Die Lebensbedingungen der Arbeitsmigrant*innen auf den Baustellen in Katar sind desolat. © Sam Tarling/Corbis via Getty Images
Die Lebensbedingungen der Arbeitsmigrant*innen auf den Baustellen in Katar sind desolat. © Sam Tarling/Corbis via Getty Images

Katar Blogger und Arbeitsrechtler Malcolm Bidali ist verschwunden

31. Mai 2021
Malcolm Bidali ist ein kenianischer Aktivist und Blogger, der sich in Katar für die Rechte von Arbeitsmigrant*innen einsetzt. Nachdem er Anfang Mai von staatlichen Sicherheitsbehörden festgenommen und befragt wurde, fehlt von ihm jede Spur. Amnesty und weitere Menschenrechtsorganisationen haben die katarischen Behörden dazu aufgerufen, den Verbleib von Malcolm Bidali aufzuklären

Malcolm Bidali arbeitet als Wachmann in Katar und betätigt sich zudem als Blogger und Aktivist. Er spricht auf Twitter und Instagramm offen über die schwierigen Bedingungen, denen Arbeitsmigrant*innen wie er im Land ausgesetzt sind, und hat Artikel für zahlreiche Online-Plattformen verfasst.

Doch seit dem 4. Mai fehlt von ihm jede Spur, nachdem Angehörige der Staatssicherheit ihn aus seiner Unterkunft abholten und festnahmen. Eine Woche vor seiner Festnahme hatte er vor einem grossen Publikum bestehend aus Mitgliedern zivilgesellschaftlicher Organisationen und Gewerkschaften über seine Erfahrung als Arbeiter in Katar berichtet.

Ein Zusammenschluss aus Organisationen, die sich für die Rechte von Arbeitsmigrant*innen in Katar einsetzen, hat sich seit der Festnahme von Malcolm Bidali bei verschiedenen Behördenstellen nach ihm erkundigt. Bei den Organisationen handelt es sich um Migrant-Rights.org, FairSquare, Amnesty International, Human Rights Watch und Business & Human Rights Resource Centre.

Am 11. Mai wandten sie sich in einem gemeinsam unterzeichneten Brief an die katarischen Behörden, in dem sie die unverzügliche Untersuchung des Verschwindenlassens von Malcolm Bidali fordern. Am 12. Mai bestätigte die katarische Regierung, dass der Arbeitsrechtler inhaftiert worden sei und ihm die mutmassliche Verletzung katarischer Sicherheitsgesetze und -bestimmungen vorgeworfen werde. Seinen Aufenthaltsort gaben die Behörden jedoch nicht bekannt.