Zürich, 23. November 2022 Widerstand gegen Megaprojekt in Mexiko

Diskussion und Abendessen mit der mexikanischen Aktivistin Marcelina Barranco, Mitglied des friedlichen Widerstands gegen das Megaprojekt Proyecto Integral Morelos.

Mittwoch, 23. Nov. 22, 18:30 Uhr Infoladen Kasama, Militärstr. 87 A, Zürich
Spanisch, mit Flüsterübersetzung Anmeldung bitte  via Eventbrite.

Seit zehn Jahren leistet die Organisation Frente de Pueblos en Defensa de la Tierra y el Agua FPDTA-MPT, der Marcelina Barranco angehört, Widerstand gegen das Mega-Infrastrukturprojekt Proyecto Integral Morelos (PIM). Die Regierung will damit die Industrialisierung in den Bundesstaaten südöstlich der mexikanischen Hauptstadt vorantreiben. 2012 in Betrieb genommen, besteht das PIM aus zwei Wärmekraftwerken, einer Gaspipeline, welche sich über 160 Kilometer erstreckt und Tlaxcala, Puebla und Morelos durchquert, zwei Aquädukte zum Kraftwerk und einem 20 Kilometer langen Hochspannungsnetz. Am Projekt sind neben dem staatlichen Energiekonzern auch europäische Konzerne wie Elecnor und Enagás beteiligt, sowie Volkswagen und Audi.

Die Mitglieder des FDPTA wehren sich gegen das PIM und andere Megaprojekte in der Region, indem sie Demonstrationen, friedliche Mobilisierungen, Workshops und politische Lobbyarbeit durchführen, weil:

  • sie bezüglich der Umsetzung der Wirtschaftsprojekte auf ihrem Land nicht konsultiert wurden
  • die Pipeline am Fusse des Vulkans Popocatepetl liegt und die Evakuierungsroute kreuzt, wodurch im Falle eines Ausbruchs eine Vielzahl von Dörfern gefährdet wären
  • die Wasserversorgung durch die Übernutzung des Fluss Cuautla gefährdet ist
  • der Betrieb der Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen erfolgt, was einen negativen Einfluss auf die Umwelt hat
  • die Kraftwerke einen hohen Anteil an natürlichen Ressourcen verbrauchen
  • den Bewohner*innen das Land weggenommen wird

2019 wurde der Menschenrechtsverteidiger und Anführer der Bewegung, Samir Flores, ermordet. Die FPDTA-Mitglieder fordern seither erfolglos Gerechtigkeit für seinen Tod. Alleine im Jahr 2020 wurden 22 Fälle von Gewalt gegenüber Mitgliedern der FPDTA-MPT gemeldet. PBI begleitet die Organisation seit 2020.

Marcelina Barranco kommt im November auf Einladung von PBI nach Europa und in die Schweiz, um über die negativen Auswirkungen des PIM, sowie die Risiken für Menschenrechtsverteidiger*innen zu informieren und sensibilisieren und das Unterstützungsnetzwerk für die Anliegen des FDPTA zu erweitern.

Weitere Daten ihres Besuches in der Schweiz auf peacebrigades.ch.