AI aktiv «Mensch ist Mensch»

Ein Flair für Musik, Engagement für die Menschenrechte und Organisationstalent: Désirée Hämmerli von der AI-Gruppe Zug verbindet diese drei Qualitäten, indem sie das Event «ROCK 4 amnesty» koordiniert.

Derzeit dreht sich bei Désirée Hämmerli alles um ein Thema: Den Musik-Event «ROCK 4 amnesty», welchen sie zusammen mit ihrem Zuger Kollegen Patrick Knecht organisiert. «Vor einem Jahr haben wir mit der Planung begonnen, bis zum Konzert am 24. September haben wir noch alle Hände voll zu tun», sagt die 22-jährige Aktivistin. Nach einem erfolgreichen regionalen Benefiz-konzert letztes Jahr wollen beide nun in Luzern einen nationalen Anlass mit rund 4000 Zuschauern zustande bringen – der Medienpartner ist gefunden und die Werbestrategie ist eingefädelt, und auch die Music Acts können sich sehen lassen. «Wir möchten diesen Anlass als jährlich stattfindenden Event in der Schweiz etablieren», sagt Désirée Hämmerli selbstbewusst. Sie relativiert ihre Ambitionen aber sofort: «Event-Managerin im üblichen Sinne wäre kein Beruf für mich – die Branche ist mir in vielerlei Hinsicht zu oberflächlich.» Die Hauptsache an «ROCK 4 amnesty» bleibe unbedingt die Botschaft – nämlich die Unterstützung der Amnesty-Kampagne «Control Arms» gegen Kleinwaffen und gegen den Einsatz von Kindersoldaten.

Menschen aufrütteln

«Ich stehe zweihundertprozentig hinter Amnesty International», sagt Désirée Hämmerli mit Nachdruck. Sie schätzt die politische und finanzielle Unabhängigkeit der Organisation; mit Parteien oder kirchlichen Institutionen könne sie weniger anfangen und sie lege hohen Wert auf geistige Unabhängigkeit. Das Bedürfnis, «etwas zu bewirken und das Positive zu vermitteln», habe sie allerdings schon länger mit sich herumgetragen, bis sie vor drei Jahren auf ein Inserat der AI-Gruppe in Zug stiess, die Unterstützung suchte.

Heute besteht die Zuger Gruppe hauptsächlich aus jungen Aktivistinnen und Aktivisten, unter ihnen Désirée Hämmerli: Sie steht hinter einem Informationsstand auf einem Zuger Platz oder spricht bei einer Strassenaktion Passanten an. Aus Gerechtigkeitssinn möchte sie sich lieber ein breites inhaltliches Know-how aufbauen, anstatt sich auf ein einzelnes Thema zu spezialisieren und so den Rest auszuklammern. Sie wolle die Menschen «aufrütteln» und ihnen zeigen, dass sie gegen Menschenrechtsverletzungen konkret etwas unternehmen könnten, bekräftigt Désirée Hämmerli. «Es macht mir zu schaffen, wenn andere Menschen ein Problem haben», erklärt sie – dieses Gefühl gelte auch für Menschen weit weg, sei es in Afrika oder Osteuropa: «Mensch ist Mensch, egal welcher Herkunft.» Diese Sensibilisierung und einen Blick für die weite Welt verdankt Désirée Hämmerli unter anderem ihrer Jugend in der Stadt Zürich, wo während der Schulzeit ein multikultureller Mix herrschte.

Informatik und Soziales

Vor acht Jahren zog die Familie Hämmerli nach Baar bei Zug, heute arbeitet Désirée als Informatikerin in einer Softwarefirma in Cham. «Als eine der seltenen Frau in diesem Beruf muss ich mich behaupten», sagt sie. Während der Ausbildung seien ihre Klassenkameraden ausschliesslich Männer gewesen. «Noch heute werde ich manchmal seltsam angeschaut oder Kunden wollen nicht glauben, dass ich tatsächlich Informatikerin bin», sagt sie lachend. Weil ihr jedoch – auch durch ihr Engagement bei Amnesty International – soziale Fragen immer wichtiger werden, wird Désirée Hämmerli ihren Beruf nicht ewig ausüben, sondern noch ein Studium ergreifen. Die Berufsmatura dazu hat sie jedenfalls im Sack, in Frage kommen soziokulturelle und verwandte Fächer.

Infos unter: www.rock4amnesty.ch

Erschienen im Magazin AMNESTIE! vom August 2005
Herausgegeben von Amnesty International, Schweizer Sektion¨