© muellerluetolf.ch, Quellen: gfs.bern, Befragung sexuelle Gewalt, 2019
© muellerluetolf.ch, Quellen: gfs.bern, Befragung sexuelle Gewalt, 2019

Sexuelle Gewalt Verbreiteter als gedacht

Von Carole Scheidegger. Erschienen in «AMNESTY – Magazin der Menschenrechte» vom Juni 2019.
22 Prozent der in der Schweiz wohnhaften Frauen sind eigenen Angaben zufolge ungewollten sexuellen Handlungen ausgesetzt gewesen. 12 Prozent erlitten Geschlechtsverkehr gegen den eigenen Willen.

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Institut gfs.bern im Auftrag von Amnesty International Schweiz durchgeführt hat. Befragt wurden zwischen dem 16. März und dem 15. April 2019 4495 Frauen und  Mädchen im Alter ab 16 Jahren.

Rund die Hälfte der betroffenen Frauen (49 Prozent) gibt an, den Vorfall für sich  behalten zu haben. 51 Prozent haben mit Freundinnen oder Personen aus dem Umfeld gesprochen. Externe  Unterstützung wird vergleichsweise kaum beansprucht. Beratungsstellen haben 11 Prozent aufgesucht, eine Meldung  an die Polizei machten 10 Prozent der Betroffenen. Strafanzeige haben nur 8 Prozent der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen erstattet.

Viele Formen sexueller Belästigung sind weit verbreitet. Mehr als die Hälfte (59 Prozent)  der Frauen hat eine Belästigung in Form von unerwünschten Berührungen, Umarmungen oder Küssen erlebt. Die  befragten Frauen finden mehrheitlich, dass sexuelle Gewalt stärker bekämpft  werden sollte. Eine «Ja heisst Ja»- Regel findet Anklang.

Mehr zu den Ergebnissen der Befragung sowie zur Kampagne gegen sexuelle Gewalt von Amnesty Schweiz.

Die Studie von gfs.bern mit den detaillierten  Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier (PDF, 24 Seiten)