AI Aktiv Sofort Mittendrinn

Innerhalb weniger Monate baute Jonas Hertner die AI-Unigruppe Luzern auf. Der Jurastudent ist auch Mitglied der Lawyers Group und aktiv in Politik, Literatur und Tanz.

Sofort Mittendrinn Jonas Hertner © AI

«Eigentlich bin ich eher ein fauler Mensch», lacht der 23-jährige Jonas Hertner. Dann erzählt er von seiner voll gepackten Woche: Er studiert in Luzern, politisiert im Oltener Gemeinderat, macht beim Literaturhaus in Lenzburg mit und unterrichtet in Aarau Tango. Neben alldem ist er Mitglied der Lawyers Group von AI Schweiz und hat in den letzten Monaten eine neue AI-Gruppe an der Universität Luzern aufgebaut. «Manchmal gibt es mit all diesen Aktivitäten schon zeitliche Engpässe», sagt Hertner. «Dafür habe ich immer etwas Sinnvolles zu tun.»

Angefangen hat alles in Genf, wo Jonas Hertner zwei Semester lang internationale Beziehungen studierte: «Es hat mich beeindruckt, wie aktiv und traditionsreich die dortige Unigruppe ist.» Als er an die junge Universität in Luzern wechselte, stellte er dort das Gegenteil fest. Seinem Aufruf per Mail folgten Ende 2007 zahlreiche Studierende, und die neue Unigruppe nahm ihre Arbeit gleich mit einer Aktion zum Menschenrechtstag 2007 auf: In mehreren Gebäuden der Hochschule brannten Kerzen und Hunderte von Briefen wurden geschrieben.

Künftig will die Gruppe die Luzerner Studenten mit Aktionen und Informationsveranstaltungen vor allem für drei Themen sensibilisieren: die Menschenrechtslage in China vor den Olympischen Spielen in Peking, die Unternehmensverantwortung und die Polizeiarbeit in der Schweiz.

Neben diesem Engagement ist Jonas Hertner auch Mitglied der AI-Lawyers Group. «Dort kann ich gute Erfahrungen sammeln», sagt er. Die Gruppe leistet praktische juristische Unterstützung für die Arbeit von AI in der Schweiz wie Beratungen, Gutachten zu laufenden Dossiers im Parlament oder Stellungnahmen bei Vernehmlassungen. So hat Jonas Hertner eine Dokumentation zur Anwendung von Elektroschockwaffen bei Zwangsausschaffungen übersetzt und wird sich bei der Kampagne zu sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Menschenrechten in der Mitgliederbildung engagieren.

«Die Menschenrechte haben mich schon als Kind fasziniert», sagt Hertner, der nach seinem Studium am liebsten im Bereich der internationalen Rechtsinstrumente arbeiten möchte, zu denen die Uno-Konventionen und -pakte gehören. Aktivmitglied von Amnesty International wurde er, weil er «in die Menschenrechte mehr als Geld investieren wollte». Es gefällt ihm, dass jeder bei AI willkommen ist mitzumachen – «so war ich sofort mittendrin.»

Trotz dieser Begeisterung für die internationale Nichtregierungsorganisation kennt Jonas Hertner auch die parlamentarische Arbeit. Im Gemeinderat von Olten (Legislative auf Kommunalebene) sitzt Hertner als «Stimme der Jugend» in der grünen Fraktion und kandidierte bei den letzten Nationalratswahlen. Trotzdem sagt er mit Blick auf AI, der Aktivismus sei eher seine Welt als die institutionalisierte Politik. Auch als Politiker würde er sich nicht bezeichnen: «Ich bin einfach ein Mensch, der sich politisch engagiert.»

Erschienen in «amnesty - Magazin der Menschenrechte» vom Mai 2008
Herausgegeben von Amnesty International, Schweizer Sektion