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Urgent Action − Madagaskar

Verletzter Demonstrant ohne medizinische Hilfe

Am 9. Oktober 2025 wurde der Aktivist Jonathan Malagasy während einer Demonstration der Generation Z in der Hauptstadt Madagaskars von grosskalibrigen Schrotkugeln getroffen, die Sicherheitskräfte während des Protests abgefeuert hatten. Ein Geschoss durchschlug seine rechte Wange und hinterliess eine bleibende Narbe. Ein weiteres Geschoss steckt immer noch in seiner Schulter fest und muss sofort entfernt werden. Doch statt die dringend nötige medizinische Versorgung zu erhalten, gehen Morddrohungen bei ihm ein.

Jetzt mitmachen

Setzen Sie sich für Jonathan Rasolofoharimalala (aka Jonathan Malagasy) ein:
Senden Sie einen Appellbrief per Post, E-Mail, Whatsapp, Signal oder Facebook

Mitmachen bis 15. Januar 2027

Briefvorlagen

Adressen

Präsident:

President of the Refoundation of the Republic
Palais d’État d’Iavoloha
Antananarivo 101
MADAGASCAR

WhatsApp / Signal: +261 37 02 369 02

E-Mail: mamitiana.rajaonarison@gmail.com
Die E-Mail-Adresse des Präsidenten kann scheinbar eine Benachrichtigung über eine unvollständige Zustellung ausösen. Sollte dies auch bei Ihnen der Fall sein, weichen Sie auf einen anderen Kommunikationsweg aus für Ihren Appellbrief (= Postversand oder Whatsapp/Signal). 
Alternativ können Sie auch Facebook nutzen: https://www.facebook.com/share/18EoEYwYHV/

Kopien an 

Ambassade de la République de Madagascar
Avenue de Riant-Parc 38
1209 Genève
Fax: 022 740 16 16
E-Mail: ambamadsuisse@bluewin.ch

Social Media Guide

Official account of the Presidency
https://www.facebook.com/share/18EoEYwYHV/

Hintergrund

Im September und Oktober 2025 protestierten Angehörige der Generation Z landesweit gegen Wasser- und Stromknappheit. Die Regierung hat bislang nicht dafür gesorgt, dass die Menschen, die während der Proteste durch Polizist*innen verletzt wurden, medizinische Versorgung und wirksame Rechtsmittel in Anspruch nehmen können.

Am 9. Oktober 2025 gegen 16:00 Uhr befand sich Jonathan Malagasy unter Dutzenden von Demonstrant*innen, die in der Nähe der Befelatanana-Entbindungsklinik in Madagaskars Hauptstadt Antananarivo eingekesselt waren. Die Demonstrierenden waren von Sicherheitskräften umzingelt: Rechts und links standen Angehörige der Gendarmerie, direkt vor ihnen die Polizei und hinter ihnen war das Krankenhaus, zu dem sie keinen Zugang hatten. Jonathan Malagasy wurde von Schrotkugeln getroffen, die Sicherheitskräfte abgefeuert hatten. Ein Geschoss durchschlug seine rechte Wange, ein weiteres blieb in seiner Schulter stecken.

Jonathan Malagasys Gesichtswunde hat eine bleibende Narbe hinterlassen – obwohl er Erste Hilfe erhielt. Er hatte jedoch keinen Zugang zu einer Behandlung in öffentlichen Krankenhäusern, die von den Behörden streng überwacht wurden, um die Zahl der Opfer von Schussverletzungen zu verschleiern. Fast ein Jahr danach hat er immer noch nicht die medizinische Versorgung erhalten, die er dringend benötigt, um das in seiner Schulter steckende Projektil entfernen zu lassen. Stattdessen hat er wegen seines Engagements und seiner in den Sozialen Medien geäusserten Kritik am anhaltenden Versagen der Regierung Morddrohungen erhalten. Auch wurde ihm gedroht, ihn in Haft zu nehmen. Jonathan Malagasy kritisiert, dass die Regierung den bei den Protesten Ende letzten Jahres Verletzten nach wie vor keine medizinische Versorgung und keine Möglichkeit gewährt, rechtlich gegen die Polizeigewalt vorzugehen. Keine betroffene Person sollte gezwungen sein, mit unbehandelten Verletzungen zu leben oder Vergeltungsmassnahmen zu befürchten, weil sie Gerechtigkeit einfordert. Opfer rechtswidriger Gewaltanwendung durch Polizeikräfte müssen medizinische Versorgung und Wiedergutmachung erhalten, einschliesslich wirksamer Ermittlungen, die es ermöglichen, die mutmasslich für Menschenrechtsverletzungen Verantwortlichen in fairen Verfahren zur Rechenschaft zu ziehen.

Die jetzige Militärregierung von Madagaskar übernahm im Oktober 2025 die Macht. Zuvor hatten vor allem Jugendliche für eine bessere Bereitstellung von Dienstleistungen protestiert, insbesondere für einen Zugang zu Wasser und Strom. Die neuen Behörden versprachen Reformen, doch stattdessen verschärften sie die Repression unter dem Vorwand einer Anti-Korruptionskampagne. Sie nutzen weit gefasste Anklagen wegen krimineller Verschwörung, Bedrohung der nationalen Sicherheit oder Destabilisierung, um junge Aktivist*innen, Angehörige der Zivilgesellschaft und Personen, die mit der früheren Regierung in Verbindung stehen, zum Schweigen zu bringen.

Der Präsident der Übergangsregierung, Michael Randrianirina, war kaum einen Monat an der Macht, als er seine Absicht zum Ausdruck brachte, bei den Wahlen zu kandidieren, zu deren Durchführung er sich innerhalb von zwei Jahren verpflichtet hatte. Die neue Regierung versucht so, ihre Übergangsherrschaft zu stabilisieren. Dies erklärt nicht nur die zunehmende Repression, sondern auch das Fehlen ernsthafter Bemühungen, gegen Angehörige des Militärs, der Gendarmerie und der Polizi zu ermitteln, die im vergangenen Jahr Demonstrierende verletzt und getötet haben.

Das Parlament – das weitgehend auf der Linie der neuen Militärregierung steht – hat sich dagegen entschieden, die Kommission, die Ermittlungen gegen hochrangige Behördenvertreter*innen wegen mutmasslicher Menschenrechtsverstösse führen soll, mit ihrer Arbeit zu beauftragen. Stattdessen richteten sich die Ermittlungen wegen „gewaltsamer Massnahmen zur Unterdrückung von Demonstrierenden“ bislang ausschliesslich gegen ehemalige Behhördenvertreter*innen, die mit der vorherigen Regierung in Verbindung standen.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 074/26
17.07.2026 | -
AFR 35/1314/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 15. Januar 2027
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english
français

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Shot Gen Z activist still awaits medical care

On 9 October 2025, activist Jonathan Rasolofoharimalala (also known as Jonathan Malagasy) was unlawfully struck by buckshot fired by security forces during a Gen Z protest in Antananarivo, the capital. One projectile tore through his right cheek, leaving a permanent scar and, he has not yet received the healthcare he urgently needs to remove another that became lodged in his shoulder. What he has received are death threats and warnings of imprisonment for his continued activism on social media on behalf of those injured during the protests. The authorities must ensure that Jonathan Malagasy and all others injured during the protests receive adequate healthcare and remedy for the violations suffered, including through prompt, thorough, independent and effective investigations into the security forces’ unlawful use of force, bringing suspected perpetrators to justice, and end the intimidation and threats against Jonathan Malagasy and all other peaceful activists, in respect of their rights to freedom of expression, association and peaceful assembly.

Madagascar’s military authorities seized power in October 2025 following youth-led protests in 2025 demanding improved service delivery, particularly access to water and electricity, as well as more effective and inclusive governance. The new authorities promised reforms but instead, they have deepened repression, under the pretext of a zero tolerance anti-corruption campaign and used broadly framed charges of criminal conspiracy, threats to national security and fears of destabilization to target and silence young activists, civil society members and those linked to the previous government.

It took Michael Randrianirina (the junta leader) less than a month in power to make clear his intention to run in the elections he had pledged to take the country to within two years. This not only explains the intensifying repression, but also the lack of serious effort to investigate soldiers, gendarmes and police who killed and injured protesters last year.

Parliament – largely aligned with the junta – has unsurprisingly chosen not to operationalise the commission tasked with investigating senior officials for their alleged abuses. Instead, investigations into «violent actions to repress protesters» have so far targeted only  Former government officials linked to the previous government.

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Please take action before 15 January 2027.

You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a Word-file.