Ein Licht ist erloschen – die Hoffnung bleibt

Editorial von Daniel Bolomey, Generalsekretär der Schweizer Sektion
Am 25. Februar 2005 ist Peter Benenson, der Gründer von Amnesty International, nach monatelanger Krankheit gestorben. Am 7. Juli haben wir ihm in der Kirche St. Martin-in-the-Fields in London, in der

Am 25. Februar 2005 ist Peter Benenson, der Gründer von Amnesty International, nach monatelanger Krankheit gestorben. Am 7. Juli haben wir ihm in der Kirche St. Martin-in-the-Fields in London, in der er 1961 seine Vision zum Engagement für die Menschenrechte hatte, die letzte Ehre erwiesen. Am gleichen Tag wurde London durch die U-Bahn- und Bus-Attentate erschüttert, die Dutzende von Toten forderten. Ein historisches Zeichen, das zeigt, dass die Arbeit von Amnesty International wichtiger ist denn je.

Im Mai hat Irene Khan, die Generalsekretärin von Amnesty International, für grosses Aufsehen gesorgt. Anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichts 2005 forderte sie von den USA unmissverständlich: «Schliesst Guantánamo!» Der Aufruf hatte zeigte Wirkung sowohl in den USA als auch in der Welt. Die Botschaft war klar: Willkürliche Inhaftierungen und Folter sind die falschen Antworten auf «terroristische» Anschläge. Dieser Kampf muss mit Respekt für die Menschen, für die Menschenrechte und für den Rechtsstaat geführt werden.

Wie sollen wir in einer Welt, die derart durch Konflikte und Gewalt geprägt ist, Peter Benensons Vermächtnis einlösen und die «Kerze der Freiheit» zum Leuchten bringen? Für mich ist die Antwort klar: Indem wir unsere Arbeit für die Menschenrechte fortsetzen und weiter verstärken, wie dies Tausende von Schweizer Aktivstinnen und Aktivisten auch 2005 im Rahmen der Kampagnen und Aktionen, wie «Stoppt Gewalt gegen Frauen» und «Waffen unter Kontrolle», getan haben. Mehr als 20'000 Briefe wurden beim Briefmarathon, den die Schweizer Sektion am 10. Dezember 2005 organisierte, von der Schweiz aus zu Gunsten von bedrohten Menschen verschickt. Es besteht kein Zweifel, dass die Wirkung solcher Aktionen sehr gross ist.

Peter Benenson hat uns eine starke Botschaft hinterlassen, die von uns verlangt, uns nicht entmutigen zu lassen: «Vertauscht die Angst mit der Hoffnung, die Passivität mit der Aktion und die Gleichgültigkeit mit der Solidarität.» Wir zählen auf die aktive Unterstützung unserer Mitglieder und unserer Spenderinnen und Spender, um diesem Vermächtnis gerecht zu werden und wir danken ihnen für ihre Unterstützung.