In der Schweiz und weltweit

Auf Kritik am eigenen Land reagieren wir immer viel empfindlicher, als wenn es um Kritik am Präsidenten von Simbabwe oder der USA geht. Die im Jahr 2007 von der Schweizer Sektion von Amnesty Internati

Auf Kritik am eigenen Land reagieren wir immer viel empfindlicher, als wenn es um Kritik am Präsidenten von Simbabwe oder der USA geht. Die im Jahr 2007 von der Schweizer Sektion von Amnesty International (AI) geführte Kampagne für die Respektierung der Menschenrechte im Polizeieinsatz hat das einmal mehr bestätigt. Die Glaubwürdigkeit einer internationalen Organisation hängt aber davon ab, Menschenrechtsverletzungen dort öffentlich zu machen, wo sie passieren – auch in der Schweiz. Unser Bericht hat ein sehr breites mediales Echo gefunden und die Rundtischgespräche, die in verschiedenen Kantonen mit Polizeibehörden und Politikern und Politikerinnen organisiert wurden, haben bereits positive Resultate gebracht. Amnesty International wurde beispielsweise von der Lausanner Polizei eingeladen, ihren Bericht vorzustellen. Zu Polizeischulen bestehen Kontakte in Bezug auf die Ausbildung im Menschenrechtsbereich.

Aber die Schweizer Sektion von Amnesty International befasst sich nicht nur mit der Schweiz, ganz im Gegenteil. In Locarno wurde im Vorfeld der Olympischen Spiele die Kampagne «Peking 2008: Menschenrechte aufs Podest» zur Verbesserung der Menschenrechtslage in China lanciert. Die Kampagne, die weltweit durchgeführt wird, soll dazu beitragen, das mediale Scheinwerferlicht vom Sport abzulenken und den Menschenrechten einen gebührenden Platz zu geben. Die Mitglieder von Amnesty International haben dieser Kampagne mit viel Fantasie zu grosser Aufmerksamkeit verholfen, sei es im Drachenboot oder auf dem Hometrainer.

Die Schweizer Sektion hat beschlossen, das Engagement ihrer Mitglieder zusätzlich zu unterstützen und zu stärken, indem sie ihnen neue Aktionsformen anbietet. Die Mitglieder können sich künftig in einem Netzwerk zielgerichtet für eine Kampagne oder für ein spezielles Land einsetzen. Mit diesem neuen Modell wollen wir unseren Einfluss gegen Menschenrechtsverletzungen weiter verbessern. Dank Ihrem Einsatz an Zeit und an Geld zeigt dieser Einfluss Wirkung. Dafür danken wir Ihnen.