Film_«Blood Diamond» Diamanten kosten Leben

Der Film «Blood Diamond» mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle führt drastisch vor Augen, wie der illegale Handel mit Diamanten in Afrika Tod und Elend verbreitet.
«Blood Diamond» © 2006 Warner Bros. Pictures

Der Film «Blood Diamond» («Blutdiamant») spielt vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in Sierra Leone in den 1990er-Jahren. Leonardo DiCaprio spielt darin den südafrikanischen Söldner Danny Archer, der sich auf den Verkauf von Konfliktdiamanten spezialisiert hat. Archer begegnet dem Fischer Solomon Vandy (Djimon Hounsou), dessen Sohn gezwungen wurde, als Kindersoldat in einer Rebellenarmee zu kämpfen. Gemeinsam brechen Archer und Vandy auf, um einen wertvollen Diamanten zu suchen. Denn der Stein könnte Vandys Familie retten und Archer die zweite Chance geben, an die er nie geglaubt hatte. Die idealistische US-amerikanische Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly), die Archer im Film zunehmend näher kommt, begleitet sie auf ihrer Reise.

Die Geschichte von Vandy und Archer ist fiktiv. Dass sich Rebellengruppen in Sierra Leone mit dem illegalen Verkauf von Diamanten ihre Waffenkäufe finanziert haben, ist aber Realität. In Angola, Liberia, Sierra Leone und in der Demokratischen Republik Kongo wurden in den 1990er-Jahren mit Konfliktdiamanten Kriege finanziert, die fast vier Millionen Opfer gefordert haben. Auch heute noch dient das Geld aus dem illegalen Diamantenhandel zur Finanzierung von Bürgerkriegen in Afrika. Ein kürzlich von den Vereinten Nationen publizierter Bericht zeigt auf, dass Konfliktdiamanten im Wert von 23 Millionen US-Dollar aus der Elfenbeinküste in den legalen Diamantenhandel geschmuggelt wurden. Die Elfenbeinküste ist seit dem Bürgerkrieg ein geteiltes Land, in dem Regierung und Rebellengruppen um die Macht kämpfen.

Kimberley-Prozess

Um den illegalen Handel mit Konfliktdiamanten einzudämmen, wurde im Jahr 2000 der Kimberley-Prozess initiiert, der im Januar 2003 in Kraft trat. Der Kimberley-Prozess ist ein Zertifizierungssystem aller am Diamantenhandel beteiligten Produktions-, Handels- und Konsumentenländer. Das Zertifizierungssystem hat dazu geführt, dass der Anteil der Konfliktdiamanten am Diamantenhandel zurückgegangen ist. Amnesty International (AI) und andere NGOs kritisieren allerdings, dass Regierungen und Diamantenindustrie immer noch zu wenig tun gegen den Handel mit Konfliktdiamanten. An einem Treffen des Kimberley-Prozesses im November 2006 in Botswana wurde versprochen, das Zertifizierungssystem zu stärken.

Eine entscheidende Rolle spielen auch die KonsumentInnen – sie haben es in der Hand, beim Kauf von Schmuckstücken auf «saubere» Steine zu achten und von den Schmuckhändlern einen entsprechenden Garantieschein zu verlangen. «Blood Diamond» gibt AI die Gelegenheit, ein breites Publikum auf die Problematik der Konfliktdiamanten aufmerksam zu machen.   

von Pascale Schnyder

Erschienen in «amnesty - Magazin der Menschenrechte» vom März 2007
Herausgegeben von Amnesty International, Schweizer Sektion