Buch Menschenrechte. Weiterschreiben

Von Manuela Reimann Graf. Erschienen in «AMNESTY – Magazin der Menschenrechte» vom Dezember 2018.
Dies ist keine objektive Buchbesprechung. Das wäre ja auch etwas unredlich, haben doch verschiedene Mitarbeitende von Amnesty Schweiz mit fünf Texten zum Buch beigetragen. Ein bisschen Werbung muss aber unbedingt sein für diese spannende Anthologie zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Es ist das zweite Buch, das der Salis- Verlag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) herausgibt. Bereits vor 10 Jahren wurde eine Sammlung von Texten von Schweizer Autorinnen und Autoren publiziert, die zu jedem der 30 Artikel einen literarischen Text verfasst hatten. Warum nun also wieder ein solches Projekt? «Wie wir in den letzten Jahren mit diversen Initiativen erfahren haben, sind die Menschenrechte auch in der Schweiz empfindlich angreifbar », sagt Svenja Herrmann, eine der beiden Herausgeberinnen des Buches. «Menschenrechte müssen also immer neu errungen werden. Und das kann nur in lebendigen Debatten geschehen. Das Buch soll hierzu einen Beitrag leisten – pünktlich zum siebzigjährigen Bestehen der Menschenrechte im Dezember.»

Den Schreibenden wurde einer der 30 Artikel der Menschenrechtserklärung per Los zugeteilt. Wie haben die Angefragten auf diesen Auftrag reagiert? «Die meisten haben zugesagt, die Absagen gingen mehrheitlich auf Zeitmangel zurück. In allen Antworten schwang aber mit, wie wichtig ein solches Buch gerade jetzt sei», sagt Ulrike Ulrich, die andere Herausgeberin. «Die Aufgabe, zu einem Artikel der Menschenrechte zu schreiben, ist ja alles andere als einfach. Jede Autorin und jeder Autor stand vor der Verantwortung, sich mit dem Artikel auseinanderzusetzen und einen authentischen, ganz eigenen Zugang zu finden.»

Das ist den Schreibenden gelungen. In sämtlichen Texten spürt man die vertiefte Auseinandersetzung mit den Menschenrechten, auch wenn sich der Bezug zum jeweiligen Menschenrechtsartikel nicht immer sofort eröffnet. Die Texte sind sehr unterschiedlich – nicht nur in der Länge und der literarischen Form. Die bewegenden, einfühlsamen, zum Teil auch witzigen Geschichten, Gedichte, Essays usw. bieten eine wunder- bare Lektüre zum Jubiläum der Menschenrechtserklärung.

Das Buch enthält auch Texte aus der Romandie, aus dem Tessin und aus dem rätoromanischen Sprachgebiet, die in der Originalsprache und in Übersetzung zu lesen sind. Die literarischen Texte wurden durch fünf Beiträge von Amnesty Schweiz ergänzt, die sich mit der Menschenrechtslage in der Schweiz anhand der Themen Frauenrechte, Diskriminierung, Wirtschaft, Asyl und Migration sowie Sicherheit befassen und damit den Bogen zur Schweizer Realität schlagen.

Autorinnen und Autoren

(D) Amina Abdulkadir, Sacha Batthyany, Urs Faes, Catalin Dorian Florescu, Lea Gottheil, Petra Ivanov, Daniel Mezger, Gianna Molinari, Werner Rohner, Ruth Schweikert, Monique Schwitter, Eva Seck, Henriette Vásárhelyi, Benjamin von Wyl, Julia Weber, Yusuf Yeşilöz
(F) Isabelle Capron, Odile Cornuz, Heike Fiedler, Max Lobe, Noëlle Revaz, Daniel de Roulet,  Sylvain Thévoz
(I) Laura Accerboni, Vanni Bianconi, Francesco Micieli, Alberto Nessi, Fabio Pusterla
(R) Göri Klainguti, Leo Tuor

Beiträge von Amnesty Schweiz

Beat Gerber, Danièle Gosteli, Carole Scheidegger, Manon Schick, Alexandra Karle, Patrick Walder. Redaktion: Manuela Reimann. 

 

Menschenrechte weiterschreiben_Cover.jpgSvenja Herrmann, Ulrike Ulrich (Hrsg.):
Menschenrechte. Weiterschreiben
30 literarische Texte zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.
Salis-Verlag AG, Zürich 2018.

Zu den Beiträgen von Amnesty Schweiz

Das Buch kann hier bestellt werden