Amnesty International Neues Büro in Genf feierlich eröffnet

November 2014
Am 10. November hat Amnesty International mit einem offiziellen Festakt ihre neuen Büros in Genf eingeweiht, in denen Mitarbeitende des Internationalen Sekretariats und der Schweizer Sektion seit diesem Sommer gemeinsam tätig sind.

Rund 250 geladene Gäste feierten mit – Vertreterinnen und Vertreter der Genfer Behörden, anderer internationaler NGOs, von Stiftungen, sowie Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und der Zivilgesllschaft des «Internationalen Genf».

Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International, war aus London gekommen, um dem langjährigen Engagement in der Schweiz und in Genf die Ehre zu erweisen. «Fast 50 Jahre ist es her, seit die ersten Amnesty-Aktivistinnen und -Aktivisten in Genf mit ihren Briefen Gefangene befreiten – nicht von eleganten Büros wie diesem, sondern von ihrer Wohnstube aus.»

Weitere Ansprachen hielten die Geschäftsleiterin der Schweizer Sektion, Manon Schick, der Genfer Stadtpräsident Sami Kanaan und der Genfer Staatsrat Antonio Hodgers, die ehemalige Bundespräsidentin Ruth Dreifuss und der Schriftsteller Metin Arditi als Sondergesandter der UNESCO für den interkulturellen Dialog. «An manchen Tagen könnte man verzweifeln», sagte Ruth Dreifuss: «Aber wenn man etwas tun kann, wenn man Teil dieser weltweiten Solidargemeinschaft sein kann, fasst man wieder Mut.» Antonio Hodgers bezeichnete die Amnesty-Kerze als «Licht, das unseren steten Kampf symbolisiert», und erinnerte daran, dass es auch in Genf Menschen gibt, deren Rechte verteidigt werden müssen.

Sami Kanaan knüpfte am Fall der Berliner Mauer an und rief in Erinnerung, dass überall auf der Welt heute erneut Mauern oder Schranken aufgestellt würden, und dies nicht nur in weit entfernten Ländern. Metin Arditi schliesslich sprach von der Meinungsäusserungsfreiheit: Sie sei «nicht nur ein Recht, sondern mehr noch eine Verpflichtung», sagte er in seiner Rede: «Es gibt zwei Arten der Meinungsäusserungsfreiheit: Die eine wird denjenigen vorenthalten, die unter dem Joch des Faschismus leben. Die andere, unsere, ist dazu da, jene zu verteidigen, und wir haben die Pflicht, sie zu nutzen, so wie Amnesty dies meisterlich macht.»