AI Aktiv Schwung für die Uni Basel

Céline Werndli leitet die Amnesty Students Basel, engagiert sich für ein menschenwürdiges Asylgesetz und will später auch beruflich für die Menschenrechte tätig sein.

Céline Werndli © Nora Riss Céline Werndli © Nora Riss

Céline Werndli ist familiär vorbelastet, was den Einsatz für die Menschenrechte angeht: «Mein Onkel ist schon lange in der Gruppe Rheintal aktiv und hat mir von Amnesty International erzählt», sagt die Studentin. So schaute sie sich in Basel nach Gruppen von Amnesty International um. «Ich ging bei der Hochschulgruppe Basel an eine Sitzung und fühlte mich dort sogleich wohl. Ausserdem stand sie kurz vor einem Filmabend, sodass ich gleich zu Beginn mit anpacken konnte. Da ich voller Tatendrang war, war das genau das Richtige für mich.»

Das ist mittlerweile fast zwei Jahre her. Céline Werndli organisiert immer noch tatkräftig bei den Amnesty Students Basel mit. Die Gruppe hat schon viele erfolgreiche Aktionen durchgeführt: Videoabende, Benefizkonzerte, Stände.

Kabarett zum Geburtstag der Menschenrechtserklärung

Aber was der 20-Jährigen bisher am besten gefallen hat, war ein Kabarett von Birkenmeier Vogt zum 60- Jahr-Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im letzten Dezember. Unter dem Titel «Menschenrechte? Danke … Ha­ben Sie auch etwas Süsses?» warfen die beiden Kabarettisten einen kritischen Blick auf das Thema und unternahmen eine kleine Gratwanderung zwischen Ernst und Lachen.

Schon lange vor ihrer Mitgliedschaft bei Amnesty International interessierte sich Céline Werndli für die Menschenrechte und engagierte sich freiwillig. Sie half unter anderem bei der Greenpeace-Regionalgruppe Basel und bei Terre des hommes mit. Auch Umweltthemen waren Céline Werndli schon immer wichtig.

Gegen das restriktive Asylgesetz

Derzeit liegt ihr Schwerpunkt beim The­ma Asyl und Migration, das sie auch in ihrer Maturarbeit bearbeitet hat. «Es kann doch nicht sein, dass in einem so fortschrittlichen Land wie der Schweiz eines der restriktivsten Asylgesetze Euro­pas herrscht. Dass hier Menschen gezwungen sind unterzutau­chen, in ständiger Angst, ent­deckt zu werden. Dass andere in Ausschaffungshaft gebracht oder teilweise mit Gewalt ausgeschafft werden», empört sie sich.

Offenheit und Toleranz der Gesellschaft liegen ihr sehr am Herzen. So waren die verstärkten Vorurteile vieler Schwei­zerInnen gegenüber Fremden ausschlaggebend, ihre Maturarbeit zum Thema «Integration von Ausländerinnen und Ausländern im Bereich der Berufsbildung und des Arbeitsmarktes» zu schreiben. Sie untersuch­te verschiedene Projekte, zum Beispiel «die Autonauten» in Aarau, ein Inte­gra­­tionsprojekt für fremdsprachige Jugendliche.

Berufliche Pläne

Auch beruflich strebt die junge Frau eine Tätigkeit für die Menschenrechte an: Derzeit studiert sie zwar noch Mathematik in Basel, wird aber nächstes Semester zu den Rechtswissenschaften wechseln, möglicherweise in Kombination mit Deutsch. Diese Fächerwahl soll ihr dabei helfen, ihren Traum wahr zu machen: «Ich träume von einer offenen und toleranten Schweiz, in der auf dem Arbeitsmarkt alle die gleichen Chancen haben. Von einer Schweiz, die alle ihre Einwohner und Einwohnerinnen mit Respekt und Toleranz behandelt.»

Erschienen in «AMNESTY - Magazin der Menschenrechte» von September 2009
Herausgegeben von Amnesty International, Schweizer Sektion