Vielen Dank für Ihre Unterstützung im 2017! Vielen Dank für Ihre Unterstützung im 2017!

Amnesty-Erfolge der vergangenen 12 Monate Veränderung ist möglich!

Dezember 2017
Wenn sich Menschen zusammentun und gemeinsam aktiv werden, können sie viel erreichen. Hier eine Zusammenstellung der schönsten Momente des Jahres 2017, die nur dank des Einsatzes von Millionen Aktivistinnen und Unterstützern von Amnesty International möglich wurden.

Ob Sie gemeinsam mit anderen Briefe zur Unterstützung von Gewissensgefangenen schreiben, an Kampagnen für mehr Unternehmensverantwortung teilnehmen, Flüchtlinge in Ihren Wohnungen aufnehmen oder sich für gerechtere Gesetze stark machen: Jeder Einsatz zeigt, dass Veränderung möglich ist.

Januar

Oppositionsführer frei

Amadou Sanneh, Malang Fatty und dessen Bruder Alhagie Sambou Fatty – alle drei Mitglieder der Opposition in Gambia – wurden endlich freigelassen, nach mehr als drei Jahren intensiver Kampagnenarbeit durch Amnesty UnterstützerInnen. «Die Arbeit von Amnesty hat Wirkung gezeigt», sagte Amadou Sanneh. «Ohne Amnestys Unterstützung wäre es schlimmer geworden... Ich bin sehr dankbar für die Hilfe.  Alle Menschen im Gefängnis schätzen die Arbeit von Amnesty sehr.»

Amadou Sanneh © Amnesty International «Die Arbeit von Amnesty International hat Wirkung!» sagt Amadou Sanneh.

 

Auszeichnung für digitale Berichterstattung

Auf der Grundlage von Berichten ehemaliger Häftlinge vermittelte eine interaktive digitale Dokumentation über das berüchtigte Militärgefängnis Saydnaya einen Eindruck von den Gräueln in der syrischen Haftanstalt, in welcher hunderte Gefangene auf immer «verschwunden» sind. Amnesty International und die Recherche-Agentur Forensic Architecture wurden mit dem begehrten Peabody-Facebook-Award für herausragende Leistungen im Bereich Digital Reporting ausgezeichnet. Die Dokumentation fand ein breites Echo in den Medien.

Ein Artikel im Amnesty-Magazin vom Mai 2017 beschreibt, wie das Researcher-Team zu unzugänglichen Ländern wie Syrien arbeitet.

Februar

Journalist nach 17 Jahren Haft frei

Seit dem 22. Februar ist Muhammad Bekzhanov nach 17 Jahren Haft in einem usbekischen Gefängnis wieder frei. Er gehörte zu den am längsten inhaftierten Journalisten der Welt. Bekzhanov wurde 1999 ins Gefängnis gesteckt, nachdem man ihn unter Folter gezwungen hatte, staatsfeindliche Straftaten zu «gestehen». Hunderttausende Menschen weltweit setzten sich für seine Freilassung ein. Dieser Druck aus der ganzen Welt hat dazu geführt, dass Muhammad Bekzhanov endlich wieder bei seiner Familie sein kann.

 

UNHCR/B. Heger © UNHCR / B. Heger
Schliessung des Flüchtlingslagers Dadaab verhindert

Als die kenianische Regierung ihre Absicht bekanntgab, das riesige Flüchtlingslager zu schliessen, forderten Amnesty AktivistInnen die Regierung auf, davon abzusehen. In diesem Lager lebten zeitweise mehr als eine halbe Million Flüchtlinge, mehrheitlich Somalierinnen und Somalier. Die erzwungene Rückkehr der somalischen Flüchtlinge hätte diese in Gefahr gebracht: In Somalia drohen Überfälle und Zwangsrekrutierungen durch die islamistische al-Shabaab, ausserdem fehlen in dem Land eine funktionierende Gesundheitsversorgung, Arbeit und Lebensmittelsicherheit. Nachdem Amnesty zwei kenianische Nichtregierungsorganisationen bei einer Klage unterstützte, blockierte das oberste Gericht die Schliessung des Camps und bezog sich im Urteil sogar auf einen Amnesty-Bericht.
Bilder aus dem Flüchtlingslager Dadaab

März

Argentinien entscheidet, dass Fehlgeburten nicht strafbar sind

Nachdem die 27-jährige Belén in einem öffentlichen Krankenhaus in Argentinien eine Fehlgeburt erlitten hatte, wurde sie unter dem drakonischen Anti-Abtreibungsgesetz zu einer achtjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Sie legte am Obersten Gericht Berufung ein und wurde dabei von Amnesty International und anderen AkteurInnen im Rahmen einer grossangelegten Kampagne unterstützt. Daraufhin wurde Belén freigesprochen. Dies bedeutet einen grossen Schritt für die Wahrung der Menschenrechte in Argentinien.

 

April

Schnelle Unterstützungsaktionen retten im Iran und den USA Leben

Mindestens zwei Menschenleben wurden im Iran dank tausender Tweets und Beschwerdebriefe an die iranischen Behörden gerettet. Im Februar konnte Hamid Ahmadis drohende Hinrichtung in letzter Sekunde abgewendet werden und im April wurde auch Salar Shadizadis Exekution gestoppt. Die beiden jungen Männer waren wegen Straftaten zum Tode verurteilt worden, die sie im Alter von nur 17 bzw. 15 Jahren begangen hatten. Ebenso gaben die US-amerikanischen Behörden auf Druck von Amnesty-UnterstützerInnen hin nach und hoben die Todesstrafe für den ukrainischen Staatsbürger Ivan Teleguz nur fünf Tage vor dessen geplanter Hinrichtung auf.

Apple veröffentlicht als erste Firma ihre Kobalt-Zulieferkette

Hunderttausende Menschen weltweit verlangten von Apple, Samsung, Huawei und weiteren Mobiltelefon-Herstellern eine Überprüfung ihrer Zulieferer auf den Einsatz von Kinderarbeit in der Produktionskette. In Briefen, Tweets, Appellen und öffentlichen Protesten forderten sie die Konzerne auf, sicherzustellen, dass ihre Kobalt-Zulieferer bei der Produktion keine Menschenrechte verletzen. Als erstes Unternehmen veröffentlichte Apple gemäss internationalen Standards eine Liste all seiner Kobalt-Zulieferer.

Apple-Aktion in Madrid Amnesty-AktivistInnen veranstalten am Tag der Kinderrechte 2016 eine öffentliche Aktion vor dem Apple-Store in Madrid und fordern vom Unternehmen, die Lieferketten zu untersuchen und etwas gegen Kinderarbeit zu unternehmen. © Eduardo Relero

In Irland rückt Reform des Abtreibungsrechts näher

Im April stimmten die Iren mit einer grossen Mehrheit dafür, dass es in naher Zukunft eine sichere Möglichkeit für Frauen geben muss, eine Schwangerschaft unter bestimmten Umständen abbrechen zu können. Hunderttausende Menschen hatten sich weltweit an der Amnesty-Kampagne "She is #notacriminal " beteiligt. Damit wurde ein Ende der Kriminalisierung von Personen in Irland gefordert, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen oder diesen durchführen lassen. Im April stimmten dann zwei Drittel der Bürgerversammlung – einem von der Regierung eingesetzten repräsentativen Forum aus 99 per Los ausgewählten Bürgern und Bürgerinnen – für das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch  auf Antrag. Die Empfehlungen der Versammlung zur Abtreibungsreform werden dem Parlament vorgelegt. Das Abstimmungsergebnis deckt sich mit einer kürzlich von Amnesty International in Auftrag gegebenen Umfrage, wonach 80 Prozent der irischen Bevölkerung dafür sind, dass die Gesundheit der Frauen bei einer Reform  des irischen Abtreibungsgesetzes im Mittelpunkt stehen muss. 

Mai

Chelsea Manning kommt frei

Chelsea Manning wurde am 17. Mai freigelassen, nachdem ihre 35-jährige Freiheitsstrafe wegen Offenlegung geheimer Informationen vom scheidenden US-Präsidenten Barack Obama im Januar drastisch verkürzt worden war. Mehr als 250'000 Menschen schickten im Rahmen des Amnesty-Briefmarathons 2015 Briefe, in denen sie ihre Freilassung forderten. In einem Brief an Amnesty schrieb Chelsea Manning: «Ich unterstütze eure Arbeit, mit der ihr Menschen beschützt, deren Recht auf Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrheit und Würde verletzt wird.»

Peru trifft historische Entscheidung in Prozess gegen UmweltschützerInnen
Máxima Acuña beim Auspacken der Solidaritätsbotschaften aus der ganzen Welt, die sie gleich kistenweise erhielt. © Amnesty International Máxima Acuña beim Auspacken der Solidaritätsbotschaften aus der ganzen Welt, die sie gleich kistenweise erhielt. © Amnesty International

 

«Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich nicht allein bin. Ich werde von so vielen Menschen weltweit unterstützt.»Máxima Acuña

Einen vielbeachteten Sieg konnten peruanische UmweltschützerInnen im Fall der Menschenrechtsaktivistin Máxima Acuña Atalaya verbuchen. Vor fast fünf Jahren verklagten die Betreiber der Yanacocha Goldmine die Familie Acuña wegen widerrechtlicher Aneignung eines Grundstückes. Das Oberste Gericht in Peru erklärte nun die Anschuldigungen für haltlos. Im Vorfeld der Entscheidung wurden mehr als 150'000 Solidaritätsbekundungen von Amnesty-UnterstützerInnen gesammelt. Unsere MitarbeiterInnen überreichten Máxima die Briefe persönlich in ihrem Haus in den peruanischen Bergen. Máxima Acuña Atalaya dankt Amnesty International:  «Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich nicht allein bin. Ich werde von so vielen Menschen weltweit unterstützt, aus vielen verschiedenen Ländern. (…) Ich verteidige das Land und das Wasser, denn ohne sie gibt es kein Leben. Ich habe keine Angst vor der Macht der Konzerne. Ich werde weiterkämpfen.»  

Juni

Drei chinesische Arbeitsrechtsaktivisten auf Bewährung freigelassen

Hua Haifeng, Li Zhao und Su Heng wurden mit Bewährungsstrafen auf freien Fuss gesetzt. Sie waren festgenommen worden, weil sie Untersuchungen zu den Arbeitsbedingungen in Schuhfabriken in Huajian angestellt hatten. Hua Haifeng drückt seine grosse Dankbarkeit aus: «Ich danke meinen Kollegen bei Amnesty International für ihre Unterstützung während meiner Haft. Durch eure Hilfe konnte meine Familie in meinem Fall entschlossener vorgehen. Danke!»

Juli

242443_Abortion-Demonstration-in-Chile.jpg Amnesty International-Aktivistinnen an einer Demonstration in Santiago de Chile Ende Juli 2017. © Mario Bernetti/AFP/Getty Images
Bahnbrechender Sieg für Frauenrechte in Chile

Die Entkriminalisierung von Abtreibung unter bestimmten Umständen ist ein Erfolg für den Schutz von Frauen und Mädchen überall in Chile. Mit dieser Entscheidung erklärt Chiles Verfassung Abtreibungen für zulässig, wenn eine Schwangerschaft das Ergebnis einer Vergewaltigung oder von Inzest ist, wenn das Leben der schwangeren Frau in Gefahr ist oder wenn feststeht, dass das Kind mit schwersten Behinderungen geboren wird. «Dieser Sieg ist dem Einsatz von Millionen von Frauen überall in Amerika zu verdanken», so Erika Guevara, Amerika-Direktorin von Amnesty International.

Amnesty-Bericht zwingt Multis zu Verbesserungen

ArbeiterInnen der Palmöl-Produzentin Wilma berichten, dass sich ihre Arbeitsbedingungen verbessert hätten: sie bekämen inzwischen einen Tageslohn ausbezahlt, der nicht an Ernteziele geknüpft sei. Zudem seien die Löhne erhöht worden. Auslöser war die Veröffentlichung des Amnesty Berichts «The great palm oil scandal. Labour abuses behind big brand names» (Der Palmöl-Skandal: Hinter Weltmarken steht die Ausbeutung von Arbeiterinnen und Arbeitern) über Menschenrechtsverstösse auf Palmöl-Plantagen in Indonesien. Diese ging einher mit einer Aktionswoche und richtete sich an die Abnehmer der Firma, wie Colgate-Palmolive, Kellogg’s, Nestlé, Procter & Gamble und Unilever. 

 Video zur Palmölkampagne, das die KonsumentInnen darüber informiert, in wie vielen alltäglichen Produkten Palmöl steckt.

 

Kampagnenarbeit führt zu Freilassung von Menschenrechtsaktivisten

Campagner Thomas Combes twittert seine Freude über die Freilassungen

Im August wurden einige Menschenrechtsaktivisten aus dem Gefängnis entlassen, auch dank der Unterstützung von Amnesty-Aktivistinnen und -Aktivisten. Zum Beispiel Dr. Mudawi aus dem Sudan, der ehemalige usbekische Regierungsangestellte und Uno-Mitarbeiter Erkin Musaev, der palästinensische Zirkuskünstler Mohammad Abu Sakha  sowie Yusman Telaumbanua aus Indonesien. Yusman Telaumbanua ist seitdem in der Bewegung zur Abschaffung der Todesstrafe aktiv und bringt auch seine Erfahrungen als ehemals zum Tode verurteilter Häftling in die Kampagne ein.

 

September

Give a Home Die «Preservation Hall Jazz Band» spielte am 20. September 2017 für die #GiveAHome Kampagne. <br /> Copyright Credit: © Jose Cotto

#Giveahome war ein weltweiter Erfolg

1000 Künstlerinnen und Künstler nahmen an mehr als 300 Veranstaltungen in 60 Staaten teil und verbreiteten dabei die starke Botschaft von #Giveahome: Flüchtlinge willkommen heissen und dabei Menschen zusammenführen. Unter den KünstlerInnen waren etablierte sowie aufstrebende Kunstschaffende, wie Ed Sheeran, Gregory Porter, Hot Chip, Jessie Ware und Mashrou’ Leila.

Oktober

Free Idil! MenschenrechtsverteidigerInnen in der Türkei freigelassen
 

Das Gericht in Istanbul entschied am 26. Oktober, acht der inhaftierten Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtler freizulassen, darunter auch die Direktorin der türkischen Amnesty-Sektion, Idil Eser. Idil war im Juli bei einer Razzia gegen türkische MenschenrechtsaktivistInnen festgenommen worden.  Für sie und ihre KollegInnen bei Amnesty Türkei nahm mit der Freilassung die zermarternde Geduldsprobe ein Ende. «Ich glaube, dass Organisationen wie Amnesty International in einer Welt immer wichtiger werden, in der Spaltung und Xenophobie immer stärker um sich greifen», schrieb Idil aus dem Gefängnis. «Ich glaube, dass unser Einsatz die Solidarität der Menschenrechtsorganisationen zueinander gestärkt hat und freue mich sehr darüber. Ich bedanke mich bei all jenen in der Bewegung, deren harte Arbeit und Unnachgiebigkeit zu diesem Ergebnis geführt hat. Wir werden weiterkämpfen, bis auch der Leiter der Sektion Türkei bei Amnesty International, Taner Kılıç, frei ist; ebenso wie alle anderen, die sich grundlos in Gefangenschaft befinden.»

 

November

 
33'000 Personen und über 200 Organisationen aus der Schweiz

Anlässlich des internationalen Kinderrechtstages überreichte die Schweizer Sektion von Amnesty International zusammen mit der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, Solidarité sans frontières, Droit de rester Neuchâtel, Collectif R und Solidarité Tattes dem Bundesrat den nationalen Appell gegen die sture Anwendung der Dublin-Verordnung. Die Organisationen erinnerten damit die Schweizer Behörden an ihre Schutzpflicht gegenüber Flüchtlingskindern und ihren Familien.

Untersuchungen im Bereich Kinderarbeit

Ein neuer Fortschrittsbericht zu den Kobaltminen in Kongo (ein Update des letztjährigen Berichts) kritisierte verschiedene grössere Unternehmen wegen der Menschenrechtsverletzungen in den Minen. Nach der Veröffentlichung des Berichts strengte London Metal Exchange – eine der Organisationen, die für die Festlegung der weltweiten Metallpreise verantwortlich ist – Untersuchungen dazu an, ob von Kindern abgebautes Kobalt in London gehandelt wird. Die Organisation forderte seine Mitglieder ausserdem dazu auf, Details zu ihren Abbaupraktiken offenzulegen.

Dezember

Briefmarathon und: I'M HERE - You're here!

Im Dezember findet der jährliche Briefmarathon statt, wie jedes Jahr mit grossem Engagement von AktivistInnen und Mitgliedern. Dieses Jahr liess sich Amnesty Schweiz etwas Neues einfallen:  In einer Online-Kampagne werden Porträts der UnterstützerInnen zu einem riesigen Mosaik zusammengesetzt, mit der Botschaft: «I’M HERE», ich zeige mein Gesicht für bedrohte Menschenrechtsverteidiger!

Zum Briefmarathon 2017 und der Online-Kampagne I'M HERE