Make Some Noise Musik mit einer Botschaft

«Make Some Noise» ist ein globales Musikprojekt zugunsten von Amnesty International, bei dem namhafte Bands klassische Songs von John Lennon neu vertonen. Die Initiative will eine junge Generation dazu motivieren, lautstark für die Förderung der Menschenrechte einzutreten.

John Lennon war mehr als ein Popstar. Er war eine Ikone der 60er- und 70er- Jahre. Mit seinem Ruf nach Weltfrieden wurde er zum Sprecher einer ganzen Generation. Obwohl seit seinem Tod über 25 Jahre vergangen sind, ist die Botschaft seiner politisch engagierten Lieder heute so aktuell wie damals. Yoko Ono, die sich seit dem Tod ihres Mannes dem Erhalt
und der Verbreitung seines künstlerischen Schaffens widmet, stellte Amnesty Inter¬national (AI) 2005 die Nutzungsrechte für alle seine Solotitel zur Verfügung. «Ich habe immer grossen Respekt für eure Arbeit und eure Ideen gehegt. Was ihr tut, ist sehr effektiv, weise und kraftvoll», sagte sie gegenüber AI. Die japanische Avantgarde-Künstlerin ist überzeugt, dass das Musikprojekt auch im Sinne Lennons ist: «Johns Musik war immer darauf angelegt, Veränderungen herbeizuführen. Wenn wir für die Menschenrechte eintreten, können wir die Welt zum Besseren verändern.»

Bands aus aller Welt, darunter so namhafte wie The Cure, R.E.M. oder Christina Aguilera, spielen Lennon-Songs neu ein und verbinden so modernen Sound mit dem Soul der 70er-Jahre. «Mit ‹Make Some Noise› wollen wir musikbegeisterten Jugendlichen zeigen, dass Musik auch eine politische Sprache spricht », sagt der Projektkoordinator Nico Glänzel von der deutschen AI-Sektion. Dieses Konzept überzeugte die MusikerInnen, die sich dem Projekt anschlossen. «Wenn sich nicht die jungen Menschen für die Menschenrechte einsetzen, dann tut es niemand. Ältere Menschen sind oft bereits zu festgefahren und haben Angst vor Veränderungen», so der Leadsänger von The Cure. Über 50 Songs sollen nach Abschluss zum Herunterladen angeboten werden. Am 12. Juni ist zusammen mit Warner Bros. Records die Herausgabe einer CD geplant. Der Erlös kommt AI zugute.

Einsatz mit Spass

Auf der «Make Some Noise»-Website stehen bereits eine ganze Reihe von Songs zum Herunterladen bereit. Exklusiv für AI produzierte Musikvideos geben einen Vorgeschmack auf die klassischen Songs mit neuem Rhythmus und Stil. Die erfolgreiche deutsche Jugendband Tokio Hotel hat den rebellischen Geist Lennons mit rockigen Klängen neu aufleben lassen. «‹Instant Karma› ist ein Song, der das Leben feiert. Ein glückliches Leben braucht Menschenrechte. Wir wollen unseren Fans zeigen, dass es sich lohnt, f ür etwas einzustehen – und dass dieser Einsatz Spass macht», so Tom von Tokio Hotel. Die brasilianische Hip-Hop-Band AfroReggae verkündet mit der hoffnungsvollen Botschaft der Friedenshymne «Imagine», dass es auch heute noch einen Weg aus Gewalt, Armut und Diskriminierung gibt.

Erschienen in «amnesty - Magazin der Menschenrechte» vom Juni 2007
Herausgegeben von Amnesty International, Schweizer Sektion