Guantanamo-Aktion in Basels Innenstadt. © AI
Guantanamo-Aktion in Basels Innenstadt. © AI

Folter Aktion sorgt für Wirbel

Als Patricia Marti und Alessandro Suter im Jahr 2007 ihre erste Strassenaktion mitten in Basel veranstalteten, kam sogar die Polizei.

«Einige von uns waren mit orangen Overalls als Guantánamo-Gefangene eingekleidet. Andere stellten mit CIA-Hemden und Sonnenbrillen die Wärter dar. Sie drückten die Gefangenen zu Boden, legten ihnen Handschellen an und zogen ihnen einen Sack über den Kopf», erzählt Alessandro. Damit forderten sie die Schliessung des Gefangenenlagers Guantánamo. Diese drastische Aktion hat einigen Passanten so viel Angst eingejagt, dass sie die Polizei riefen. «Ein Zuschauer kritisierte die brutalen Szenen. Aber wir zeigten ja nur eine Andeutung dessen, was wirklich passiert», sagt Patricia. Die 22-jährige Fachmittelschülerin lebte bis zu ihrem 13. Lebensjahr in den USA und findet es unglaublich, dass diese Supermacht es sich erlauben kann, jahrelang Menschen ohne Gerichtsverfahren einzusperren und zu foltern. «Mit Folter kann man aus jedem Menschen ein Geständnis erpressen. Egal, ob er etwas getan hat oder nicht. Das darf in einem modernen Staat nicht geschehen!», betont der 19-jährige Alessandro.

Noch immer existiert das Gefangenenlager Guantánamo, obwohl Präsident Barack Obama die Schliessung bis Januar 2010 angeordnet hatte. «Das ist eine riesige Enttäuschung. Obama sind wohl die Hände gebunden, aber er hätte nie dieses Versprechen machen dürfen, wenn er es nicht halten kann», sagt Patricia.

Von solchen Rückschlägen lassen sich die beiden Amnesty-Youngsters aber nicht entmutigen. Die Guantánamo-Aktion bildete den Auftakt für eine lange Serie von Veranstaltungen der rund 12-köpfigen Jugendgruppe Basel, die seither unter der Leitung von Patricia und Alessandro steht – die Polizei tauchte allerdings nie mehr auf.

Erschienen in «AMNESTY - Magazin der Menschenrechte» von Mai 2011
Herausgegeben von Amnesty International, Schweizer Sektion