Zum 60-Jahr-Jubiläum erzählt Amnesty International Erfolgsgeschichten der Menschenrechte.
Zum 60-Jahr-Jubiläum erzählt Amnesty International Erfolgsgeschichten der Menschenrechte.

Spreading Hope since 1961 Amnesty International schreibt Erfolgsgeschichten seit 60 Jahren

Medienmitteilung 28. Mai 2021, London/Bern – Medienkontakt
Vor genau 60 Jahren war die Geburtsstunde von Amnesty International. Der Rechtsanwalt Peter Benenson hatte die Vision, dass gewöhnliche Menschen zusammen die Welt verbessern können. Heute ist Amnesty eine globale Menschenrechtsbewegung, die sich mit mehr als zehn Millionen Unterstützer*innen für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit einsetzt. Amnesty Schweiz erzählt mit der Jubiläumskampagne «Spreading Hope since 1961» jüngste Erfolgsgeschichten der Menschenrechtsorganisation im Kampf für die Freiheitsrechte.

«Sie können Ihre Zeitung an jedem x-beliebigen Tag der Woche aufschlagen, und Sie werden in ihr einen Bericht über jemanden finden, der inhaftiert, gefoltert oder hingerichtet wird, weil seine Ansichten oder Religion seiner Regierung nicht gefallen. Der Zeitungsleser empfindet eine krankmachende Hilflosigkeit. Wenn jedoch diese Empörung überall auf der Welt zu gemeinsamen Aktionen führen könnte, wäre es möglich, etwas Wirkungsvolles zu tun.»     Peter Benenson

Verletzt ein Regenbogen im Heiligenschein der Jungfrau Maria «religiöse Gefühle»? Drei polnische Menschenrechtsverteidigerinnen, Elžbieta, Anna und Joanna, wurden wegen dieser Protestaktion gegen LGBTI*-Diskriminierung von den polnischen Behörden angeklagt. Mehr als 180000 Menschen weltweit setzten sich gemeinsam mit Amnesty International für einen Freispruch der Aktivistinnen ein. Der Druck wirkte: Im März 2021 wurden die LGBTI*-Aktivistinnen in erster Instanz freigesprochen. Der Freispruch war eine grosse Erleichterung, doch leider währte die Freude nicht lange: Die Behörden legten im Mai Berufung ein. Den Aktivist*innen droht weiterhin eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren, weil sie Poster der Jungfrau Maria mit Regenbogen-Heiligenschein verteilt hatten. Das Recht auf freie Meinungsäusserung darf nicht mit konstruierten und rechtlich unhaltbaren Anklagen torpediert werden. Elžbieta, Anna und Joanna sind vorerst frei. Viele andere noch nicht.

«Es braucht einen langen Atem und den Glauben an die Kraft der Menschlichkeit, um etwas zu verändern.»
Alexandra Karle, Geschäftsleiterin von Amnesty Schweiz

«Es braucht einen langen Atem und den Glauben an die Kraft der Menschlichkeit, um etwas zu verändern. Mit der neuen Kampagne «Spreading Hope since 1961» anlässlich des Geburtstags von Amnesty International erzählt die Schweizer Sektion Erfolgsgeschichten der Menschenrechte – wie diese von Elžbieta, Anna und Joanna. Wir wollen damit Menschen motivieren, diese Geschichten von Hoffnung und Freiheit gemeinsam mit uns weiterzuschreiben!», sagt Alexandra Karle, Geschäftsleiterin von Amnesty Schweiz.

Die Ursprünge von Amnesty International

Am Anfang standen laut Überlieferung zwei portugiesische Studenten, die in Lissabon in einem Café auf die Freiheit angestossen haben und dafür ins Gefängnis mussten. Als der Londoner Rechtsanwalt Peter Benenson dies hörte, war er so empört, dass er einen langen Artikel mit dem Titel «The Forgotten Prisoners» in der britischen Zeitung «The Observer» am 28. Mai 1961 – heute vor 60 Jahren – veröffentlichte. Darin machte Benenson auf das Schicksal von Gefangenen aufmerksam, die wegen ihrer politischen Einstellung inhaftiert, gefoltert und ermordet wurden. Der Anwalt rief die Leser*innen dazu auf, sich in Briefen an die Regierungen für diese Menschen einzusetzen. Damit war Amnesty International geboren.

Die Befreiung von Gewissensgefangenen war zu Beginn das Hauptanliegen der Menschenrechtsorganisation – Tausende von Menschen, die zu Unrecht inhaftiert waren, kamen massgeblich dank der Arbeit von Amnesty International in den folgenden Jahrzehnten frei. Amnesty International weitete ihr Tätigkeitsfeld zudem kurz nach der Gründung aus und begann, sich auch gegen Folter, gegen das «Verschwindenlassen» von Menschen und gegen die Todesstrafe einzusetzen. Im Jahr 1977 erhielt Amnesty International den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz gegen Gewalt, Folter und Terrorismus. Durch den unermüdlichen Einsatz von Amnesty-Unterstützer*innen verabschiedet die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1984 die Antifolterkonvention, ein historisches Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe.

Geblieben ist die Vision einer Welt, in der alle Menschen ihre Rechte wahrnehmen können.

Viele weitere Themen kamen im Lauf der Jahre hinzu, globale politische Veränderungen und der gesellschaftliche Wandel stellten die Organisation vor immer neue Herausforderungen. Geblieben ist die Vision einer Welt, in der alle Menschen ihre Rechte wahrnehmen können, und der Grundgedanke, dass viele Menschen gemeinsam etwas bewirken können.

Eine Bewegung von über 10 Millionen Menschen

«Heute engagieren sich über 10 Millionen Menschen in mehr als 150 Ländern mit Amnesty International für die Menschenrechte. Die Kampagne «Spreading Hope since 1961» stellt jene Menschen ins Zentrum, für die wir uns einsetzen. Sie wird Erfolge für die Menschenrechte aufzeigen, Menschenrechtsaktivist*innen in den Vordergrund rücken und Menschen Hoffnung geben, welche gemeinsam mit Amnesty für eine fairere Welt weiterkämpfen», sagt Alexandra Karle.

Hier geht es zu der ersten Erfolgsgeschichte der drei mutigen Polinnen – multimedial aufbereitet, emotional und mit der Möglichkeit, als Aktivist*in oder Spender*in die Arbeit von Amnesty zu unterstützen. 

«Amnesty International kämpft immer noch für eine Welt, in der die Menschenrechte für alle gelten – und wir werden nicht ruhen, bis wir dieses Ziel erreicht haben!», sagt Alexandra Karle.

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