigt uns, was es bedeutet, seinem Gewissen zu folgen. Sie erinnern uns daran, dass wir mehr Macht haben, als wir glauben, und dass wir alle eine Rolle übernehmen müssen, wenn es darum geht, im Kontext der Klimakatastrophe die Menschenrechte zu schützen.»

Die Auszeichnung «Ambassador of Conscience» (Botschafter des Gewissens) wurde 2002 zum ersten Mal vergeben und ehrt Einzelpersonen und Gruppen, die die Sache der Menschenrechte durch bewusste Taten voranbringen und dabei Unrecht aufzeigen und ihr Können einsetzen, um andere zu inspirieren. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem folgende Personen und Bewegungen mit dem Ambassador of Conscience Award ausgezeichnet: Nelson Mandela, Malala Yousafzai mit Harry Belafonte, Ai Weiwei und Joan Baez, die Bewegung für die Rechte der indigenen Bevölkerung Kanadas und Alicia Keys und Colin Kaepernick.

Eine Jugendbewegung will die Welt verändern

«Es ist eine enorme Ehre die Auszeichnung „Ambassador of Conscience“ für die Bewegung Fridays for Future entgegen zu nehmen», sagte Greta Thunberg. «Es ist nicht meine Auszeichnung, sondern sie ist für alle. Es ist einfach toll zu sehen, wie viel Zuspruch wir bekommen, und zu wissen, dass wir für etwas kämpfen, das einen Effekt hat.»

«Deiner Überzeugung und deinem Gewissen zu folgen, heisst, für etwas zu kämpfen, das du für richtig hältst.» Greta Thunberg

«Deiner Überzeugung und deinem Gewissen zu folgen, heisst, für etwas zu kämpfen, das du für richtig hältst», so Greta Thunberg weiter. «Ich glaube, dass alle, die sich an dieser Bewegung beteiligen, damit ihrer Pflicht nachkommen, zu versuchen, die Welt zu verändern. Die eklatante Ungerechtigkeit, gegen die wir alle kämpfen müssen, zeigt sich darin, dass die Menschen im globalen Süden die Auswirkungen des Klimawandels am meisten spüren werden, obwohl sie diejenigen sind, die ihn am wenigsten verursachen.»

Die Klimakrise ist auch eine Menschenrechtskrise

Wenn es um die Klimakrise geht, stehen in der Regel ihre Auswirkungen auf die Umwelt im Vordergrund. Doch ihre verheerenden Folgen für die Menschen – sowohl heute als auch in Zukunft – machen sie auch zu einem dringlichen Menschenrechtsthema. Der Klimawandel verschärft bereits bestehende soziale Ungleichheiten weiter. Seine Auswirkungen werden mit der Zeit immer deutlicher und massiver werden – was sowohl für heutige als auch zukünftige Generationen desaströse Folgen hat.

Laut Amnesty International könnte das Versäumnis der Regierungen, etwas gegen den Klimawandel zu tun, durchaus die grösste generationsübergreifende Menschenrechtsverletzung der Geschichte sein.

«Die Menschenrechte und die Klimakrise gehen Hand in Hand. Wir können die eine Krise nicht lösen, ohne die andere mitzudenken.» Greta Thunberg

«Die Menschenrechte und die Klimakrise gehen Hand in Hand. Wir können die eine Krise nicht lösen, ohne die andere mitzudenken. Der Klimawandel bedeutet, dass die Menschen keine Nahrungsmittel mehr anbauen können, dass ihr Wohnraum gefährdet ist und ihre Gesundheit leidet. Die Regierungen haben die Pflicht, uns zu schützen. Warum tun sie also nichts, um zu verhindern, dass der Klimawandel unser Leben zerstört?», sagte Greta Thunberg.

«Junge Leute bekommen oft zu hören, dass sie die Führungskräfte von morgen sind. Ich freue mich sehr, dass Greta Thunberg und die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future diesen Spruch ignorieren. Denn wenn sie bis morgen warten würden, dann gäbe es für niemanden mehr von uns eine Zukunft. Sie haben bewiesen, dass sie bereits heute ganz vorne stehen – und jetzt ist es an der Zeit für uns Erwachsene, ihrem Beispiel zu folgen», meinte Kumi Naidoo.