Für die Freilassung Raif Badawis haben sich in den vergangenen Jahren weltweit Aktivist*innen engagiert – so auch von Amnesty Schweiz, wie hier bei einer Demonstration in Bern anlässlich des Besuchs von Badawis Frau Ensaf Haidar in Bern im Oktober 2015. © AICH
Für die Freilassung Raif Badawis haben sich in den vergangenen Jahren weltweit Aktivist*innen engagiert – so auch von Amnesty Schweiz, wie hier bei einer Demonstration in Bern anlässlich des Besuchs von Badawis Frau Ensaf Haidar in Bern im Oktober 2015. © AICH

Good News Raif Badawi wurde endlich freigelassen

14. März 2022
Der Menschenrechtsaktivist und Blogger Raif Badawi wurde nach 10 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Er war 2014 wegen «Beleidigung des Islams» zu 10 Jahren Haft und 1000 Stockhieben verurteilt worden.

Raif Badawi ist ein saudi-arabischer Blogger und Aktivist. Er wurde am 17. Juni 2012 verhaftet und 2014 zu zehn Jahren Gefängnis, einer Geldstrafe von umgerechnet 250'000 Euro und 1000 Stockhieben verurteilt. Dies als Strafe dafür, dass er mit einer Debatte auf einem Online-Forum den Islam beleidigt habe. Die ersten 50 Stockhiebe gingen am 9. Januar 2015 auf einem öffentlichen Platz auf Badawi nieder. Jetzt endlich ist der 38-Jährige aus dem Gefängnis in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda entlassen worden.

Der Blogger und Aktivist Raif Badawi. © private

«Dass Menschen wie Raif Badawi zehn Jahre hinter Gittern verbringen müssen und zu barbarischen Prügelstrafen verurteilt werden, belegt, dass Saudi-Arabien alles andere als ein Rechtsstaat ist, der die Menschenrechte respektiert und einhält», sagte Anita Streule, Länderexpertin für den Nahen und Mittleren Osten bei Amnesty Schweiz, nach Badwais Freilassung. «Trotz der scheinbaren Öffnung des Landes und der angeblichen Modernisierung stecken weiterhin viele Menschenrechtsverteidiger*innen in saudischen Gefängnissen und auch die Todesstrafe wird nicht nur weiterhin verhängt, sondern auch angewendet.»

Raif Badawi ist nun zwar frei. Doch ob er zu seiner Familie nach Kanada reisen kann, bleibt ungewiss, denn er wurde mit einem zehnjährigen Ausreiseverbot belegt.