© Robin Hammond
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Ägypten Todesschüsse in der Dunkelheit

Amnesty International spricht von 29 Fällen von Todesschüssen auf Flüchtlinge an der ägyptisch-israelischen Grenze in diesem Jahr. Berich­ten zufolge sind seit 2007 85 Fälle bekannt, niemand der Getöteten war dabei bewaffnet. Die Dunkelziffer dürfte dabei weitaus höher liegen.

Die ägyptische Regierung bestreitet die Schüsse auf Afrikaner nicht, welche die Grenze zu überqueren versuchen. Doch Ägypten betrachtet sie als Spio­ne und schiesst ohne Vorwarnung. Nach einem Treffen des damaligen Israelischen Premiers Ehud Olmert mit dem ägyptischen Präsienten Hosni Mubarak im Sommer 2007, wobei auch die illegalen Grenzübertritte diskutiert wurden, haben die Erschiessungen an der Grenze massiv zugenommen. Fälle von Flüchtlingen, die durch sieben und mehr Kugeln starben, lassen darauf schliessen, dass die Illegalen nicht gestoppt und inhaftiert, sondern direkt getötet werden sollen.

In Israel angekommen, ist ihr Leidensweg nicht vorbei. Von den schätzungsweise 35000 Flüchtlingen, die seit 2007 von Ägypten nach Israel kamen, landeten viele in israelischen Gefängnissen. Sigal Rozen von der NGO Hotline for Migrant Workers in Tel Aviv sagt, dass Israel Asylsuchende heimlich wieder nach Ägypten ausschafft und damit gegen internationales Recht verstösst. «Israel hat keine Garantie, dass diese Menschen auf der anderen Seite der Grenze human behandelt werden.»

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Erschienen in «AMNESTY - Magazin der Menschenrechte» von November 2010
Herausgegeben von Amnesty International, Schweizer Sektion