Dongria Kondh wehren sich gegen Vedanta. © Sanjit Das
Dongria Kondh wehren sich gegen Vedanta. © Sanjit Das

Für ein Leben in Würde Schutz für den heiligen Berg

Ein neues Mumbai oder Dubai – das stellten sich die Behörden im ostindischen Bundesstaat Orissa vor, als 2006 eine Tochtergesellschaft des britischen Unternehmens Vedanta Resources im Gebiet der Dongria Kondh eine Aluminiumoxid-Raffinerie in Betrieb nahm. Doch was die dort lebende indigene Gemeinschaft bekam, waren Umweltverschmutzung und Gesundheitsschäden.

Seit Jahrhunderten leben die Dongria Kondh am Fusse der Niyamgiri-Berge. Sie betrachten das Gebirge als heilig. Als Quelle für Nahrung und Wasser sichert es ihr Überleben. Doch plötzlich befanden sich die Menschen im Schatten einer riesigen Raffinerie, sie atmeten verschmutzte Luft und hatten Angst, Wasser aus dem Fluss zu trinken.

Über die Auswirkungen der Raffinerie wurden die Dongria Kondh nie ausreichend informiert, auch wurde nie ihre Zustimmung eingeholt. Damit verletzten die Behörden und das Unternehmen die Menschenrechte auf Wasser, Nahrung, Gesundheit und Arbeit. Trotz der massiven Umweltverschmutzung erwog die indische Regierung, einen Antrag zu genehmigen, der eine Versechsfachung der Raffineriekapazität bedeutet hätte. Ausserdem war der Bau einer Bauxitmine in der Nähe der Niyamgiri-Berge geplant. Seit 2008 arbeiteten Amnesty International und die Dongria Kondh eng zusammen, um die Vorhaben anzufechten.

Am 20. Oktober 2010 stoppte der indische Umweltminister Jairam Ramesh in einer aussergewöhnlichen Entscheidung die Pläne von Vedanta, die Raffinerie zu erweitern und zusätzlich Bauxit abzubauen. Ramesh stellte auch die Rechtmässigkeit der Raffinerie in Frage, die Vedanta bereits am Fuss der Berge errichtet hat.

Erschienen in «AMNESTY – Magazin der Menschenrechte» von Mai 2011
Herausgegeben von Amnesty International, Schweizer Sektion