© Amnesty International (Basis: pixabay)
Offen
Urgent Action − Eswatini (USA)

Weitere Abschiebungen aus den USA nach Eswatini

Am 16. Juli 2025, also vor fast genau einem Jahr, wurden Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh und Orville Etoria aus den USA nach Eswatini abgeschoben. Die Männer stammen nicht aus Eswatini und wurden im Rahmen einer gross angelegten Abschiebekampagne aus den USA nach Eswatini gebracht. Berichten zufolge werden vier von ihnen nach wie vor im Hochsicherheitsgefängnis in Matsapha festgehalten. Ein Jahr nach diesen Abschiebungen ist die intransparente Regelung zur Abschiebung in Drittstaaten immer noch in Kraft und wurde sogar ausgeweitet. Inzwischen sollen im Rahmen derselben Vereinbarung mindestens 25 weitere Personen aus den USA nach Eswatini abgeschoben worden sein.

Jetzt mitmachen

Setzen Sie sich für Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh und Orville Etoria ein:
Senden Sie einen Appellbrief per PostE-Mail oder X/Twitter.
Posten/tweeten Sie in den sozialen Medien (siehe SOCIAL MEDIA GUIDE).

Mitmachen bis 20. Januar 2027

Briefvorlagen

Adressen

Justizminister:
Honourable HRH Prince Simelane
Ministry of Justice Building, 5th Floor
Mhlambanyatsi/Usuthu Link Rd, Mbabane
P.O. Box 924, Mbabane
ESWATINI
E-Mail: dlaminidorcasn@gmail.com ; simelanedlamini4@gmail.com
X/Twitter: @MOJCAEswatini

Kopien an 

Ambassade du Royaume d'Eswatini
Chemin William Barbey 51
1292 Chambésy
Fax: 022 758 94 24
E-mail: contact@missionofeswatini.ch

Social Media Guide

Target social media accounts 

The Ministry of Justice and Constitutional Affairs
Official Facebook page listed as
Ministry of Justice - Eswatini / @MOJCAEswatini.

 

Suggested hashtags
Use two to four hashtags per post. Avoid creating new hashtags. 

Recommended hashtags:
#Eswatini 
#EndArbitraryDetention 
#NoRefoulement 
#RightToCounsel 

#RacialJustice 
#RefugeeRights 
#MigrantRights 
#RuleOfLaw 
#StopThirdCountryRemovals

Use #Eswatini, #NoRefoulement and #EndArbitraryDetention as the core set for consistency. 

 

Suggested messaging 

1.)
Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh and Orville Etoria were sent from the US to Eswatini under a secretive third-country removal arrangement. 

They need justice, legal access, protection from onward refoulement and effective remedies. 

Take action: [insert UA link] 
#Eswatini #NoRefoulement #EndArbitraryDetention 

2.)
At least 30  people have reportedly been transferred from the US to Eswatini under a third-country removal arrangement. 

Governments must not use secretive migration deals to bypass due process, detain people arbitrarily or expose them to further harm. 

Take action: [insert UA link] 
#StopThirdCountryRemovals #Eswatini #RuleOfLaw 

3.)
Legal access must be confidential, in-person and unmonitored. 

People transferred from the US to Eswatini must be able to speak to lawyers, access to far and efficient asylum process challenge their detention, contact family members and receive consular support. 

Take action: [insert UA link] 
#RightToCounsel #EndArbitraryDetention #Eswatini 

4.)
No one should be transferred onwards from Eswatini to a country where they may face persecution, torture, arbitrary detention or other serious human rights violations. 

Eswatini and the US must respect non-refoulement. 

Take action: [insert UA link] 
#NoRefoulement #MigrantRights #Eswatini 

5.)
If people have been unlawfully detained or unlawfully transferred, they need more than silence. 

They need judicial review, release where detention is unlawful, protection from onward refoulement, and effective remedies including reparation. 

Take action: [insert UA link] 
#RuleOfLaw #EndArbitraryDetention #Eswatini

Hintergrund

Roberto Mosquera Del Peral stammt aus Kuba, Kassim Saleh Wasil aus dem Jemen, Dung Tien Nguyen aus Vietnam, Phone Chomsavanh aus Laos und Orville Etoria aus Jamaika. Sie wurden am 16. Juli 2025 im Rahmen einer Dritt-Staaten-Vereinbarung, die unter einer gewissen Geheimhaltung steht, aus den USA nach Eswatini abgeschoben. Berichten zufolge wurden sie im Gefängniskomplex von Matsapha festgehalten. Orville Etoria wurde anschliessend nach Jamaika zurückgeführt, während die anderen vier Personen aus der ersten Gruppe sich weiterhin in Eswatini in Haft befinden sollen.

Ein Jahr später besteht die Vereinbarung weiterhin und wurde sogar ausgeweitet. Inzwischen sollen mindestens 30 Personen aus den USA nach Eswatini überstellt worden sein, darunter 11 Personen, die am 8. Juli 2026 dort eingetroffen sind. Eine dieser Personen, Pheap Rom, befindet sich schon nicht mehr in Eswatini. Er wurde nach Kambodscha zurückgeführt.

Amnesty International berichtete, dass im Oktober 2025 zehn weitere Personen aus den USA nach Eswatini überstellt wurden und im März 2026 vier weitere Männer. Am 8. Juli 2026 waren weitere 11 Abgeschobene aus den USA in Eswatini eingetroffen, womit sich die gemeldete Gesamtzahl der im Rahmen dieser Vereinbarung überstellten Personen auf mindestens 30 beläuft.

Aus öffentlich zugänglichen Berichten geht hervor, dass unter anderem Staatsangehörige aus Kuba, dem Jemen, Vietnam, Laos, Jamaika, den Philippinen, Kambodscha, Tansania, dem Sudan und Somalia im Rahmen dieser Regelung abgeschoben wurden.

Im April 2026 bestätigte der Oberste Gerichtshof von Eswatini eine Anordnung des High Court, mit der Rechtsbeiständen der Zugang zu Personen gewährt wurde, die von den USA abgeschoben und im Matsapha-Gefängniskomplex inhaftiert worden waren. Auch wenn dies ein positiver Schritt ist, besteht weiterhin Grund zur Sorge, dass Personen, die im Rahmen dieser Regelung überstellt werden, nach wie vor der Gefahr willkürlicher Inhaftierung, Familientrennung und Misshandlung ausgesetzt sind. Zudem könnte ihnen die Abschiebung in andere Länder drohen, in denen sie Verfolgung, Folter, willkürliche Inhaftierung oder andere schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen erleiden könnten. Mehreren der abgeschobenen Personen war zuvor von den USA Schutz im Rahmen des UN-Übereinkommens gegen Folter gewährt worden. Deshalb stellt sich die Frage, ob die Abschiebungen mit dem Grundsatz der Nicht-Zurückweisung (Non-Refoulement) vereinbar sind und ob die US-Behörden die Gefahren, denen die abgeschobenen Personen möglicherweise ausgesetzt sein könnten, angemessen bewertet haben. Trotz dieser Entwicklungen haben die Behörden von Eswatini bislang nicht öffentlich klargestellt, wer sich weiterhin in Haft befindet, wer freigelassen oder in ein anderes Land gebracht wurde, auf welcher Rechtsgrundlage die Inhaftierung beruht und welche Schutzmassnahmen getroffen wurden, um eine weitere Abschiebung zu verhindern.

Abschiebungsmassnahmen in Drittstaaten geben Anlass zu ernsthaften Menschenrechtsbedenken, wenn dabei ein ordnungsgemässes Verfahren umgangen wird, Menschen von ihren Familien getrennt werden, sie willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind oder die Gefahr besteht, dass sie in Länder weitergeschickt werden, in denen ihnen Verfolgung, Folter, willkürliche Inhaftierung oder andere schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen drohen könnten. «Human Rights First» und die «Third Country Deportation Watch» von «Refugees International» dokumentieren das Ausmass und die Geheimhaltung der Abschiebungsvereinbarungen der USA mit Drittländern, darunter Vereinbarungen mit mehr als 30 Ländern.

Die Afrikanische Kommission für Menschenrechte und Rechte der Völker bekräftigt, dass die Zusammenarbeit der afrikanischen Staaten im Bereich der Migration den Grundsätzen der Nichtzurückweisung, eines ordnungsgemässen Verfahrens, des Zugangs zu Rechtsbeistand, des Schutzes vor willkürlicher Inhaftierung und wirksamer Rechtsbehelfe entsprechen muss. Die Resolution 645 (2025) zu den Verpflichtungen afrikanischer Staaten im Zusammenhang mit der Externalisierung der Migrationskontrolle ist für Rückführungsvereinbarungen mit Drittstaaten, an denen afrikanische Staaten beteiligt sind, von unmittelbarer Bedeutung. Die Kommission hat die Staaten zudem nachdrücklich aufgefordert, den Grundsatz der Nichtzurückweisung zu achten, und Abschiebungen verurteilt, durch die Menschen Gefahren wie Inhaftierung, das Verschwindenlassen und Verletzungen des Rechts auf Leben ausgesetzt werden.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 090/25-1
20.07.2026 | -
AFR 55/1270/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 20. Januar 2027
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

US deportations to Eswatini continue

16 July 2026 marked one year since Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh and Orville Etoria were deported from the United States to Eswatini and detained at Matsapha Correctional Complex. One year later, the secretive third-country removal arrangement has not ended, it has expanded. At least 25 more people have reportedly been removed from the United States to Eswatini under the same arrangement, bringing the total number of people reportedly transferred to at least 30, including 11 people who reportedly arrived on 8 July 2026.

On 16 July 2025, Roberto Mosquera Del Peral, Kassim Saleh Wasil, Dung Tien Nguyen, Phone Chomsavanh, and Orville Etoria were removed from the United States to Eswatini and detained at Matsapha Correctional Complex. Since then, the arrangement has continued and expanded. Amnesty International reported that 10 more people were transferred from the United States to Eswatini in October 2025 and four more men in March 2026. On 8 July 2026, 11 additional deportees had arrived in Eswatini from the United States, bringing the reported total number of people transferred under the arrangement to at least 30.

Public reporting has identified some of the nationalities of people transferred under the arrangement, including nationals of Cuba, Yemen, Vietnam, Laos, Jamaica, the Philippines, Cambodia, Tanzania, Sudan and Somalia. However, the Eswatini authorities have not provided a full public account of the names, nationalities, legal status, current whereabouts or protection needs of all people transferred under the arrangement.

In April 2026, Amnesty International welcomed the Eswatini Supreme Court’s confirmation of a High Court order granting lawyers access to people removed by the United States and detained at Matsapha Correctional Complex. Amnesty International stressed, however, that the ruling offered only limited relief. Access to lawyers does not resolve the broader concerns about the secrecy of the arrangement, the legality and necessity of detention, the need for judicial review, the risk of onward refoulement, and the need for effective remedies.

Third-country removal arrangements raise serious human rights concerns when they bypass due process, separate people from their families, expose people to arbitrary detention, or create a risk that they may be transferred onwards to countries where they could face persecution, torture, arbitrary detention or other serious human rights violations. Human Rights First and Refugees International’s Third Country Deportation Watch has documented the broader scale and secrecy of United States third-country transfer arrangements, including arrangements with more than 30 countries.

The African Commission on Human and Peoples’ Rights has affirmed that migration cooperation by African states must comply with non-refoulement, due process, access to legal assistance, protection from arbitrary detention and effective remedies. Its Resolution 645 (2025) on the obligations of African states in the context of externalisation of migration control is directly relevant to third-country removal arrangements involving African states. The Commission has also urged states to respect the principle of non-refoulement and condemned expulsions that expose people to risks including detention, enforced disappearance and violations of the right to life.

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Please take action before 20 January 2027.

You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a Word-file.