Wenn die Mittel für Rettungsaktionen im Mittelmeer gekürzt werden, besteht die Gefahr, dass Tausende im Meer sterben werden. © Reuters
Wenn die Mittel für Rettungsaktionen im Mittelmeer gekürzt werden, besteht die Gefahr, dass Tausende im Meer sterben werden. © Reuters

Italien NGO-Rettungsschiff behindert, Menschenleben gefährdet

26. September 2018
Die Schifffahrtsbehörde Panamas hat laut verschiedenen Berichten ihre Flagge von der Aquarius zurückgezogen, einem von SOS Méditerranée und Médecins Sans Frontières gecharterten Such- und Rettungsschiff. Der Rückzug geschah offenbar auf Druck der italienischen Regierung.

«Die italienischen Behörden haben bereits ihre Häfen geschlossen und NGO-Schiffe beschlagnahmt. Nun scheinen sie noch perfidere Methoden anzuwenden, um die lebenswichtige Arbeit von NGO-Such- und Rettungsbooten im Mittelmeer zu behindern», sagte Elisa di Pieri, Europa-Researcherin von Amnesty International. «Sollte sich bestätigen, dass die Entscheidung Panamas auf Druck der italienischen Regierung getroffen wurde, wäre dies ein neuer Tiefpunkt in der Repression Italiens gegen diejenigen, die Menschenleben im Mittelmeer retten. »

Die Aquarius soll über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren mehr als 30’000 Menschen gerettet haben. Die bewusste Kürzung der Mittel für Rettungseinsätze im Mittelmeer wird Tausende von Menschen der Gefahr aussetzen, im Mittelmeer zu sterben.

«Die italienische Regierung zielt bewusst auf Rettungs-NGOs ab, um sie davon abzuhalten, mit Flüchtlingen und Migranten in Italien an Land zu gehen. Das führt dazu, dass Flüchtlinge und Migranten nach Libyen zurückkehren müssen, obwohl diese Menschen just vor den dort begangenen Menschenrechtsverletzungen flohen», sagte Elisa di Pieri weiter.

Fordern Sie von den europäischen Staaten, alle Massnahmen zu ergreifen, die es der Aquarius sowie allen anderen zivilen Seenotrettungsschiffen erlauben, ihren lebensrettenden Einsatz so schnell wie möglich fortzusetzen. Sie können die Aquarius unterstützen, indem Sie diese Petition unterschreiben. Sie wurde von Ärzte ohne Grenzen und SOS-Méditerranée lanciert.